Endlich! Anfang 2007 als Projekt befreundeter und mitglied-teilender Bands sowie einem Dichter gegründet, stand nun also (nach den Umsonst-und-Drinnen Gigs im Februar und März) das erste “richtige” RinguMusic-Konzert an.
Der regelmäßige LangeSlamBlog-Leser wird hier bereits darüber stutzen, dass ich in der Vergangenheit schreibe. Aber es kommt noch besser: Ich schreibe jetzt mal zur Feier des Anlasses als ICH!
Das Konzept des Konzerts (Flyer: hier) war ja im gewissen Maße schon riskant: Vier Bands und ein Dichter in einer fremden Stadt, ohne eine lokale Band im Line-Up, zu deren Auftritten ja traditionell schonmal so 10 Leute aus Freunden, Eltern, Groupies (und eventuell Schleimern, hehe) kommen. Noch dazu ein spezielles Risiko für mich als “Moderator” und Künstler, der nur zwei Tracks mit Musik-Playback, und somit aggressiv-nichtauszuweichender-Dröhnung, im Programm hat. Ersteres Risiko manifestierte sich schonmal darin, dass um 9 Uhr nur ca. sechs zahlende Gäste da waren. So ging ich also auf die Bühne, sagte “Hallo”, stellte mich mit meinem fröhlichen Namensgedicht (du riechst gut/ ich rieche feiner / Stinkebär! / denn ich bin Heiner!) vor, während die anderen Bandmitglieder Publikum spielten. Und spielte die neu entwickelte Performance “Mann gegen Schwein – ein Kulturkampf” ab. War ziemlich grotesk – aber was sollte man schließlich auch anderes machen?
Um zwanzig nach neun sprangen dann Disco? Fox! ins kalte Wasser und spielten ihr Set. Zum Raum lässt sich so viel sagen: Ein kalter leerer Eimer klingt lauter als ein warmer Voller. Ihr Sound war ziemlich gut, für den kleinen Raum. Vermutlich lag es daran, dass während dem Fox-Auftritt endlich Leute kamen und den Schall etwas dämpften. Ihr Auftritt endete damit, dass “Blechhammer”-Drummer Andy Mezger ungewollt sein Snare-Fell durchschlug. Der Mann hat einfach zu viel Kraft.
Umbaupause zu Manual Kant gab es nicht, da alles schon aufgebaut war. Ich zögerte trotzdem ein wenig, was nicht allzu intelligent war, da sich das (mittlerweile eingetroffene) Publikum in den Clubraum verzog. Hm. Saurer Apfel: Playback von “Dumm” starten (sorry an dieser Stelle für die armen Seelen, die ich geschimpft habe, weil sie mit meinem unergonomischen MP3-Player Probleme hatten), proklamieren, ich sei dumm, und siehe da: Applaus ernten! Dann kurz Manual Kant ansagen und runter von der Bühne. Hat also nochmal geklappt.
Manual Kant zerstörten sämtliche Trommelfelle, ohrbezogen. Andys frisches Snare-Fell hielt. Die Schweine, hehe.
Danach wieder ich, mit dem selben Fehler: Ich ließ Simon von Elastic Spastics sein Schlagzeug umbauen und fing danach erst an, wieder vor leerem Saal. Darum also erstmal ein lautes Gedicht, “Die Woche”, mit dem Hintergedanken, dass durch den Schall die Leute wie Motten durchs Licht angezogen würden. Und siehe da: Sie kamen. Somit konnte ich den pseudoversauten “Beep”-Text mit Publikumsunterstützung machen, und wiederum war ich erstaunt, welch gutes Feedback ich bekam.
Elastic Spastics zuckten und ließen die Leute zucken. Die Schweine, hehe.
Danach probierte ich ein anderes Mittel: Noch während sie von der Bühne gingen, enterte ich selbige und proklamierte vor noch versammeltem Publikum die Wochenendballade, und das Kalkül ging auf: Die Leute blieben. Danach mein Finale: Wurst mit Elektrobeat. Und die Leute gingen mit, Wahnsinn. Oder bildete ich mir das nur ein, weil ich mittlerweile betrunken war? Ich glaube, nein.
Madame Pacifista ließen die Tanzsohlen rauchen. Die Schweine, hehe.
Am Merchandising-Stand gingen von mir dann noch 5 Buttons und ein T-Shirt weg. Ein Button statt für 1€ für 75 Cent und eine Schokobohne (lecker), ein anderer für 1,35 Schweizer Franken. Das Letztere war zwar kein gutes Geschäft, aber ich konnte nicht nein sagen, in Anbetracht der Tatsache, dass ich am selben Tag einen Auftritt in Zürich am 28.09. klargemacht hatte. Diese Ereigniskongruenz war einfach viel zu witzig. Noch eine merkwürdige Sache: Ich bekam von einem durchaus hübschen Mädchen vorgeschlagen, einen Text über OBs zu schreiben. Merkwürdig? Ja.
Es hätte für mich die Möglichkeit gegeben, dort zu übernachten. Ich nutzte sie nicht, auch wenn das vielleicht etwas unsolidarisch gegenüber denen war, die damit gerechnet hatten, dass Gesamt-RinguMusic die Nacht dort verbringen würde. Es wäre natürlich auf keinen Fall die Situation meines Aufwach-Flashs geworden, trotzdem war mir die Aussicht, im eigenen Bett aufwachen zu können, dann doch wesentlich lieber.
Fazit: Der Abend war nicht unbedingt ein “Hyper”-Erfolg, durch den das Raum-Zeit-Kontinuum kaputt gegangen wäre, ein anständiger Erfolg war er aber allemal und ein würdiges Debut für unser RinguMusic-Konzept. Danke an die Wasserburger vom “iNNSEKT”, die das ermöglicht haben!
Bildergalerie “The sexy invasion” – RinguMusic from LA in Wasserburg

(Bildergalerie für Nicht-Landshuter vermutlich wenig interessant, sorry.)