• Heiner, 29 Sep 2007 /  Bilder, München

    Hui, der dritte Blogeintrag heute. Ok, technisch gesehen der zweite. Sogar schneller als Ko, der sich gerade ins Wiesn-bepisste Westend durchkämpft. Und ich schreibe jetzt sogar als ich, weil ich ja nicht aufgetreten bin:

    Das AnderArt-Festival war gerade am Odeonsplatz, bzw ich war dort, weil Ko und Rayl einen Part eine Stunde mit Spoken Word gestaltet haben. Line-Up: Der großartige Ken Yamamoto, der großartige Gabriel Vetter und der großartige Bas Böttcher. Und was soll ich sagen: Das hat tatsächlich gut funktioniert. Ist ja immer so ne Schwierigkeit, Spoken Word auf Musik/Kunstfestivals “gegen” bzw. mit anderen Kunstformen antreten zu lassen, weil die Intensität von Musik nicht gegeben ist. Aber die drei Kollegen sind einfach so wahnsinnig gut und waren auch gerade so wahnsinnig gut, dass die Sache ziemlich rund war. Von Rayls Problemen mit seiner Hebebühne (nur 2 Meter statt 7…) mal abgesehen, hehe.

    Ken Yamamoto: Hat mich wie immer beeindruckt, zumal ich auch neue Sachen von ihm gehört habe. Werde ihn am Mittwoch in Berlin sehen bzw gegen ihn (mit Telhaim und Dalibor als Team) antreten. Gabriel Vetter: Hat die Leute erst mit einem Comedytext amüsiert und ihnen dann mit seiner Ausgangsituation (“Ein Kind stirbt”) volles Rohr literarisch in die Magengrube geboxt. War schon sehr merkwürdig, die Situation, zumal da ja viele Kinder rumgelaufen sind. Bas Böttcher: Endlich konnte ich ihn mal live sehen. Und was soll ich sagen: Seinen Ruf hat der Mann zu Recht. Von den Klangtechniken, die er in seinen “Stücken” (so hat er seine Texte angekündigt) benutzt, will ich mir wohl ein wenig abschauen… in Zukunft. Bumillo war auch sehr beeindruckt. Mit dem fahre ich zusammen am Montag nach Ansbach, das wird witzig. Und den SLAM 2007 werde ich so intensiv bebloggen, wie es Lust, Laune, Verplantheit, Zeit und Muße zulassen. Lange.SLAM2007.Blog, das wird lustig.

    Bildergalerie AndersArt-Festival Odeonsplatz 29.09.07

  • Heiner, 29 Sep 2007 /  Reiseberichte

    Aufwachen in Freiburg, Spaziergang und Frühstück. Lange hat zu dieser Zeit für Marmelade wenig übrig und degustiert ein Weißwurstfrühstück, mit Tee, hehe. Eigentlich sollte er das als Neumünchener ja auf der Wiesn machen, aber das wird nicht geschehen, nein nein nein! Dann: Sulaiman beginnt, auf einen dramatischen Sprachjingle mit einem ebenso dramatischen Gesichtausdruck zu reagieren. Wie ferngesteuert. Das führt so weit, dass er beim Waldspaziergang (Pilzesuchen und den Hund Steine apportieren lassen) Jackie Chans Neffe wird und mit einer beängstigenden Urgewalt auf morsches Holz tritt. Sebastian filmt mit Handy. Sobald Youtube das hat, gibts die Links!

    Vor Langes allererstem Grenzübertritt in das Land der Eidgenossen malt sich die Reisegruppe aus, wie hart kontrolliert werden wird: Ein verdächtig unverdächtiger 23, eine dreadbelockte Adrienne, ein unseriös langhaariger Lange und zu guter Letzt ein Kabuler mit großer Nase. Doch es bleibt beim Ausweise einsammeln und checken. Die ganze Reisegruppe verliebt sich spontan in den zweiten Grenzer mit haarsprayfixierter Föhnfrisur und elegant gewichstem Bart.

    Der Slam im X-TRA selbst: Dramatische Location, alles irgendwie eine Nummer zu groß. Oder vielleicht gerade angemessen für das dicke Line-Up? Tobi Kunze, Sam Hofacher, Renato Kaiser, Sulaiman Masomi, Lange, Marguerite Meyer, Sebastian 23 und Wehwalt. Höchstqualitativ! Kunze muss den Anfang machen und kommt nicht weiter, Renato hat keine Chance gegen Sülle, Lange scheitert mit Wurst an der schweizerisch neutralen Zurückhaltung (Participation Poem without Participation… nein, das mit der schweizerischen Zurückhaltung ist nur ein Verdacht, keine Angst, hehe) gegen die einzige (was ihr bestimmt Sympathien gebracht hat) Frau im Feld, Sebastian 23 übertrumpft Wehwalt sehr deutlich. Verhaspler in der Nittygritty-Reprise… nein, ganz fit war Wehwalt nach einem ziemlich extensiven Workshopmarathon die Tage zuvorwohlh nicht, der älteste Dichter im Feld.

    Im Finale macht Sulaiman sogar noch Sebastian 23 platt. Letzterer war im Halbfinale mit Bergspitzengymnastik schon angenehm experimentierfreudig, im Finale versucht er sich sogar noch in APP mit “Geh”. Doch das Publikum hat sich, wie am Tag zuvor, bereits unsterblich in Sulaiman verliebt, der nach seinem Sieg, von Seb bebeatboxt, noch freestylt (welch Stilblüten, junger Lange!).

    Der Tross trosst dann noch in den Schiffbau, wo Ko und Rayl die Schweizer U20-Meisterschaft moderieren. Lange sieht nicht mehr viel davon, aber was da so zu sehen ist, klingt doch sehr fein. Auch wenn Lange gerade nicht mehr weiß, wer gewonnen hat (nachzulesen in Kos Blog), die lauteste Stimme am Abend hat wieder ganz klar Dari Hunziker, die sich bereits beim Finale des SLAM 2006 in München neben Lange sitzend die Kehle aus dem Leib geschrien hatte.

    Was bleibt als kleines Tourfazit? Klassische Slamtexte haben an beiden Abenden das Rennen gemacht. Sollte das Lange pessimistisch stimmen? Sofern Pessimismus eine Spitzenperformance am Mittwoch verursacht: Ja! Lange ist ja durch die zwei “Nichtsiege” in Folge auch gaaanz tiiief geeeerdet…

    Jetzt gleich mal von der Uni (nur dort hat Lange Internet) zum Odeonsplatz schauen, was Ken, Gabriel und Bas da so treiben. Vielleicht wird der Blogeintrag ja sogar schneller als Kos… endlich mal wieder…

    Bildergalerie Zürich 28.09.08

  • Heiner, 29 Sep 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    14:10 Uhr: Lange steht am Münchener HBF und merkt, dass er seine Fahrkarte daheim liegen gelassen hat. Zug fährt um 14:24 Uhr. Rad wieder aufschließen, 2 km Todessprint durch die Stadt in 5 Minuten, Rad einsperren, 2 Stockwerke hochlaufen, aufsperren, Karte schnappen, zusperren, runtertrampeln, Todessprint zur U-Bahn-Haltestelle. U-Bahn fährt 14:22, kommt 14:24 am HBF an. Todessprint die Rolltreppen hoch, in der Bahnhalle versagen die Beine (nur Gehen möglich, ehrlich!), 14:27 fällt Lange in den ICE, der glücklicherweise verspätet um 14:28 Uhr losfährt (zum Glück nicht wegen Lange, das würde ja Schuldgefühle verursachen). *Keuchedikeuch, ÄchzediÄchz, ZitterdiZitter*
    Im Zug, nachdem Langes Körpertemperatur wieder auf Normalnivieau ist, stellt sich ein merkwürdig beglückendes schlaffes Gefühl ein. Ähnlich wie nach dem Sex. Ne Kippe wäre bestimmt gut, aber verboten. Lange begnügt sich mit aus dem Fenstersehen.

    In Stuttgart steigt Tobi Heyel dazu, dessen Slam am Tag zuvor leider ausgefallen ist, ergo auch Langes Auftritt dort. Better luck next time… In Freiburg angekommen schlendern die beiden auf verschlungenen Pfaden zum Atlantik. Dort bezwingt Lange eine extra große Portion Spaghetti. Nein, nicht extra groß, eher riesig, das würde auch für ne Kleinfamilie reichen. Das Auto mit 23 und Adrienne, Christian Barthel, Dorian Steinhoff und Sulaiman Masomi (nein. irgendjemand muss da mit der Bahn gefahren sein. Egal.) wird genau zu diesem Zeitpunkt an der Landesgrenze zu Baden-Württemberg klassisch gefilzt, wie sich das eben für BaWü und Bayern gehört. Als Ergebnis ergibt sich eine derbe Verspätung, und als Lange vom Luftschnappen zurückkommt, fängt der Slam bereits unvermittelt an.

    Nachtrag

    Mal wieder ein Poetry-Panorama gemacht (draufklicken):

    Witzige Akzente: “Gereon, der leuchtende Adler”. Textlich gut, zwar nicht exorbitant, aber seine Bühnenpräsenz ist großartig. Später bekommt Lange zu hören, dass Selbiger ein 8-sprachiges Kompendium über Drogen verfasst hat. Oder hat Lange sich da verhört? Lange selbst bringt die “Woche”, diesmal auswendig, aber mit Hasplern. Trotzdem gute Punktzahl. Sulaiman Masomi spielt die Trumpfkarte seine Migrationshintergrundes aus und bekommt 49,5 von 50, alter Afghane! Aus Runde zwei kommen Christian Barthel und Dorian Steinhoff ins Finale. Da Lange gegen Sulaiman im humoristischen Bereich keine Chance hat, wird er eben politisch und liest 1986 minus 2 – wenn schon nicht gewinnen können, dann immerhin Akzente setzen. Sulaiman holt sich dann auch mit einer souveränen “wenn ich was zu sagen hääätt’”-Performance den Sieg, zweiter wird Christian Barthel, der Kinderbücher umschreibt und zurück ins Regal stellt, Lange wird Dritter.

    Der Abendrest ertrinkt im Whiskey, on the rocks und mit Cola. Als man um halb 4 morgens sich endlich im Matratzenlager ablegt, improvisiert Sulaiman ein gefühlvolles Lied für Lischka, den Hund, durch welches auch Lange sanft in den Schlaf gewogen wird.

    Bildergalerie Freiburg 27.09.07

  • Heiner, 24 Sep 2007 /  Bilder, Lange Denkt, Reiseberichte

    München, Radfahrt zum Bahnhof: Leder. Hosen. Deppen. Zerbrochne Flaschen (nicht Krüge, lieber Theaterfreund) vor der Hackerbrücke. Wiesn is! Auf der Fahrt nach Nürnberg: Zum Glück nicht mehr, Wiesnlederhosndeppen fahren ja mit Bayernticket, hehe.

    Lange kommt früh am E-Werk an, Moderator Jan Siegert ist schon da, und der neue Stern am Teamhimmel, Team Stuttgart: Christoph Knüsel, Philipp Scharrenberg und Atze Grimm, namentlich “Die Gebrüder und der Grimm”. Passend, zumal Lange den Knüsel und Scharri anfangs eh noch ob ihrer Ähnlichkeit verwechselt hatte. So studieren sie also einen neuen Text ein und fragen Lange nach seiner Meinung. Lange hat aber nicht viel kapiert und sagt, dass man auf der Bühne dem Text wohl nicht folgen wird können. Nicht zuletzt wegen dieses Kommentares findet der Text an diesem Abend wohl nicht seine Uraufführung.

    Viele Leute melden sich krank (leider gerade kein Abgleich möglich, dieser Blogtext entsteht offline im ICE), u.a. Marta aus Nürnberg, bei der Lange eigentlich übernachten hätte sollen. Dafür schneit ganz unerwartet Tobi Kunze rein, den Lange schon lange nicht mehr gesehen hatte, schöne Überraschung!

    Als Rahmenprogramm spielt Jan Mehlhose alias Junyq, der in der Slamily einen der größten Wirbel seit der Tierfreundaffäre verursacht hat. Lange war ja gespannt, ob er dem auch gerecht wird, aber nein: Es dürfte nicht am fehlenden Pianisten gelegen haben, dass sein Auftritt schlicht und ergreifend belanglos war. Einige lyriktechnische Schnitzer finden sich in seiner Trottoirpoesie (ist diese Genrebezeichnung vielleicht die Rechtfertigung dafür?), inhaltlich bewegt er sich zwischen einlullender Romantik und zeitweise ziemlich gewollt wirkendem Tiefgang. Performancemäßig bleibt er folglich ebenfalls blass. Fazit: Der groß angekündigte große Wurf ist das wahrlich nicht. Verkaufserfolge wird er dank des riesigen PR-Aufwands aber sicherlich haben, und es ist zu hoffen, dass dadurch auch die vielen wesentlich besseren Slam-Poesie-mit-Musik-Produktionen im deutschprachigen Raum Auftrieb bekommen (als Beispiel seien Pauline Füg oder Mirco Buchwitz genannt, Werbung für Weitere gerne als Kommentar!).

    (Sofern der Rest des Abend noch auf Interesse stößt:)
    Die erste Runde ist humorig geprägt: Die Gebrüder und Atze Grimm beschäftigen sich mit dem Thema Vergänglichkeit, schön illustriert durch einen liegenden Atzen. Kommen weiter. Ein merkwürdig vor Selbstbewusstsein strotzender Jungspund nennt sich “Der Wutz”, trägt einen Stuhl auf die Bühne, zieht sich eine Ruppelbrille (Prop? Jan Siegert toleriert es.) auf und bringt Gedichte, deren Inhalt niemanden wirklich interessiert. Die Performance zählt. Als er seine Kappe ablegt, ruft Lange “AUSZIEHEN!”, und was soll man sagen: Der Kerl macht das dann auch wirklich. Kommt weiter.

    Runde zwei geht sehr lyrisch vonstatten. Lange stützt sich auf sein bewährtes Mal-Gedicht, es gilt schließlich, sein Erlangerloo nicht zum vierten Male zu wiederholen. Kommt weiter (Premiere!). Kunze bringt einen sehr originellen Text über Zettelwirtschaft (beste Szene: Regalwälder voller Blätter), kommt weiter. So hatten er und Lange das auch geplant.

    Finale: Wutz ist wieder merkwürdig, die Gebrüder stellen sich hinter Atze und kommentieren dessen Vorsprecherrolle. Dann Lange. Eigentlich hatte er ja vorgehabt, wieder eine Finaltextpremiere abzuziehen, aber die ungelesenen Texte sind allesamt entweder “herzblutbelastet” oder einfach nur extremkrawallig, und das Publikum scheint auf seichte Unterhaltung aus zu sein. Darum Sex. Die orale Erotik des Konsums, danach die zensierte Kochgeschichte. Bei letzter ist der Mitmachteil ja eh schon auf ein Mininum beschränkt und nur 1,5 Minuten lang, trotzdem geht dem Publikum erlangeristisch schnell die Puste aus. Dafür aber danach lauter Applaus. Merkwürdig. Dann Kunze, der von Anfang an vorhatte, seine sexy Toastbrot-Story zu lesen. Publikum likes it. Doppelsieg der Sextextgötter, jawoll!

    Eigentlich wollte Lange dann in Nürnberg bei Michl übernachten. Der steckt aber in Ansbach fest. So geht er also zum E-Werk zurück, lässt sich von Jan Siegert die Nacht retten, labert noch mit Kunze und fährt dann mit ihm, Siegert, Mehlhose und dessen Bruder nach Nürnberg. Dann noch zwei Stunden voller Beatbox- und Freestyleclips. Nacht im Doppelbett für die Doppelsieger. Siegert weckt, gitarrenskillfrei, mit ungestimmter Gitarre. Erlangens Bann ist also nun für Lange gebrochen. Guad is. Und am HBF in München fahren 30 Oranjes auf geliehenen Fietsen zur Wiesn. Warum zur Hölle fahren Holländer nach München zum Saufen, wo es doch in Holland die bei Weitem besseren Drogen gibt? Die Legalisierung als Prophet im eigenen Lande…

    Bildergalerie Erlangen 23.09.07

  • Heiner, 22 Sep 2007 /  Landshut, Lange Denkt, Publicity

    Ist man berühmt, wenn man

    • im Landshuter Wochenblatt sowohl auf Seite 33 als auch auf Seite 2 prangt, und das in der selben Ausgabe?
    • betrunken durch Landshut eiert und von einem ebenfalls betrunkenen aber unbekannten Menschen, der gerade an einen Baum pinkelt, angesprochen wird, und sich folgender Dialog ergibt: “Hey du, du, dich habe ich doch letztens im RFL gesehen!” / “Öh, ja? Wusste ich garnicht.” / “Doch, doch, du machst doch irgendwas mit P, P, p…” / “Poetry Slam?” / “Ja, die haben dich in den höchsten Tönen gelobt!”
    • wenn nachts an der Bushaltestelle wartet und eine Gruppe Jugendlicher vorbeigeht, die laut “Wurst, Wurst, WurstWurstWurst” rufen, nachdem sie einen erkannt haben?

    Mal sehen, ob Lange das in München auch schafft, oder zumindest in seinem Little Italy. Nebenbei: Langes Zimmer ist direkt über einer Metzgerei. Mmmmh, Wurst…

  • Heiner, 17 Sep 2007 /  Landshut, Publicity, Slam 2007

    Landshut

    Lange war gerade mit Langer auf der Pressekonferenz des kleinen theaters, wo der neue Spielplan vorgestellt wurde, inclusive des Slams. Das war Langes erste Pressekonferenz. Wieder so eine Entjungferung.

    Berlin

    Endlich, die Vorrunden für den SLAM 2007 wurden ausgelost. Gestern noch Sebastian Krämer auf Comedy Central bei Nightwash gesehen und gedacht “Na, Herr Krämer, bei Nightwash auftreten ist wohl wichtiger als Bestätigungsmails für zippelnd-zatternde Berlinfahrer zu verschicken”, und nur eine Stunde später liegt die Mail mit den Auslosungen im Postfach. Passt. Ein paar bekannte Gesichter finden sich in Langes Gruppe: Team Destillat, bestehend aus Monika Speckner und Ditar Kalaja vom Freispruch, Falk Fatal, den Lange einst in Wiesbaden traf, Stefan Abermann aus Innsbruck, Lasse Samström, gegen den Lange schon 2006 in der Vorrunde gestartet ist (Omen? Was soll denn das heißen? Hoffentlich nicht…), Tobi Heyel, auf dessen Slam sich Lange nächste Woche die Ehre gibt. Aber wer ist im Team Frankfurt? Ist es das lang erhoffte Chaosteam aus Dirk Hülstrunk, Jürgen Klumpe und dem großartigen Theorist? Wenn jemand etwas weiß, Lange dankt für eine Antwort als Kommentar.

    Treppenwitz: “Hey, beim SLAM 2007 treten die Teams in den gleichen Vorrunden wie die Einzelslammer an. Da könnte ja prinzipiell der Strübing mit Team LSD gegen sich selbst antreten.” Und siehe da: Sie wurden tatsächlich in die selbe Vorrunde gelost. Ok, da wird jetzt noch geschoben, das wird sich alles klären, aber das obige Zitat ist in dieser Form schon öfter gefallen. Lange ist ja mal gespannt, wie viele Teams es ins Halbfinale schaffen. Zumal die einzigen Teams, die sich auf von Lange bebloggten Slams bisher gegen Einzelslammer behaupten konnten, Pauline Füg mit Tobi Heyel und Team Schreibstoff aus Bamberg (Nils Rusche und Felix Brenner) waren. Als gute Teams kommen natürlich noch Team LSD, die Lange aber zuletzt beim SLAM 2006 gesehen hat, Team Tübingen, sofern das nach wie vor Harry Kienzler und Jakob Nacken sind, und SMAAT dazu. Das Frauenteam mit dem langen Namen scheint dieses Jahr ja nicht anzutreten. Man wird sehen.

  • Heiner, 16 Sep 2007 /  Kiezmeisterschaft, Landshut, Lange Denkt

    Präludium

    Kopfzerstörung. Nach einem Jahr ohne viele institutionelle Bindungen war es für Lange eine Mammutaufgabe, was von Donnerstag bis Samstag zu bewältigen war: In Landshut die Organisation für das RinguMusic-Konzert am 30.11. mitgestalten, nach München fahren und Mietvertrag checken, den Bruder besuchen, am nächsten Morgen sich in der Uni einschreiben, mit dem Studentenausweis endlich die langersehnte Studentenbahncard kaufen, nach Landshut fahren, Kisten füllen und Schränke zerschrauben, kurzen Open-Air-Auftritt in Landshut absolvieren (kein Bericht, wen es interessiert, möge Lange persönlich fragen), Anhänger aufladen, Schlaf suchen, mit Sack und Pack nach München fahren und einziehen. Klarkommen. Kiezmeisterschaft steht an. Nun wieder Präsens.

    Kiezmeisterschaft

    Noch reichlich überreizt und übermüdet fährt der Neumünchener Lange mit der U-Bahn ins Westend. Fröhliches Händegeschüttel, das gesamte Team ist da, inclusive Bumillo, der mit Franken-Marta und Franken-Schlumpf (sowie mit Anatol aus Regensburg, der aber nicht bei der KM aufschlägt) die zwei Abende zuvor noch eine Monsterslamtour nach Kiel und Hamburg absolviert hat. Auch wenn Lange das schon oft erwähnt hat: Eigentlich wäre er auch dabei gewesen, wenn nicht die ganzen im Präludium erwähnten Verpflichtungen angestanden hätten. Als unterdrucksetzende “Anweisung” für den eingesprungenen Bumillo hatte Lange ihm noch geschrieben, dass alles andere außer zwei Siegen enttäuschend wäre. Und was macht der Mann? Gewinnt sowohl Kiel als auch Hamburg, der verrückte Bühnendeifi. Nachzulesen ist das übrigens in Martas Blog.

    So ist es diesmal Langes Aufgabe, die Jury auszuwählen und zusammen mit Ko zu moderieren. Leider füllt sich das Stragula an diesem Abend wieder nur schleppend, ebenso die Liste. Lange pöbelt Marta in seiner klassisch uncharmanten Ausdrucksweise freundlich an, sie solle unbedingt auftreten (Keine neuen Texte? Egal. Improvisation, Marta, Improvisation!). Nichts zu machen. Mit Bumillo und Felix Bonke bringt es die Liste leider nur auf fünf Leute, darum wieder der gleiche Modus wie letztes Mal. Die Inhalte lässt Langerinho jetzt mal unberichtet, das hat Ko schon wieder schneller erledigt. Auf jeden Fall ist es eine ziemlich anstrengende Aufgabe für Lange, in seinem überreizten Zustand sein Moderationsdebüt bei der Kiezmeisterschaft zu geben, davon abgesehen, dass es seine zweite Moderation überhaupt bisher ist. Ein paar Fehler und ziemliche hohle Phrasen fallen krachend (“Slam ist wie Fußball! Äh… ja… weil…”). Zum Glück funktioniert das Zusammenspiel mit Ko dann im Laufe des Abends immer besser, die Moderation wird flüssiger, bis es am Ende durchaus stimmig ist. Guad. Basst. Den Sieg holt sich Superbrain Bonke, der mit seinen nun fünf Siegen nun wieder einsamer Rekordmeister ist, und das auch noch ungeschlagen.

    Lange verbringt die erste Nacht in seinem neuen Domizil in Münchens little Italy, der Maillingerstraße. Nun ist auch das erledigt.

    Fotos? Keine Zeit gehabt. Mitschnitte? Vergessen, Speicher im MP3-Player/Rekorder freizuräumen. Nächster Eintrag? Spätestens Montag nächster Woche, nach Erlangen.

  • Heiner, 09 Sep 2007 /  Lange Denkt, Texte

    Hm… Lange hatte ja ursprünglich geplant, keine Texte von sich im Blog zu veröffentlichen, höchstens Mitschnitte (Stichwort: Synästhesie). Aber da die Woche nun wirklich nichts Slam-relevantes passieren wird, gibts nun ein paar Gedanken, Notizen, und ein kleines Gedicht.

    Gedanken zum Reimen

    Lange bereitet sich gerade mit spezifischer Literatur auf seine zukünftigen Workshops vor. Darunter auch ein Buch, das sich auf den Schild geschrieben hat, den produktiven Umgang mit Lyrik zu lehren, zuerst erschienen 1988, überarbeitet 1998. Die Übungen, die darin vorgeschlagen werden, sind für literarische Gruppenarbeiten sehr gut geeignet – was den Lange aber etwas irritiert, ist die Tatsache, dass die Spoken-Word-Kultur respektive Poetry Slam mit keinem Wort erwähnt wird. Vielmehr vertritt der Autor die These, dass Lyrik nur noch sehr selten gehört werde, viel öfter gelesen, und dass man bei der Produktion “zeitgemäßer Lyrik” auf Rhythmen und Reime verzichten könne bzw. solle. Der freie Vers sei mehr oder weniger das Maß aller Dinge, Reime seien eigentlich nur noch im Volkstümlichen und vielleicht auf Familienfeiern angebracht. Vielleicht liegt das daran, dass das Buch schon 9 Jahre alt ist. Irgendwie scheint Langes Zeitdifferenzrechnungsuhr mit dem Millenniumswechsel stehen geblieben zu sein: Immer wieder ertappt er sich, wenn Jahreszahlen aus den 1990ern genannt werden, bei dem Gedanken “Och, gar nicht so lang her.” Aber hallo! 6 Jahre und fast 9 Monate ist das her! Mensch Lange, damals warst du gerade erst 13, als das neue Jahrtausend eingebrochen ist!

    Aber zurück zum Thema: Könnte man behaupten, dass Spoken Word die lyrischen Fortschritte (die zum großen Teil aus Reduktion bestehen) der letzten 100 Jahre komplett ignoriert? Lange glaubt: Nein. Natürlich spielt man als Bühnenpoet auf Poetry Slams mit der Erwartung “Wie Goethe und Schiller, nur moderner” des Publikums, dem die lyrische Entwicklung der letzten Jahrzehnte ziemlich egal sein dürfte. Lange könnte sich auch selbst kaum erinnern, im Deutschunterricht aktuelle Literatur behandelt zu haben. Irgendwie war da der Expressionismus in der Lyrik das letzte Kapitel vor dem Abitur. Vielleicht zwischendurch ein wenig gejandlt, möglich, aber der Schwerpunkt lag klar auf dem 19. Jahrhundert mit seiner schlonzigen Romantik, seinem kuschelgefangenen Biedermeier und seinem (bis auf den durchaus subtilen Heine) posauneristischen Vormärz. Erich Fried? Robert Gernhardt? Fehlanzeige. Vielleicht weil Gernhardt auch gereimt hat?

    [Anmerkung: Irgendwie geht hier gerade vollkommen der Faden verloren. Die Überleitung mit Gernhardt+Reim ist auch nicht gerade stark. Welche Einstellung hatte Gernhardt eigentlich zum Poetry Slam? Sonntagvormittagsstreamofconsciousnessbloggen ist merkwürdig.]

    Wie auch immer. Jedenfalls ist der Reim für Lange noch lange nicht tot. Das war eigentlich alles, was er sagen wollte: Wenn man Gedichte anhört, gibt der Reim dem Ohr einen anständigen Zusammenhalt, solange man sich nicht gezwungen beim Reimen auffrisst. Außer Ken Yamamoto (der am 29.09. in München auftritt, was sich Lange nicht entgehen lassen wird) steht auf der Bühne, der kann das auch sehr gut ohne… (Hörtipp hierzu: Wehwalt Koslovsky – der Idiot)

    [Hat Lange damit jetzt die Kurve zu einer schlüssigen Argumentation gekriegt. Vermutlich nicht...]

    Hörtipp

    Eric Mingus – Um… er… Uh: Spoken Word in Kombination mit klasse Jazz. Hört Lange auf Dauerrotation, seit Rayl das in seinem Blog empfohlen hat.

    Gedicht

    Da schmeißt sich der Lange nun schon für den Reim in die Bresche, und dann kommt ganz unvermittelt ein ganz zeitgemäßes, zynisches Gedicht ganz ohne Reim, noch nicht einmal mit ganzen Sätzen. Lange wird vermutlich demnächst verrückt.

    Der Schlag

    Streit
    Stammzellen
    Forschung
    Streit
    Kleriker Schlag Forscher Gesicht
    Grund Forscher Vorschlag:
    “”"
    Def.:
    Taufbecken = Petrischale
    Nährlösung = Taufwasser

    Folge:
    Stammzelle = Christ
    Christ = Seele

    Seele: Himmel
    “”"

  • Heiner, 05 Sep 2007 /  Landshut, Publicity

    Der Landshuter Slam hat seine endgültige Gestalt gefunden. Und von Lange eine eigene statische Sektion im Blog bekommen, mit Infos, Flyer und allem drum und dran. Ein Blick lohnt sich. Zwei Blicke bestimmt auch.

    Frage: Wann gibt’s wieder richtige Lange.Slam.Berichte? Antwort: Spätestens nach der Kiezmeisterschaft übernächsten Samstag. Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu, Ende September steht eine harte Woche an (5 Auftritt in 6 Tagen). Eigentlich war es ja geplant, dass Lange zusammen mit der reizenden Marta D. Bednarczyk sowie mit Schlumpf am 13.09. und 14.09. nach Kiel und Hamburg zum slammen fährt. Daraus wurde leider nix, weil Langes Immatrikulationstermin ja natürlich am 14.09. sein muss und der Umzug nach München ansteht. An Stelle von Lange wird aber der großartige Bumillo Langes zukünftige Hometown München im Norden vertreten, immerhin. Als Ersatz für die beiden verpassten Termine gibt’s dafür statt einem kurzen Ausflug nach Stuggi zu Tobi Heyels Sprechakt eben noch eine kleine Tour Stuttgart-Freiburg-Zürich, gewissermaßen als Warm-Up für Berlin. Und Lange will Erlangen knacken. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere ja noch daran, was Lange dort bisher widerfahren ist… (Ein Sieg ist nicht nötig, es würde Lange schon reichen, wenn er in seinem subjektiven Empfinden endlich einen Draht zum Erlanger Publikum finden könnte. Er hofft das Beste.)

  • Heiner, 01 Sep 2007 /  Bilder, Lange Denkt, Reiseberichte

    Endlich! Anfang 2007 als Projekt befreundeter und mitglied-teilender Bands sowie einem Dichter gegründet, stand nun also (nach den Umsonst-und-Drinnen Gigs im Februar und März) das erste “richtige” RinguMusic-Konzert an.

    Der regelmäßige LangeSlamBlog-Leser wird hier bereits darüber stutzen, dass ich in der Vergangenheit schreibe. Aber es kommt noch besser: Ich schreibe jetzt mal zur Feier des Anlasses als ICH!

    Das Konzept des Konzerts (Flyer: hier) war ja im gewissen Maße schon riskant: Vier Bands und ein Dichter in einer fremden Stadt, ohne eine lokale Band im Line-Up, zu deren Auftritten ja traditionell schonmal so 10 Leute aus Freunden, Eltern, Groupies (und eventuell Schleimern, hehe) kommen. Noch dazu ein spezielles Risiko für mich als “Moderator” und Künstler, der nur zwei Tracks mit Musik-Playback, und somit aggressiv-nichtauszuweichender-Dröhnung, im Programm hat. Ersteres Risiko manifestierte sich schonmal darin, dass um 9 Uhr nur ca. sechs zahlende Gäste da waren. So ging ich also auf die Bühne, sagte “Hallo”, stellte mich mit meinem fröhlichen Namensgedicht (du riechst gut/ ich rieche feiner / Stinkebär! / denn ich bin Heiner!) vor, während die anderen Bandmitglieder Publikum spielten. Und spielte die neu entwickelte Performance “Mann gegen Schwein – ein Kulturkampf” ab. War ziemlich grotesk – aber was sollte man schließlich auch anderes machen?

    Um zwanzig nach neun sprangen dann Disco? Fox! ins kalte Wasser und spielten ihr Set. Zum Raum lässt sich so viel sagen: Ein kalter leerer Eimer klingt lauter als ein warmer Voller. Ihr Sound war ziemlich gut, für den kleinen Raum. Vermutlich lag es daran, dass während dem Fox-Auftritt endlich Leute kamen und den Schall etwas dämpften. Ihr Auftritt endete damit, dass “Blechhammer”-Drummer Andy Mezger ungewollt sein Snare-Fell durchschlug. Der Mann hat einfach zu viel Kraft.

    Umbaupause zu Manual Kant gab es nicht, da alles schon aufgebaut war. Ich zögerte trotzdem ein wenig, was nicht allzu intelligent war, da sich das (mittlerweile eingetroffene) Publikum in den Clubraum verzog. Hm. Saurer Apfel: Playback von “Dumm” starten (sorry an dieser Stelle für die armen Seelen, die ich geschimpft habe, weil sie mit meinem unergonomischen MP3-Player Probleme hatten), proklamieren, ich sei dumm, und siehe da: Applaus ernten! Dann kurz Manual Kant ansagen und runter von der Bühne. Hat also nochmal geklappt.

    Manual Kant zerstörten sämtliche Trommelfelle, ohrbezogen. Andys frisches Snare-Fell hielt. Die Schweine, hehe.

    Danach wieder ich, mit dem selben Fehler: Ich ließ Simon von Elastic Spastics sein Schlagzeug umbauen und fing danach erst an, wieder vor leerem Saal. Darum also erstmal ein lautes Gedicht, “Die Woche”, mit dem Hintergedanken, dass durch den Schall die Leute wie Motten durchs Licht angezogen würden. Und siehe da: Sie kamen. Somit konnte ich den pseudoversauten “Beep”-Text mit Publikumsunterstützung machen, und wiederum war ich erstaunt, welch gutes Feedback ich bekam.

    Elastic Spastics zuckten und ließen die Leute zucken. Die Schweine, hehe.

    Danach probierte ich ein anderes Mittel: Noch während sie von der Bühne gingen, enterte ich selbige und proklamierte vor noch versammeltem Publikum die Wochenendballade, und das Kalkül ging auf: Die Leute blieben. Danach mein Finale: Wurst mit Elektrobeat. Und die Leute gingen mit, Wahnsinn. Oder bildete ich mir das nur ein, weil ich mittlerweile betrunken war? Ich glaube, nein.

    Madame Pacifista ließen die Tanzsohlen rauchen. Die Schweine, hehe.

    Am Merchandising-Stand gingen von mir dann noch 5 Buttons und ein T-Shirt weg. Ein Button statt für 1€ für 75 Cent und eine Schokobohne (lecker), ein anderer für 1,35 Schweizer Franken. Das Letztere war zwar kein gutes Geschäft, aber ich konnte nicht nein sagen, in Anbetracht der Tatsache, dass ich am selben Tag einen Auftritt in Zürich am 28.09. klargemacht hatte. Diese Ereigniskongruenz war einfach viel zu witzig. Noch eine merkwürdige Sache: Ich bekam von einem durchaus hübschen Mädchen vorgeschlagen, einen Text über OBs zu schreiben. Merkwürdig? Ja.

    Es hätte für mich die Möglichkeit gegeben, dort zu übernachten. Ich nutzte sie nicht, auch wenn das vielleicht etwas unsolidarisch gegenüber denen war, die damit gerechnet hatten, dass Gesamt-RinguMusic die Nacht dort verbringen würde. Es wäre natürlich auf keinen Fall die Situation meines Aufwach-Flashs geworden, trotzdem war mir die Aussicht, im eigenen Bett aufwachen zu können, dann doch wesentlich lieber.

    Fazit: Der Abend war nicht unbedingt ein “Hyper”-Erfolg, durch den das Raum-Zeit-Kontinuum kaputt gegangen wäre, ein anständiger Erfolg war er aber allemal und ein würdiges Debut für unser RinguMusic-Konzept. Danke an die Wasserburger vom “iNNSEKT”, die das ermöglicht haben!

    Bildergalerie “The sexy invasion” – RinguMusic from LA in Wasserburg

    (Bildergalerie für Nicht-Landshuter vermutlich wenig interessant, sorry.)