• Heiner, 28 Mrz 2009 /  Bilder, Landshut

    Statt Slam eine Teamshow: Tolle Idee eigentlich. Wir bekommen ein gutes Publikum und die Landshuter Dichter einen Monat Pause, neue Texte zu schreiben.

    Die einzige Befürchtung, die ich hatte: Es könnten weniger Leute als sonst kommen, denn wenn ein Landshuter auftritt, nimmt der normalerweise zwei Landshuter mit, die zuschauen. Doch auch so: Klassevolles Foyer. Gute Stimmung. Und die Erkenntnis: Ja, wenn die Teamshows im richtigen Rahmen aufgezogen werden, dann funktionieren sie definitiv! Bumillo meinte: Das war fast schon beängstigend routiniert, wie wir den Abend gestaltet haben. Fett.

    Drei Poeten

    Drei Poeten

  • Heiner, 22 Mrz 2009 /  Kiezmeisterschaft, München

    Eigentlich war der Plan, mit Rayl zu moderieren. Dann war um zehn vor acht die Leserliste gigantisch am Gähnen. Ich fuhr mit Rettungsauftrag nach Hause, druckte zwei Texte aus (der erste davon eine Premiere, die eigentlich für heute bei den Schaumschlägern geplant war), kam mit Sonja Popp und Grög (Deja-Vu?) ins Finale und gewann. So kann’s gehen. Je suis content.

  • Heiner, 18 Mrz 2009 /  Bilder, München

    Montag

    Ich wache um 4:30 Uhr im Hostel auf. Man sollte nicht auf die Uhr schauen, wenn man Nachts aufwacht, das weiß ich. Aber wenn der Hochbettnachbar schnarcht, dann hilft auch angestrengtes Nicht-Auf-Die-Uhr-Schauen nichts, um wieder einzuschlafen. Wenn es wenigstens ein melodisches Schnarchen gewesen wäre. Das mag ich! Aber es war die reinste Kakophonie. Nach einem gewagten Kissenzupfer dreht sich der Schnarcher auf die Seite und gibt ne halbe Stunde Ruhe. Schlafen kann ich trotzdem nicht. Ich stolpere in Boxershorts durchs Hostel, entdecke den angeschalteten PC und sehe: Hey, in 40 Minuten fährt ein ICE durch nach München. Hose angezogen, Rucksack geschultert, weg hier. Eigentlich wollte ich zum ersten Mal in meiner Slamkarriere ausschlafen, bevor ich nach Hause fahre. Das muss ich irgendwann andermal machen.

    Im ICE gen Heimat sitzen im bahn.comfort-Bereich jede Menge Banker auf dem Weg nach Frankfurt, die mich schief ansehen, weil ich auch eine silberne Bahncard habe. Als ich mich beim Aussteigen in den verspiegelten Zugfenstern betrachte, sehe: Ok, zu Recht. Bestimmt werde ich gleich am Gleisende kontrollert. Ich gehe ans Gleisende, und werde prompt kontrolliert. Kasperlhafte Erinnungen an die letzte Kontrolle schäumen hoch, doch ich beherrsche mich und frage lediglich, warum der Beamte nicht die gerade vorbeigehende nette Omi mit dem Rollkoffer aufgehalten hat. Er sagt, er müsse das nicht begründen. Auf der Frageliste für die nächste Kontrolle stehen aktuell: “Warum tragen Sie eigentlich keine Uniform?” und “Sagen Sie mal, wenn der Bahnhof so ein verbrechensreicher Ort ist, werde ich dann zum Verbrecher, wenn ich durch den Bahnhof gehe?”

    Abend

    Nach unstetem Ausschlaf und Workshop treffe ich Scharri und Bumillo im Lyrik-Kabinett, wo wir mit Team- und Einzelauftritten die neue Reihe “Poetry in Motion” eröffnen sollen. Das Lyrik-Kabinett: Erstaunlich. Ich kannte das nicht. Direkt beim Uni-Hinterausgang. Und gemütlich. Und so fein hergerichtet für die Veranstaltung! Stilvoll hoch 3! Und auch am Publikum mangelt es nicht: Der Raum ist proppevoll, viele müssen stehen, so gefällt das.

    Zu Show: Geil! Teamshow mit Einzeltexten dazu ist einfach DER Shit! Ich denke, Versplay hat die Reihe angemessen eröffnet. Bleibt abzuwarten, wie der Publikumszuspruch bei den folgenden regelmäßigen Veranstaltungen sein wird. Die Veranstaltung hat es definitiv verdient, voll zu sein!

    Scharris Applaus im Lyrik-Kabinett

    Scharris Applaus im Lyrik-Kabinett

  • Heiner, 17 Mrz 2009 /  Bilder, Reiseberichte

    Der IC von Hamburg nach Düsseldorf ist ein umlackierter alter Interregio und müffelt. Neben mir büffelt ein Polizeistudent, vor mir lernt eine angehende Gerichtsmedizinerin auf ihre Prüfung. Auf ihrem Buch prangt ein Fotomaßband und ein stattliches Küchenmesser, auf ihrer Nase eine randlose Brille.

    Nach 8 Stunden Fahrt stolpere ich etwas überreizt (in einem Zug durchgelesen: Wie die Tiere von Wolf Haas) durch Düsseldorf. An der angesagten U-Bahn-Haltestelle frage ich nach dem Weg und werde prompt von einer Slamstammbesucherin geführt, die sich fragt, ob Sushi oder Sebastian 23 wohl kommen. So weit ist es schon mit dem Personenkult im Slam, denke ich. Aber Sushi ist ja dann auch da, zusammen mit Peh und Moritz Neumeyer, welche am Abend zuvor in Schweinfurt bei 4:14 Uhr-Slamily-Manni waren.

    Moritz Neumeier auf der Zakk-Bühne

    Moritz Neumeier auf der Zakk-Bühne

    Zum Slam: Da stecke ich jetzt wieder in so ner Zwickmühle. Weil wenn ich jetzt schreibe, dass der ganz toll war, dann denkt wieder jeder „Klar, schreibt der nur, weil er gewonnen hat.“ Und wenn ich schreibe, dass mir die Stimmung dort schon gefiel, bevor ich auf der Bühne stand, dann glaubt mir das keiner. Verzwickt. Fakt: Peh, Moritz und ich gestalteten das Finale, ich gewann, und hatte so viel Spaß auf der Bühne wie seit der Februar-Kiezmeisterschaft nicht. Und da hatte ich ja auch gewonnen. Verzwickt. Wenn ich jetzt schreibe, dass mir der Kommentar in der Pause, dass das, was ich mache (Backpackertext), innovativ sei, noch mehr gegeben hat als der bestätigende Sieg danach, dann hoffe ich mal, dass der geneigte Blogleser mir das abnimmt. Tut er?

    Nach dem Slam führte Sushi uns noch in sein Wohnzimmer. Ich weiß nicht mehr, wie die Kneipe hieß, aber ich glaube, ich werde dort beim National öfters mal hinstolpern.

  • Heiner, 16 Mrz 2009 /  Bilder, Reiseberichte

    Samstag

    Frühstück im Hotel, leicht verschlafen und von der Realität irgendwie abgehängt. Die Fahrt nach Sylt gestaltet sich verschlafen, gelegentlich geweckt durch eigenes Schnarchen. Dann: Sylt. Und schlechtes Wetter.

    Als Michael Feindler und ich ins Meer spucken wollen, werden wir jäh aufgehalten: Man verlangt 1,75€ pro Kopf. Grob! Gröbst! Und: Alle paar hundert Meter ein neues Häuschen, das Strandmaut verlangt. Wir beschließen einen Kompromiss: Michael zahlt, steckt die Karte in seinen Schlafsack, wirft ihn über die Mauer, ich spaziere mit seiner Karte durch, der Preis wird geteilt. Dann: Hurra, Meer! Man sollte sich das irgendwie schon selbst honorieren, wenn man es schafft, für einen Auftritt von vielleicht 10 Minuten durch ganz Deutschland ans Meer zu fahren.

    Ein lustiges Völkchen, die Sylter. Ali ist Organisator, Moderator, Familienvater und Besitzer eines Kaffeeladens. Monika ist Surferin und war in Marokko. Beschan ist Hamburger Innenarchitekt und gehört auf eine ganz besondere Art von „irgendwie“ dazu, die ich nicht ganz durchschaue. Helge macht Kunst und bringt mir die Erkenntnis: Auch Frauen können Helge heißen. Der Slam: Klein und in der Entwicklung, aber nicht ohne Charme.

    Sonntag

    Als ich am nächsten Morgen noch eine Stunde am Strand spazieren möchte, erlebe ich ein tolles Erlebnis: Einer der Teilnehmer des Slams sitzt im Kassiererhäuschen und winkt mich einfach durch. Ein kostenfreier Strandbesuch in Sylt als Gage, so lass ich mir das gefallen.

    Bildergalerie Sylt

    Sylt

  • Heiner, 15 Mrz 2009 /  Bilder, Reiseberichte

    Zugfahrt nach Hamburg verpennt. Und nichts verpasst. In Hamburg ausgestiegen und erstmal 10 Minuten geglotzt: Krass. Was in Hamburg in 10 Minuten an Typen herumläuft, findet man in München in 2 Wochen nicht.

    Nach der Speicherstadtbaustellenbesichtigung ab nach Altona zu den Zeise-Kinos. Jan-Oliver ist noch nicht da, lässt Lars und mir aber ne Freikarte für “Der Vorleser” geben. Der nah am Wasser gebaute Ruppel weint beinahe, wir teilen uns die Aggression gegen den Hauptcharakter, die feige Sau.

    Der Slam stellt aufmachungstechnisch alles in den Schatten, was ich bisher so an regulären Slams gesehen habe. Ein proppevoller Kinosaal, eine Leinwand mit Animationsspaß, eine weiße Couch auf der Bühne. Schnieke. Statt Michel Abdollahi, auf dessen Moderation ich mich von vielen Erzählungen heißtgemacht gefreut hatte, moderiert Lars. Von den Hamburger Slamprotagonisten, die ich dort zu treffen gehofft hatte (so Patrick Klebba, Johanna Wack etc), zeigt sich niemand, bis auf Bente Varlemann, die danach noch dazustößt.

    Der Slam an sich. Höchste Punktzahl für den Backpacker in der Vorrunde, aber schon gemerkt: Nee, Lange, du bist kein Publikumsliebling. Im Finale dann mit Disco performancetechnisch Angeberei betrieben, aber in der Applausabstimmung hilflos gegen Moritz Neumeier und sein Eichhörnchen. Insgesamt ein großer und feiner Slam, der dem geneigten Poeten aber den letzten Stimmungskick nicht so recht aushändigen wollte.

    Irgendwie verschlägt es uns dann noch auf die Reeperbahn, aber nicht auf der Hauptachse, sondern so knapp 200 Meter abseits. Uuurigst. Name und Ort der Kneipe verrate ich nicht, Fotos habe ich auch nicht gemacht. Die zwei Stunden da drin gebe ich nicht preis. Haha!

    Bildergalerie Kampf der Künste Slam, Hamburg

    Hamburg

  • Heiner, 13 Mrz 2009 /  Bilder, Reiseberichte

    Donnerstag

    München. Ich steige in den ICE Richtung Hamburg. Vor mir: 7 Stunden Fahrt und ein Laptop. Film angesehen: Blinkende Lichter alias Flickering Lights. Sollte jemand den sowie Dänische Delikatessen und Adams Äpfel nicht kennen: Bildungslücke! Eine weitere tolle Laptopbeschäftigung: World of Goo. Wunderbares Spiel irgendwo zwischen Lemmings und Bridge Builder. Kost auch nicht viel. Weitere Beschäftigung: Musik, Dösen, Fenstergucken. Und irgendwann in Hamburg sein. Irgendwie ging das diesmal ziemlich schnell… und der Zug ist auf die Minute pünktlich. Merkwürdig.

    Im RE nach Kiel setzt sich La Ruppel neben mich und schaut sich die Videomitschnitte von Versplay im Substanz an. He Likes. Der Slam in Kiel ist lokalreich, ich teile mir mit Thorsten Wolf und seinen ebenfalls 30 Finalpunkten den Sieg. Im Fernseher bei Gastgeber Patrick Kruse läuft Ronny, der wackere deutsche Achterbahnvorbauarbeiter mit seinen polnischen Kollegen, darunter läuft weiß auf rot ein depressiver Waffennarr.

    Freitag

    Kiel. Ruppel und ich beschließen zu spazieren. Die HDW-Werft will nicht, dass wir auf ihr Gelände spazieren. Das Marinearsenal auch nicht. Wir kommen an abgewrackten Schiffen vorbei und erreichen, kurz bevor wir umkehren wollen, irgendwo hinter Wellingdorf das Meer. Endlich.

    Bildergalerie Nordtour 1

    Kiel

  • Heiner, 11 Mrz 2009 /  Lange Denkt

    Ich glaube, das kommende Wochenende wird eines der anstrengensten meiner bisherigen Dichterei: Kiel, Hamburg, Sylt, Düsseldorf, und als Abschluss noch am Montag “Poetry in Motion” mit Versplay in München. Wenn ich Montag gegen 23 Uhr noch stehen kann, werde ich das als Leistung werten.

  • Heiner, 09 Mrz 2009 /  Bilder, München, Reiseberichte

    Samstag

    Aus verschiedensten Himmelrichtungen fanden sich Scharri, Bumillo und Lange in Buchloe ein. Ziel: Hirschslam. Weg: Schreiben und Proben!

    Hatten wir im Vorfeld darüber nachgedacht, lieber in Münchener Wohnküchen zu proben, überzeugte uns Bo mit dem Angebot, dass wir von Mittag bis Abend im Hirsch Zeit, Raum, Pizza und Kaffee bekommen könnten. Und was soll man sagen: Genau so liefs, und nicht anders. Wir wurden von Hirschwirt Wumi und den anderen Leuten wunderbar verpflegt, bekamen den Hirsch-Saal als Proberaum und sogar drei Mikros mit Anlage zum Proben. Und Pizza in der hauseigenen Pizzeria. Poetenherz, was willst du mehr?

    Poe-Tisch

    Poe-Tisch

    Den Hirschslam durften wir dann als Feature begleiten. Der neue Text: Larger than Life, und geil! Der Rest des Slams: Ausgewogen, frisch, und mit der besten Moderation beschmückt, die ich seit langem gesehen habe.

    Sonntag

    Brunch in der Studentenstadt. Fiktion und Realität mischen sich: Sollte man das Café ausrauben? Everybody be cool this is a brunch-robbery? Letzte Feilungen am Text, die Aufregung steigt, der Substanz-Slam steht an:

    Quälendes Warten… die erste Runde mit Luc Spada, Micha Ebeling, Katalin Kuse, Casjen Ohnesorge und Franziska Holzheimer vermeintlich zugunsten Ebelings unausgewogen gelost, doch oha: Franzi holte sich mit einem grandiosen Auftritt den Rundensieg. B nachher: ‘Wenn ich eine bessere Slampoetin nennen sollte, ich wüsste keine.’

    Die zweite Runde also Zitterpartie für Versplay (so unser Name): Tobi Heyel, Jaromir Konecny, Nadja Schlüter, Versplay und Gabriel Vetter, in genannter Reihenfolge. Wir mit Wikipedia, Gabriel mit seinem Baumtext, und das Publikum kochte. Als auch das Applausstechen kein echtes Ergebnis gab, kam es zu einer wunderbaren Szene: Wo in solchen Momenten vielleicht mal einer “Beide, beide!” schreit, rief beinahe das halbe Publikum “Beide, beide!”, und das in einer Stimmlage, der man durchaus Aggressionen gegen das nur-einer-kommt-weiter-System aninterpretieren könnte. Ein Zeichen, dass man im Substanz endlich Viererfinals einrichten sollte?

    Finalabstimmung

    Finalabstimmung

    Finale also Gabriel Vetter, Franziska Holzheimer und Versplay. Der Abstimmungsapplaus: Gleichlaut. Die von Ko und Rayl proklamierten Sieger: Versplay! (Warum? Unser Abgangsapplaus war wohl am lautesten.)

    Die Feuerprobe hat Versplay bestanden. Am nächsten Montag folgt ein neues Kapitel: Die erste Teamshow, im Lyrik-Kabinett. Teamtexte und Einzelperformances in Rotation, auf dass den Leuten schwindlig werde!

  • Heiner, 04 Mrz 2009 /  Publicity

    Letztens war Marlene Halser bei mir im Workshop, die ich bei einer Sendungsproduktion in der Deutschen Journalistenschule kennengelernt hatte. Heraus kam ein Artikel für jetzt.de, hier nachzulesen. Ob ich da vielleicht etwas zu viel aus dem Nähkästchen geplaudert habe, darüber werde ich jetzt mal kein Urteil fällen…