Alle Landshuter Leser des Lange.Slam.Blogs sind moralisch verpflichtet, am Freitag hier anzutanzen! Wer nicht kommt, der kriegt geschallert!

Alle Landshuter Leser des Lange.Slam.Blogs sind moralisch verpflichtet, am Freitag hier anzutanzen! Wer nicht kommt, der kriegt geschallert!

Poetry-Homie Björn Dunne hat Lange seine Fotos vom letzten Mittwoch in Landshut geschickt. Deep, yo!
Bildergalerie Slam im kleinen theater Landshut
Anmerkung von Lange: Diese Fotoperspektive… dieses Format… Lange, besorg dir auch mal ne anständige Kamera!
- Lange ist zurück in Ithaka, Internet, Leben! Die lange Geschichte dazu (der dramatisch-spannende Teil ist unten am 26.11., wer sich bis dahin durchkämpft, kann entnervt nachfühlen):
Mitte August:
Lange beschließt, Mitte September nach München zu ziehen, Wohnung ist fix. Kurze Überlegung: “Telefonanschluss in weiser Vorraussicht bereits jetzt beantragen, weil das doch so lange dauert? Lieber nicht – nicht, dass die doch dann schneller sind und nicht in die Wohnung zum freischalten können, mangels Bewohner (Lange).” Das war ein Fehler.
Mitte September:
Lange hat nach ein wenig herumschauen “Tele2-Komplett” als günstigsten Anschluss ausgemacht. Bestellt ihn per Internet, bekommt Bestätigungsmail: “Wir schicken ihnen in den nächsten Tagen ihre Vertragsunterlagen.” Lange ist so dumm und glaubt das auch noch.
Mitte Oktober:
Nach mehreren Anrufen bei der Tele2-Hotline “Haben Sie schon eine Kundennummer?” – “Haha? Wie denn? Ich rufe doch an, damit ich endlich Eine bekomme!” bekommt Lange mit einem Monat Verspätung endlich den Vertrag von Tele2. Unterschreibt, versieht ihn mit dem Hinweis “Ich erwarte beschleunigte Abwicklung, habe schon lange genug gewartet!” und verschickt ihn.
Ende Oktober:
Nach zwei Wochen ohne Rückmeldung ruft Lange bei der Tele2-Hotline an, wann denn endlich freigeschaltet würde. Antwort: “Sie bekommen in den nächsten Tagen einen Brief mit dem Aufschaltungsdatum.” Lange: “Nein, ich will den Termin jetzt wissen. Kann ja wohl nicht wahr sein, nach einem Monat Verspätung. <verzweifelt> Wen könnte ich denn bei Ihnen [Tele2] bestechen, damit das endlich klappt?” Hotline: “Kann ich Ihnen leider nicht sagen, weiß ich nicht. Wir behandeln alle Kunden gleich.” Lange denkt “…gleich schlecht?”
Anfang November:
Der Brief kommt. “Herr Lange, ihr Anschluss wird am 12.11. zwischen 8:00 – 12:00 Uhr von der T-Com auf unser Tele2-Netz aufgeschaltet, seien sie also da zu Hause.” Lange denkt: “Ist sehr lange hin bis dann. Aber ich muss ja da sein.”
An dieser Stelle enden die eineinhalb Monate Verzögerung, die Tele2 selbst verursacht hat.
12. November:
8:00 Uhr: Langes Wecker klingelt. Lange steht auf und schaut aus dem Fenster. Keine T-Com. Lange verbringt den Vormittag mit Nicht-Duschen (der T-Com-Techniker könnte ja klingeln), lernen und jede Viertelstunde aus dem Fenster sehen. T-Com? Fehlanzeige. Um 14 Uhr hört er auf, zu hoffen. Um 18 Uhr ruft Tele2-Techniker an: “Herr Lange, wir konnten Ihren Anschluss nicht entstören – hat die T-Com das nicht hinbekommen?” Lange: “Welche T-Com? Die waren ja garnicht da!” Tele2-Techniker nach kurzer Pause: “Hm, ich habe hier stehen, die T-Com sei um 11:15 Uhr bei Ihnen gewesen und habe niemanden angetroffen.” Lange: “Haha, schlechter Witz.” Tele2-Techniker: “Na, dann müssen wir einen neuen Termin machen.” Lange: “Können Sie mir die Nummer der T-Com geben, damit ich die schmieren kann?” Kann er nicht…
13. November:
Tele2-Frau ruft an: “Herr Lange, sollen wir die T-Com am 19.11. wieder zu ihnen schicken?” Lange: “Dieses dreckige T-Com-Lügnerpack. Ja, zefix!” Tele2-Frau: “Wir können doch auch nix für die T-Com…”
14. November:
Tele2-Frau ruft wieder an: “Die T-Com hat erst am 26.11. wieder Zeit. Geht das?” Lange: “MUSS JA, ZEFIX!!! Aber sagen Sie: Wen muss ich schmieren, damit das dann auch klappt?” Tele2-Frau: “Weiß ich leider nicht.”
26. November:
8:00 Uhr: Langes Wecker klingelt. Lange steht auf und schaut aus dem Fenster. Noch keine T-Com. Lange verbringt den Vormittag mit Nicht-Duschen und zudem nicht auf den Lokus gehen (der T-Com-Techniker könnte ja klingeln), lernen und jede Viertelstunde aus dem Fenster sehen. 11:45 Uhr klingelt es. Lange drückt den Summer, doch niemand steigt ins Treppenhaus. Panik! Könnte der T-Com-Techniker den Summer überhört haben? Lange stürmt das Treppenhaus runter und rennt beinahe den T-Com-Techniker über den Haufen. Techniker: “Ho, ho, langsam, bin ja da.” Lange: “Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben…”
Techniker macht in Wohnung die Telefondose auf und steckt Testgerät an, geht ins Treppenhaus: “Die Verteilerdose hier ist zugegipst, darf ich nicht aufmachen, ist wohl in den Keller verlegt worden.” Der Keller. Verdammt. Lange hat keinen Schlüssel. Der Metzger im Erdgeschoss hat keinen. Der selbsternannte Hausmeister aus dem 5. Stock (ohne Aufzug) ist nicht da. Der Vermieter macht nicht auf. PANIK! Techniker: “Dann muss ich gehen, nächstes Mal bitte mit Kellerschlüssel. Machen Sie über Ihren Telefonanbieter einen neuen Termin aus.” Lange: “Nein… nein… ich nehm den Hammer und schlage die Dose auf!” Techniker: “Können wir nicht machen, da bekomme ich Ärger.” Geht. Fuck!
Lange gibt sich nicht geschlagen und klopft nochmals bei Vermieter – Tür öffnet sich, Vermieter im Morgenmantel. “‘allo ‘err Lange, was isse los?” – “Brauche Kellerschlüssel, Telefonverteiler, schnell!!!” – “Guten Morgen zuerst doch, ‘err Lange. Ich gebe Schlüssel, Moment.” Vermieter fummelt Kellerschlüssel vom Bund, gibt ihn Lange: “Aber bringe’ Sie gleich wieder, ja?” Lange aus dem Haus stürmend “jaaa….”
Vor dem Haus. Schneematsch. Lange steht mit Jogginghose, Birkenstocks mit Socken und panisch gehetztem Blick auf der Straße. Wo ist der T-Com Techniker? Frage an Frau: “Sie da, haben sie gerade jemanden mit blauer Trainingsjacke und Werkzeugkoffer aus dem Haus gehen sehen?” – “Nein, leider nicht.” Panik. Rundumblick. Nichts. Sprint in Querstraße 1. Nichts. Sprint in Querstraße 2. Nichts. Doch da, links: Der Techniker kommt aus der Müllerbäckerei mit einer Brezentüte in der Hand. Lange: “Ich habe den Schlüssel!!!” Techniker: “Na, nochmal Glück gehabt.”
Zurück im Haus, im Keller. Techniker sieht keine Verteilerdose. Erkenntnis: Die Verteilerdose ist doch im Treppenhaus, aber eben zugegipst. Was hätte Lange für diese Erkenntnis 10 Minuten früher gegeben… fuck. Techniker und Lange stehen im Treppenhaus vor der Verteilerdose. Techniker: “Ich darf die nicht einfach aufbrechen, auch nicht in Ihrem Auftrag, da bekomme ich Ärger.” Lange: “Moment, ich frage den Vermieter (=Hausbesitzer)”. Vermieter öffnet nicht. Lange geht zurück zu Techniker, lügt: “Hausbesitzer hat sein OK gegeben, ich darf den vergipsten Deckel raushebeln.” Techniker: “Eigentlich brauche ich das schriftlich, aber na gut.”
Dann geht alles sehr schnell. Deckel auf, Kabeltausch, Techniker (der war sogar richtig nett) geht. Nach drei Stunden schaltet Tele2 frei, Lange hat Internet. Endlich, nach zweieinhalb Monaten Wartezeit!
Die Lüge hat alles gerettet. Der Vermieter hat Langes Aufbruch der vergipsten Verteilerdose im Nachhinein akzeptiert, zum Glück. Obwohl eventueller Ärger Lange dann auch schon nichts mehr ausgemacht hätte. Internet…
Rechfertigung:
Manchmal muss man wirklich lügen, damit man an sein Ziel kommt. Nochmals 2 Wochen warten, um dann beim Freischaltungstermin die schriftliche “Erlaubnis zur Aufhebelung einer vergipsten Verteilerdose” in den Händen zu halten? Niemals!
Was das mit dem Lange.Slam.Blog zu tun hat. VIELES! Das war jetzt zwar gewissermaßen ein Lange.Slam.METABlog, aber nach zwei Monaten endlich wieder ein Eintrag von zu Hause. Nun kommen auch öfter wieder mal Bilder, hoffentlich.
Der WDR
Sodala. Gestern Abend bei fremden Leuten ferngesehen (die eigene Glotze wurde abgeschafft) und den werten Herrn Etrit Hasler in einer Wiederholung seiner WDR-Slam-Folge gesehen. Das schon wieder vergessen habend, gerade mal wieder in Anbetracht der anstehenden Klausur viel zu entspannter Samstagmorgenlaune auf die Homepage des WDR-Poetryslams geschaut, und siehe da: Es tut sich was (1) (2) (3)! Der Ausstrahlungstermin von Langes Folge ist also der 27.01.08 um 23:45 Uhr im lieben WDR. Kalender nehmen, rot anstreichen, Kalender anzünden, neuen Kalender kaufen, den Tag rot anstreichen, diesmal Kalender nicht anzünden. Warum überhaupt anzünden? Siehe hier, “Die Woche“. Den Schritt kann man auch auslassen. Aber ansehen sollte man sich die Folge schon, und die anderen Folgen auch! Lange ist gespannt wie ein Flitzebogen und wie ein Armbrustschnitzel, wie der Schnitt seines Textes aussehen wird.
Das Youtube
Wer sich noch an Langes letzten Substanz-Slam erinnert, der kann das “Duell” Lange-Schlüter nun auf Youtube nacherleben. Zuerst Lange mit Butter, Landminen, Afrika (sehr nett in diesem Zusammenhang das youtube-tag “streber”), dann die bezaubernde Nadja mit “Wenn sie wüssten…“. Erkenntnis: Lange sollte mehr Texte schreiben, mit denen sich Germanistikstudenten identifizieren können… zumindest fürs Substanz, hehe. Oder er sollte diese ganze blöde Taktiererei stecken lassen und beim nächsten Mal im Januar wie die letzten Male einen Text bringen, den er selbst mag, vielleicht klappts ja dann irgendwann mit Substanzfinale. Wenn man da in der “related-Videos”-Spalte von Youtube weiterschaut, wird man auch den goldigen Goldacher und den bombenstarken Bochumer finden können…
Mit Björn Dunne und Bumillo per Bahn nach Landshut gefahren und dunkle Pläne geschmiedet. Zürich, nimm dich in acht… Zudem hat Björn festgestellt: “Die Bahn… die lügen doch immer!” Aber was ein merkwürdig Ding: Wir kamen sogar pünktlich in Landshut an. Wowie.
Im kleinen theater war, wie im Oktober, wieder volles Haus – was man von der offenen Liste leider wieder nicht behaupten konnte: Ganze zwei Landshuter (Sebastian Schönfeld und Frank Feuerlein) hatten sich eingetragen, und Letzterer kam so spät, dass wir ihn nicht mehr ins Line-Up bringen konnten, weil sonst der Modus kaputt gegangen wäre. So mussten wir also wieder nur “halbes Programm” mit 5er Vorrunder machen, schade. Irgendwie läge für Samuel und mich als MCs natürlich der Schluss nahe, “Wenn ihr, liebes Publikum, euch nicht auf die Bühne traut, dann gibts halt wenig Programm!” zu sagen, aber das ist irgendwie unmoralisch. Aber gut, es war jetzt der zweite Slam unter unserer Leitung, da kann sich noch Einiges entwickeln. Spätestens wenn das Publikum wegen geringer Dichterlistenbesetzung ausbleibt, sollten wir uns aber ernsthaft Gedanken machen…
Wegen fast-Punktgleichstand auf Platz 2 kamen dann drei statt zwei Dichtern ins Finale: Bumillo, Ernst Froh und Michael Jakob – alle von außerhalb. Björn Dunne verpasste mit seinem starken “Kofferpacken”-Texte den Finaleinzug nur knapp. Und wer hat gewonnen? Frankendon Michael Jakob, Gratulation an dieser Stelle! Ein wiederum sehr kurzer Slam war es (um 21:45 zu Ende, wo gibts das sonst in der Slamwelt?), aber das Publikum zeigte sich hochbeglückt, wir wurden sogar mehrfach von Leuten angesprochen, die ganz bestimmt wiederkommen wollen. Vielleicht auch mal mit Text…
Nächstes Mal beim Landshuter Slam, schon sicher: Marta D. Bednarczyk auf Nürnberg und Stefan Abermann aus Innsbruck.
Auf der Rückfahrt war die Stimmung auf böttchereske Art und Weise deep yo. “Die Bahn – die lügen immer!”. Deep, yo. Was reimt sich auf Landshut? Ganz gut… und den Reim, den wir fanden, den darf der geneigte Leser nun erraten…
Schweinerei. Die Fremdanbieter mobbende T-Com (“11:15 Uhr waren wir zur Aufschaltung da, Herr Lange, aber haben niemanden angetroffen” – Lügnerpack!) kommt nicht heute zum Nacholtermin, sondern nächste Woche. Der nette Nachbar mit dem offenen WLAN hat seine Konfiguration nicht im Griff, so dass Lange diese Woche wieder nur Uni-Internet hat. Ätzend. Nebenbei streikt der Laptop mit Windows, eine Knoppix-Installation ist gerade am Laufen…
Kiez
Die Kiezmeisterschaft am Samstag war ein hartes Brot. Ivo und David hatten sich angesagt, kamen aber nicht, und meldeten sich auch nicht. Schade. Gleicher Fall bei Grög, der hat sich aber gestern im Vereinsheim entschuldigt, es sei also verziehen. Letztendlich wurden es dann doch 7 Poeten, von denen Verena Richter, Mani Eder und Björn Dunne ins Finale einzogen, Verena Richter gewann mit einigem Lautstärke-Abstand. Felix Bonke und ich mussten also diesmal nicht einspringen – es wäre auch dem Wettbewerb nicht zuträglich gewesen, wenn man bedenkt, dass wir von August bis Oktober die Siege eingefahren haben. Es bleibt also zu hoffen, dass das Finale der Nicht-Platzhirsche Eder, Dunne und Richter den ängstlichen Dichtern, die sich nicht auf die Liste trauen, Mut macht, und wir in Zukunft wieder volle Listen haben.
Schwabinger Schaumschläger
Vor zwei Wochen war Lange dort und sah sich den Auftritt von Bumillo, Lasse Samström und Nils Heinrich an. Das war ne spaßige Angelegenheit. Gestern war Lange dort und durfte selbst an die Reihe, mit Katja Röder und Grög als weitere Gastleser. Jaromir Konecny war leider nicht da, dafür die beiden anderen Stammleser Michi Sailer und Moses Wolff. Ersterer präsentierte vorab sein Buch “Schwabinger Krawall” mit vielen vielen Stories über die Schwabinger Hubsi, Jackie und Jaqueline…
Lange selbst präsentierte zwei neue Texte: “Backpacker”, ein Spoken-Word-Piece über besagte Individualtouristen, die alle dem Lonely-Planet-Reiseführer folgen. Kam gut an, auch weil er beim Vortrag sympathische Fehler einbaute… nein, auswendig ging das noch nicht. Der zweite neue Text “Themawechsel”, eine absolute Premiere, war Langes bisher explizitester Text. Wie oft darin “Schwanz”, “Muschi” und dergleichen vorkommen, müsste Lange zählen. Die Menge machts in diesem Fall… mal sehen, ob sich auf irgendeinem Slam mal eine gute Gelegenheit ergibt, den Text zu lesen.
Ausblick Landshut
Mittwoch Poetry Slam in Landshut. Dieses mal noch mehr als letztes Mal: Wird fett. Line-Up hier. Hoffentlich bleibt die GDL bis dahin friedlich.
Bahnstreik, einer von tausend persönlichen Streikberichten: Ok, der Satz ist von Nadja Schlüter geliehen – Lange gibt ihn beizeiten zurück. Fakt ist: Lange fährt bei Rayls Freundin Susann mit dem Auto mit und nicht Streikbahn. Björn Dunne nimmt den Zug und kommt verspätet. Ende des Streikberichts, wie spektakulär… hühü.
Dass Frank Klötgen nicht kommt, liegt, nebenbei erwähnt, nicht am Bahnstreik: Tokio Hotel veröffentlichen gerade ihre neue Scheibe, und wer weiß, was Klötgens Job ist, der weiß, warum er in Berlin bleiben muss… Universal, die Saubären…
Björn Dunne hat gleich mal derbes Lospech und muss beginnen. “Ein altes Spiel: Ich packe meinen Koffer.” – bestkonstruiertester (welch Superlativ!) Slamtext, den Lange seit Langem gehört hat. Hilft aber nichts. Andi Anetsberger aus Passau trifft mit seinem Kindergedicht den Kuschelnerv des Publikums und kommt ins Finale, nicht unverdient, aber schade für Björn. Anmerkung: Björn Dunne kommt am Mittwoch zum Landshuter Slam mit, da gibt es sowas wie Lospech dank des Abstimmungssystem tendenziell eher nicht. Hoffentlich.
Lange hat dann ebenfalls losmäßig die Arschkarte gezogen: Als Vorletzter kommt Christian Ritter an die Reihe, pimpt seinen 1A-Nostalgietext (Insider…) und das Publikum lacht sich kaputt. Wortwörtlich: Kaputt. Schlapp. Leer: Das Publikum lacht sich leer. Als Lange danach auf die Bühne muss und mal wieder “malt“, bekommt er, vom Bob Ross – Teil abgesehen, so wenig Resonanz wie noch nie. Auf der Bühne stehen = Arbeit. Die können nicht mehr. Die haben sich echt kaputtgelacht. Bei der Abstimmung dann die Bestätigung für diese Einschätzung: Ritters Applaus ist zwar lauter als Langes, trotzdem gibt es, noch VOR der Auswertung durch Ko und Rayl, “Beide!”-Rufe aus dem Publikum. Aber so richtig viele! Man spürt das kollektive schlechte Gewissen geradzu… Das System erfordert dann aber doch den alleinigen Finaleinzug des Ritters. War halt lauter. An dieser Stelle mal wieder ein kräftiges “Hah, Publikum, selbst schuld!”
Obwohl, allgemeine philosophische Frage: Darf man sowas überhaupt? Darf man der Masse vorwerfen, dass sie als dumme (endlich ein Durchstreichwitz, hurra! hoffentlich kann das niemand lesen…) Masse agiert? Lange glaubt: Nein. Auch wenn das jetzt leicht demagogisch klingt: Man darf auf einem Poetry Slam dem Publikum durchaus Tipps geben, wie es abstimmen muss, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, auch wenn der Abstimmungsmodus Applaus ist. Seien wir ehrlich: Sind demokratische Wahlsysteme (mit Stimmzetteln und so), die den wahren Willen des Individuums wieder auf die Masse abbilden, nicht eine der größten Kulturerrungenschaften der Menschheit? Obwohl… das würde dann ja direkt heißen, Poetry Slam mit Applausabstimmung befriedige archaische Instinkte… Wollnashorn- und Mammutjagd mit Lagerfeuerlyrik… spätestens an dieser Stelle sollte Lange seinen stream of consciousness abbrechen. Mal sehen, ob das Abstimmungssystem in Landshut am Mittwoch wieder gute Ergebnisse liefert.
(Falls es noch nicht aufgefallen ist: Lange ist ein Verfechter der Publikumsjury. Vielleicht auch, weil vermutlich die meisten seiner Slamsiege auf Jurywertung in der Vorrunde basieren… das müsste man nachsehen. Da könnte man direkt Statistik führen. Nicht nur bei Lange, man könnte für jeden Slammer ein Profil erstellen, das aussagt, ob er öfter Applaus- oder Jurysiege einfährt…) STOP THE STREAM, DU LABERBACKE!
Jaja… auf jeden Fall ist Ritter im Finale mit “Macht doch was ihr sollt” zynisch und nicht so ganz turbohumoristisch, was dem Publikum dann auch die Lachlaune ein wenig austreibt. Andi Anetsberger, der süße Superheld, gewinnt und freut sich wie ein Schnitzel, schöne Szene.
Nachts noch Slamily gelesen: Ken Yamamoto übernimmt den Slam in Mainz von RG. Da werden sich Einige freuen… ob es da wohl bald Lobesbekundungen in der Slamily gibt… wer traut sich?
Nachtrag: Ritter hat seine Nacherlebnisse in seinem Blog auch noch geschildert, der alte Sozialwissenschaftler…
Da der Claudio-Blog gerade unter Nichterreichbarkeit leidet: Langes Bericht ist der Erste. Und maßgeblich für die Berichterstattung auch noch, muahaha. Ach… nee. Oder doch? Sagen wir’s so: Das Review (Mord für dieses Wort!) wird kurz.
Wie schon erwähnt: Lange kennt bis auf Peh alle Poeten, und wie es sich so ergibt, kennt er sogar alle deren Texte, bis auf Pehs, Anna Kistners und Nadja Schlüters Werke. Zu Nadja später. In Vorrunde eins kommen Sebastian 23 und Bumillo weiter, der goldige Goldacher (klingeling in der Wortspielkasse, die zur Zeit sehr prall ist!) Renato muss wegen mangelnden Klatscheinsatzes des Publikums sitzen bleiben. Beim Herumlaufen schnappt Lange noch einige Kommentare auf, dass der doch eigentlich auch im Finale hätte sein sollen. Hah, Publikum, selbst schuld! Über Applauslautstärkebewertung durch die MCs beschweren gilt nicht, lauter klatschen lautet (klingeling in der Wortspielkasse!) die Devise!
Runde zwei, Langes Runde, macht Lange ein bisschen traurig. Die Taktik war ja, nach “Bahnfahr’n” im Oktober, einen Text mit höherem Comedyanteil zu wählen, aber noch keinen Comedytext. Darum also Butter, Landminen und Afrika: Zynisch, aber mit lustigen Momenten, ein Text, den sich Lange mittlerweile gemerkt hat und auswendig kann – kommt stark an. Aber am Schluss eben Nadja. Gemein. Tritt auf die Bühne, sagt “Ich studiere auch, zwar nicht Physik, muss mir aber trotzdem Einiges merken.” Und bringt einen hinreißenden Text darüber, was sie sich merken muss, trifft den Nerv des lerngeplagten Studentenpublikums, sammelt dessen Herzen im Dutzenddutzendpack, und haut Lange, der zuvor noch seine tolle Merkfähigkeit zur Schau gestellt hat, weg vom Fenster. Tragisch… da kann Lange noch nichtmal heulen, schon wieder gegen Comedy abgestunken zu haben, Nadjas Text war einfach perfekt an dieser Stelle. Lustig ja, pure Comedy nein.
Zumindest erspart Lange es sich, im Finale schon wieder (wie beim WDR) gegen Sebastian 23 mit “Geh” (unschlagbarer Text? irgendwie schon.) zu verlieren. Immerhin? Hm… Glückwunsch an Sebastian, auf jeden Fall!
Fazit: Hochqualitativster Slam seit Berlinfinale! Beim nächsten Mal (Januar) dann pure Comedy langeseits, das sei hier schon proklamiert. Wer mit Lange darum wetten will, dass das funktioniert, oder dagegen, sei herzlich herausgefordet. Gültiger Wetteinsatz: Kasten Augustiner Helles. First come, first bet. Danach nur noch um Einzelflaschen. Wer die Wette öffentlich macht, macht sie ungültig!
Gerade dank seltenem Internet mal wieder google-Onanie und youtube-Onanie veranstaltet. Und was Neues gefunden, juhu!
Fazit: Wenn Lange sich nicht selbst kennen würde, würde er denken: Was für ein Gefuchtel! Alter Schwede! Lange “slammt mit dem ganzen Körper” schreibt Scharri, und endlich meint Lange: Jo, stimmt echt.
Dieser Text, und das wird hiermit verraten, war auch Langes WDR-Text. Hoffentlich wird das so geil geschnitten wie Buchwitzens Freejazz! Obwohl… vielleicht wird der Schnitt in der kommenden Staffel ja auch subtiler… hoffentlich nicht!
Mehr Videos findet man im Profil von “Bergius73″ bei Youtube, auf dessen Profil sich Lange in ziemlich illustrer Gesellschaft einreiht.
Bad Aibling
Gestern in Bad Aibling gewesen und am Gymnasium dort Workshop gegeben. War witzig. Besonders der Junge aus meiner und Rayls Gruppe (die andere Hälfte wurde von Ko und Renato Kaiser übernommen), der das Publikum richtig schön laut “METAL!” rufen ließ. Doch dann kam die Mutter (im Text, jaja) und zog ihm den Stecker raus – “Nanu, wo ist mein Metal?”. Auf jeden Fall sehr erstaunlich, wie viel man aus motivierten Schülern innerhalb eines einzigen Tages herausholen kann. Nicht nur Metal-Performance, sondern auch gedanklich fundierte Stücke waren dabei. Das stimmt optimistisch – ab Montag gibt Lange ja Workshops in der Schauburg.
Nach den Schülerparts gaben dann Renato und Lange noch ihr Of-zum-Besten (padam-buff für den Kalauer, klingeling in der Wortspielkasse!). Mit Kamera und Beamer im Hintergrund. Fazit: Akustische Rückkopplung ist scheiße, optische Rückkopplung gehört gefördert!
Vorfreude
Sonntag wieder Substanzslam. LineUp: Kaiser, Schlüter, Füg, 23, Ivo und David, Bumillo, Peh etc (Flyer gerade nicht zur Hand). Bis auf Peh kennt Lange diesmal ausnahmslos alle. Er könnte jetzt natürlich sagen “Bah, immer die selben Gesichter” und vermutlich “Ach nöö, den Text kenn ich doch auch schon…” aber Lange hat sich entschieden, das nicht zu tun, sondern sich einfach zu freuen, dass die Szene doch so überschaubar ist. Slam in den Mainstream… ach… nö… lieber kuschlig bleiben. Ist doch Herbst, oder?