• Heiner, 21 Apr 2008 /  Bilder, Reiseberichte 2 Comments

    Fünfter Anlauf auf einem Slam, der Lange immer wieder mit gemischten Gefühlen zurückgelassen hat. Meistens negative. War es ja damals im Dezember 2006 Langes eigentliche Motivation gewesen, in Erlangen alte Klassenkameraden zu besuchen, so war es bis zum September 2007 eigentlich nur purer Ehrgeiz, der sich in einer gewissen Verbohrtheit äußerte. Wüste und steppe (höhö) Niedermachungen des Erlanger Pubikums und der Kellerbühne des E-Werks fielen immer wieder gerne aus Langes Mundwerk. Bis zum September 2007, als Lange erstmalig den Geschmack des Publikums traf und mit Tobi Kunze einen Doppelsieg errang.

    Im Wissen, dass besagte Erlanger Freunde nun auch zum ersten Mal wirklich beim Slam zusehen würden (das war bisher nicht der Fall gewesen), geht Lange die Sache auch recht locker an. Gutes Line-Up. Ohrfeigen von Michl gibts dann leider doch nicht. Der probiert sich in bisher von ihm ungenutzter Stilistik (lapidar performter Zynismus mit vorwiegend elliptischem Satzbau, vgl Marc “Katze” Schuster) mit einem neuen Text, sagt “bei dem Line-Up kann ich das ruhig ausprobieren, da hol ich eh nix” und Lange sagt “Gratulation, hiermit hast du es verschrien und wirst gewinnen” und das macht der Michl dann auch, zusammen mit Lange im Doppelsieg. Im Finale kann Lange mit dem ja garnichtmal so brülllustigen Backpacker gegen Michls klassisch-einschlagenden Fragen-Text mithalten, das gibt Pluspunkte fürs Publikum.

    Zum Rest des Slams: Der ist rund. Necip Tokoglu hat seine letztjährigen Texte (London Heathrow, Polizisten verarschen etc.) mittlerweile auswendig gelernt und geht vom Stil her eigentlich nun als Kabarettist durch. Scharri wird vom Weißenburger Martin Geier in der Vorrunde übertrumpft, Letzterer ist mit einem antifaschistischen Text (20. April = Hitlers Geburtstag, was wohl die wenigsten im Sinn hatten) erfrischend politisch, was das Publikum mehr überzeugt als Scharris Briefträger von Fabuland. Merke: Auch Scharri ist schlagbar. Auch die anderen Texte sind sehr ansprechend, Wolfgang Tischer bleibt allerdings wohl ein wenig unverstanden…

    Lange hat sich also der nach Detraumatisierung letztes Mal mit Erlangen versöhnt. Welch glückliches Ende… kann nun bitte jemand Rosenblätter herumstreuen und wie der Geschichtenopi das Buch zuschlagen? Obwohl, nein. Er wird sicherlich nicht zum letzten Mal dort gewesen sein.

    Bildergalerie Erlangen 20.04.08

    (Nächster Lange.Slam.Traumabewältigungsversuch übrigens am 1. Juni im Substanz in München)

    Posted by Heiner @ 18:57

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