• Heiner, 29 Jan 2008 /  Multimedia, München

    Oder eher Pods 10, um genau zu sein: Anna Kistners Poetry Podcast Nummer 10. Mit BR-Technik aufgerüstet ist diesmal “Scheitern” das Thema. Witzig: Philipp Noss mit seiner Geschichte “Unfickbar”. Auch stark: Peter Janicki mit einer Imke-Geschichte. Tragisch: Andreas Anetzberger mit seinem Heldentext in zwei Versuchen. Anhören, abonnieren und hoffen, dass er ab jetzt wieder öfter erscheint!

    Und kleiner Nachtrag noch zu meinem Auftritt beim WDR Poetry Slam: Ich habe tatsächlich einen kleinen Anstieg der Besucherzahl registriert. Aber nur recht marginal, und ich weiß auch nicht, zu welcher Uhrzeit genau. Allerdings scheint mein Auftreten viele Zuschauer verwirrt zu haben. “Anonym, 26 J” schreibt: “um gottes Willen…..nervt das……undendlich!” Scheint ein Masochist zu sein, wenn er sich “und endlich” mal etwas Nerviges ansieht… Ich bin mir trotzdem, nicht mehr kalauernd, ein wenig unsicher, ob der “Mal”-Text die richtige Wahl fürs Fernsehen war. Vor allem, wenn man auf den Seiten der anderen Teilnehmer Kommentare liest wie “Einfach nur genial… kann man nicht besser formulieren.” oder “Das ist ein echt super Beitrag… Viel Humor und Wahrheit auf den Punkt gebracht…”

    Hätte vielleicht doch eher etwas Massenkompatibleres, weniger dadaistisch Avantgardistisches machen sollen. Wenn ihr mich ein wenig aufmuntern wollt, votet doch einfach mal hier (in der rechten Spalte) für mich, dass ich wenigstens nicht die wenigsten Stimmen habe. Ansonsten sehe ich schwarz für eine Teilnahme bei der dritten Staffel. Obwohl, vielleicht so auch schon. Weiß da jemand schon mehr bestätigte Teilnehmer als die Sieger der 2. Staffel? Infos gerne als Kommentar.

  • Heiner, 27 Jan 2008 /  Multimedia, Publicity

    Wenn schon die Auftrittsfrequenz des harmonischem Lange.Slam.Oszillators durch Klausuren bedingt dispergiert, muss ich ja den Blog trotzdem irgendwie füllen, sonst laufen mir noch die Abonnenten weg. “Zwei Tage keinen neuen Eintrag – der Blog kommt raus aus dem RSS-Feed!” – ich hoffe doch mal nicht. Darum als kleines “Hallo, still alive aber halt nicht auf Bühne live!” der Hinweis, dass heute Abend um 23.45 Uhr die Folge Nummer 13 des WDR Poetry Slams läuft, in der ich auch teilgenommen habe. Ein knappes Drittel meines Warhol-schen 15-Minuten-Ruhms ist also schonmal verbraucht.

    Ich habe allerdings die Vermutung, dass meine Absicht, mit dem dichterlange.de T-Shirt aufzutreten, ziemlich in die Hose gegangen ist. Zuerst einen vollkommen unspontanigen Spruch im Interview gebracht, und dann die ganze Zeit die Kamera nur aufs Gesicht gerichtet. Der eigentlich erwartete Besucheransturm heute Nacht wird also ausbleiben.

    Trotzdem: Solltest du, der du das gerade liest, über den WDR hierher gekommen sein: Hallo, grüß dich und danke für den Klick!

  • Heiner, 26 Jan 2008 /  Bilder, Lange Denkt, München

    Nachdem Lange ja den letzten Schülerslam Ende November wegen eines Auftritts in Landshut verpasst hatte, war er gestern mehr als nur in der Pflicht, sich anzusehen, wie sich seine Workshopperinnen bzw. Schützlinginnen aus der Lyrik-Abteilung gegen die Storyteller und Rapper schlagen. Das generische Femininum an dieser Stelle ist übrigens durchaus angebracht – sind es bisher schließlich doch nur Mädchen, die sich unter Langes Leitung an die Königsklasse der gesprochenen Literatur (übertreibt Lange, ist er parteiisch? niemals!), der Performance-Poesie, heranwagen. Sowohl in den Münchener, als auch in den Augsburger Workshops. Das gängige Abstempelungs-Vorurteil, Gedichte seien etwas, was Mädchen in ihr Tagebuch schreiben, scheint vermutlich doch so manchen männlichen Aspiranten abzuschrecken…

    Aus Langes Workshop trauten sich diesmal Ana Ryue, Eva Christ, und das Team aus Carolin Seeliger und Fatimah Spiecker auf die Bühne – bis auf Ana allesamt Bühnenneulinge. Sie schlugen sich gut in den Mittelbereich des Punkterangs, bewertet von einer Jury, die einigen Wert auf Performance legte. Sollte nun jemand innerlich rufen “Aber Lange, das ist doch perfekt, du als alte Rampensau hast deine Schülerinnen doch bestimmt auf Performance getrimmt wie auf nichts Anderes!”, so irrt er. Für den Anfang lag der Schwerpunkt in Langes Workshops mehr auf gutem Schreiben denn auf gefeiltem Vortrag. Das kommt aber noch. Den Sieg holte sich folglich die als letzte auftretende und souverän performande Franziska Holzheimer, die ab Februar auch nicht mehr U20 sein wird. Am 29.02.08 ist der nächste Schülerslam, Lange ist gespannt, was sich bis dahin entwickelt.

    Bildergalerie Schülerslam in der Schauburg am 25.01.08

  • Heiner, 25 Jan 2008 /  Kiezmeisterschaft, Lange Denkt, München

    Primo

    Bei der Moderation der letzten Kiezmeisterschaft hat Lange nach einem Text von Hannes Ringlstetter, in dem Altkanzler Schmidt vorkam, einen Bogen zum Rauchverbot geschlagen, und scherzweise gefragt, wer Helmut Schmidt aus dem Stragula werfen würde, wenn er sich gemütlich paffend die Kiezmeisterschaft ansähe. Die Kiezmeisterschaft hat dafür zwar nicht gereicht, aber immerhin ein Hamburger Theater.

    Secundo

    Fiva hat in ihrem Blog beim BR ein Podcast veröffentlicht, in dem sie Mieze Medusa und Markus Köhle gefeatured hat, die ja letzte Woche auf Bayern-Visite waren. Kann man sich hier runterladen, ist witzig geworden, lohnt sich.

    Zuletzt

    Heute Abend ist Schülerslam in der Schauburg in München. Aus Langes Lyrik-Workshop werden drei Mädels auftreten, die bisher noch nie auf der Bühne gestanden sind. Lange ist gespannt wie ein Armbrustschnitzel!

  • Heiner, 22 Jan 2008 /  Multimedia, München

    Le Nachmittag

    Kennt ihr sie nicht auch, diese verblödeten Nachmittage, wo man (in meinem Fall mangels Fernseher) sich vor Lernen, Putzen und Silberfischchenjagen drückt? Anstatt dessen dieselben Blogs immer wieder liest, und wenn zufällig ein Link auf Youtube oder Konsorten dabei ist, sich von wildem Assoziativgeklicke leiten lässt? Heute wird für dich, Leser, ein solchen Tag sein, au ja!

    Le WDR

    Denn der WDR hat die Clips der WDR Poetry Slam Folge online gestellt, bei der auch ich dabei bin. Hier. Ich hatte das heute schon in der Uni bemerkt, konnte es dort aber wegen des dortigen Kacklinuxes, sofern das Wort “Linux” deklinierbar ist, nicht ansehen. Aber nun hab ichs gesehen und muss sagen: Der Schnitt ist gut gelungen. Ich hätte mir ja eigentlich wilde Farb- und Schnittorgien erwünscht, aber ich glaube, dass die Nahaufnahmen mit verrücktem Augenrollen (hatte ich selbst bisher nie bemerkt, wie auch) doch recht gut als Kompensation für wilde Schnittereien durchgehen. Sehr witzig auch die Publikumsshots… die ziemlich verwirrt wirken… was macht der langhaarige (?) Kerl auf da der Bühne eigentlich… zudem muss ich sagen, dass ich den Text noch nie so gehetzt vorgetragen habe. Ich dachte immer, der wäre viel kürzer.

    Le Fischer

    Wenn man dann damit durch ist, sich durch das Anschauen der Clips der aktuellen Folge das sonntag-nächtlichte (27.01. um 23:45 Uhr) Fernsehfläzen zu ersparen, sollte man auf jeden Fall noch auf unser aller Lieblingsleipziger Julius Fischers MySpace-Seite schauen. Das unterste Video (Teil 1 und 2, musste für Youtube zerschnitten werden) hat er mit seiner Crew für einen Wettbewerb gedreht, bei dem man innerhalb von 48 Stunden einen Kurzfilm zum Thema “Making-Of” drehen musste. Ich meine: Das Ergebnis, “The Making Of ‘The Waking OFF’” (mit dem sie übrigens gewonnen haben), lässt es absolut nicht erahnen, dass hier nur zwei Tage für Idee und Ausführung zur Verfügung standen. Anschauen, aber zackig!

  • Heiner, 20 Jan 2008 /  Kiezmeisterschaft, München

    Lange: Speicherkarte der Kamera im Kartenleser vergessen. Doof. Und: Aufnahmeausgang des Mischpultes belegt, kein Mitschnitt. Auch doof.

    Stragula ist so voll wie nie, zusammen mit den Poeten etwa 100 Leute. Lange moderiert, weil das Rotationsprinzip herrscht, zusammen mit dem knuffigen Felix Bonke. Macht Spaß. Dichterliste ist voll wie Sau, wieder 13 Poeten. Das freut. Frank Klötgen hat Pech, weil er als erster gezogen wird und auf dem vierten Platz knapp den Finaleinzug verpasst. Ohne die Streichnoten wäre er Zweiter. Im Finale stehen Kiezveteran Grög, Kiezwiedereinsteiger Christan Schulte-Loh und die Überraschungsgästin aus Göttingen, Dorothee Horsch. Letztere weiß dann auch mit einem sehr gefühlvollen Text das Publikum auf ihre Seite zu ziehen, gegen Grög, dessen Kalkül eines absichtlich schlechten Textes nicht aufgeht (sofern das Kalkül war), und gegen Schulte-Loh, der die alte Kiezregel “nur ein Text” arg strapaziert und seine witzigen Fragmente immer mit “uuund” verbindet. Beim ein oder anderen treten beim Siegerinnentext spontane Assoziationen zu Pauline Füg auf – was vielleicht sogar eine realistische Grundlage hat, zumal Pauline ja durchaus Verbindung zu Göttingen hat.

    Kiezmeisterschaft, so kann das weitergehen!

  • Heiner, 19 Jan 2008 /  Reiseberichte

    Privater ALEX statt Deutsche Bahn. Viehtransporter oder Komfortgewinn? Volle Alte Mälzerei, tolle Alte Mälzerei. Bumillos einjähriges Bühnenjubiläum wird zu Doppelsieg mit Frank Klötgen. Schlagzeugüben um halb 9 Uhr morgens neben Schlafraum. Gitarren und Bass auch. Frische Luft draußen ist schon ein wenig abgestanden. Buchhandlung Dombrowski statt Dombuchhandlung. Schweißperlenproduktion von Bumillo um ALEX doch noch zu kriegen. ALEX hat Verspätung, so ein Kasperl. Regensburger Poetry Slam.

  • Heiner, 18 Jan 2008 /  Lange Denkt, München

    Gestern Auftritt in der Villa Stuck in München gehabt. War im Rahmen der Ausstellung zum Kabarett Fledermaus. Hat Spaß gemacht, endlich mal wieder mit meinen Lieblingsösterreichern (Markus Köhle und Mieze Medusa sowie Severin Gröbner) und Frank Klötgen auf der Bühne zu stehen, ich hatte sie ja schon lange nicht mehr gesehen. Eine Slam-Poetry-Revue war es, und das im edelsten Ambiente, in dem ich bisher aufgetreten bin. Die Befürchtung, dass das Publikum altmünchnerisch und versnobbt sein könnte, hat sich glücklicherweise kein bisschen erfüllt, die Stimmung war sehr entspannt und ausgelassen. Könnte ruhig öfter sein, so etwas.

    Dann habe ich mich spontan entschlossen, doch noch heute Abend in Regensburg die Bühne zu stürmen, auch wenn ich dort schon die letzten beiden Male dabei war. Die Bühnensucht, die alte Sau, hat gerade voll zugeschlagen. Diesmal wird auch niemand wegen mir auf dem Gang schlafen müssen, hoffe ich. Nein, das werde ich zu vermeiden wissen.
    Wenn man das mal fazitiert, könnte das meinerseits zur intensivsten Poetry-Woche aller Zeiten werden. Sonntag Fürth featured gewesen, Montag Workshop gegeben und Toby Hoffmann gesehen, Mittwoch Landshut moderiert, Donnerstag Villa Stuck aufgetreten, Freitag Regensburg, Samstag Kiezmeisterschaft und Sonntag werde ich mich vermutlich zur den Schwabinger Schaumschlägern ins Vereinsheim fläzen. Danach: Zwei ganze Wochen Auftrittspause. Das wird richtig hart.

  • Heiner, 17 Jan 2008 /  Landshut

    Ein sehr angenehmer Slam war das gestern in Landshut. Scharri musste leider absagen, darum waren diesmal wieder nur zwei importierte Slammer dabei: Henning Pulß, der zusammen mit mir studiert und sich im Substanz bereits recht gut geschlagen hatte, und Münchens favorite fabulous Versdrechsler Grög.

    Aus Landshut selbst hatten sich diesmal auch wieder ganze 5 Poeten eingetragen, mit 7 Leuten auf der Bühne konnten wir zwar keine zwei Runden machen, aber immerhin ein Dreierfinale aus: Grög, der sich mit dem Zappel-Kevin die meisten Punkte geholt hatte, Sebastian Schönfeld, der eine wunderbare politische Satire in der Vorrunde gebracht hatte (und sich von Stefan Abermann im Dezember performancetechnisch so Einiges abgeschaut hatte) sowie der sehr intensiv performende Frischling Sebastian Stopfer. Den Sieg holte sich letztendlich Grög, nicht allzu knapp, doch die beiden Landshuter bekamen ebenfalls sehr lauten Applaus, was sie hoffentlich motiviert, wieder dabei zu sein.

    Voll wars auch, an die 50 Leute im Publikum, das Foyer anständig gefüllt. Letztendlich also garnichts zu bemängeln, so kann das gerne weitergehen. Sehr schicker, ausgewogener Abend, die Presse war auch da (mal gespannt, was sie schreiben, wird zitiert werden), im Februar kommt Bumillo wieder und Christian Ritter gibt sich ebenfalls die Ehre, sowie vermutlich auch Felix Brenner.

    Bildergalerie Slam in Landshut am 16.01.08

  • Heiner, 15 Jan 2008 /  München

    Gestern war ich zum ersten Mal im Cafe Gap in München bei Speak&Spin, einer Lesereihe mit gesprochener Poesie. Kein Slam, keine Lesebühne, sondern eine Lesereihe. Grund: Toby Hoffmann las, und den wollte ich schon immer mal live sehen, weil ich mir seine CD “Moralverkehr” (zusammen mit Etta Streicher aufgenommen, im Sprechstation-Verlag) gekauft, gehört und gemocht hatte.

    Sollte sich jemand fragen, warum das Cafe Gap den Namen “Gap” trägt (Welch schwache Einleitung! Wer wundert sich den bitteschön über Kneipennamen?): Der Laden bzw. Schuppen, der tatsächlich Schuppencharakter hat, steht tatsächlich hineingeklemmt in einer Häuserlücke. In der Goethestraße, Münchens Kleinanatolien, wo sich Döner- an Gemüse- an Telefonierläden reihen und keine Scheu vor Klischeeerfüllung zeigen. Folglich fällt das Cafe Gap im Gegensatz zu anderem poetischen Etablissement wie dem Stragula und dem Vereinsheim ziemlich aus seiner Umwelt heraus.

    Toby Hofffmann las, ich hatte Spaß daran. Wer den Mann kennt, weiß, dass er richtig gut ist, wer ihn kennen lernen will: Er hat einige empfehlenswerte CDs und Bücher. Zusätzlich war aber eben noch Inter Ference aus Großbritannien da, der am Freitag in Augsburg und am Abend zuvor beim Substanz-Slam gewesen war. Abgefahrene Wurst, holla die Waldfee! Spätestens zu diesem Zeitpunkt bereute ich, keine Kamera dabei gehabt zu haben, wobei selbst ein Foto nicht das dokumentieren hätte können, was da abging. Inter Ference bewegte sich beinahe exakt so wie Johnny Depp in “Fear an Loathing in Las Vegas” (Kultfilm!). Wo Johnny Depp einen Mann spielt, der sich auf LSD, Äther und anderen bewusstseinserweiternden Substanzen gummiartig durchs blinkende Las Vegas bewegt, konnte Inter Ference das offensichtlich auch ohne Drogen durchs weniger blinkende Cafe Gap. Abgefahren… Albrecht Rau aus Augsburg war übrigens auch zum Zusehen gekommen.

    Sollte in nächster Zeit bei Speak&Spin wieder jemand auftauchen, dessen Name mir geläufig ist, werde ich der Sache wohl wieder einen Besuch abstatten. Allerdings gibts es ja Montags im Vereinsheim auch was Tolles, nämlich die offene Bühne “Blickpunkt Spot” von Hannes Ringlstetter. Dazu demnächst mehr.