• Heiner, 31 Jul 2007 /  Lange Denkt

    Da ist sie, die von Lange vielgefürchtete Sommerpause. Warum vielgefürchtet? Sollte man nicht froh sein, dass man auch mal Pause machen kann? Ja, sollte man. Sofern es etwas gibt, wovon man pausieren kann. Dummerweise hat sich Lange die letzten 8 Monate fast ausschließlich mit dieser Sache, diesem Ding, diesem sogenannten “Poetry Slam” beschäftigt. Und wenn dann plötzlich Pause mit der Hauptbeschäftigung ist und die neue Hauptbeschäftigung, das Studium (sic!), noch zwei Monate entfernt, dann entsteht ein wahrliches Vakuum. Wenn das Vakuum zumindest kreativ ausfüllbar wäre… Zeit für ein kleines

    Resümee

    Lange ist viel herumgekommen. Ist als Depp, der ohne Wissen, was poetische Unterhaltung auf nationaler Ebene bedeutet, beim SLAM2006 für Landshut gestartet und mit allzu avantgardistischer Dichterei in der Vorrunde ausgeschieden. Wen’s interessiert: Mit permutativer Sozialkritik (in Anna Kistners PoetryPodCast zu hören) und dem AmokToberfestlauf, den er zumindest noch gut als Flash gebrauchen konnte und der, nebenbei erwähnt, in der großartigen Wiener Literaturzeitschrift &Radieschen erschienen ist. Hatte irgendwas zwischen um die 60 Auftritte allein auf Slams, Soli nicht mitgerechnet. Hat 80 bis 90 % der regelmäßigen Poetry Slams in Bayern und Österreich besucht. Dazu noch ein wenig Hessen und BaWü. Mit Erfolg, wenn man Langes Position im Ranking betrachtet und die Tatsache, dass er sich mit dem Nürnberger Highlanderslam doppelt für den SLAM2007 qualifiziert hat. Man könnte behaupten, Lange habe sich in den ersten 8 Monaten seiner dichterischen Karriere ganz schön gemausert. Und wenn er sich auch gelegentlich nicht mit guten Texten profiliert hat, kann er zumindest von sich behaupten, viele Leute mit ansprechenden Bühnenfotos beglückt zu haben. Lange stolpert nämlich ziemlich oft durch Foren und Seiten, auf denen seine Fotos als Avatare herhalten. Das macht ein wenig stolz.

    Was steht für die nächste Saison an? Lange wird tiefer in die Materie des Poetry Slams einsteigen. Er wird weitergehende Aufgaben übernehmen als nur ständig aufzutreten. Was genau, wird hier noch nicht verraten, aber Lange hat mündlich schon ein paar Gerüchte gestreut. Der ein oder andere weiß also bereits, was Lange in der neuen Saison zusätzlich machen wird.

    Zum Blog

    Ganz ehrlich Leute, ist das wirklich angenehm zu lesen, wenn ich (Ja, ICH, Heiner) die ganze Zeit in maniererten “Lange tut dies, Lange tut das”-Beschreibungen jeden noch so kleinen Auftritt ausbreite? Wenn ich mir dann auch noch die Arbeit mache, so viel wie möglich im Präsens zu schreiben, wo das Imperfekt, oder ganz jovial, das Perfekt, doch viel angebrachter wären? Schaut sich die Bildergalerien überhaupt jemand an, der an dem entsprechenden Abend nicht da war? An all diesen Fragen zweifle ich ein wenig. Und überlege mir, ob ich nur noch von wirklich herausragenden, verrückten und ausschließlich erfolgreichen Auftritten hier berichten soll. Oder macht es gerade den Reiz dieses Blogs aus, wenn ich im eigenen Anspruch auf Vollständigkeit auch knallhart meine Niederlagen analysiere? Ich bitte und danke um und für zahlreiche Kommentare.

    So. Nach ein paar Tagen in 52 / 22 , 4 / 55 naht dann eine kleine Insel der Auftrittsseligkeit, das Brückenfestival in Nürnberg. Ich freu mich drauf.

  • Heiner, 25 Jul 2007 /  Landshut, Lange Denkt

    Einladung an Lange: Tritt doch bei “Rock im Kloster”, dem Abendprogramm des Gymnasiums Seligenthal, zwischen den Bands auf. Und was macht Lange? Er sagt natürlich gleich zu, obwohl es keine Gage gibt und unsicher ist, ob ihm als literarischem Lückenbüßer überhaupt jemand zuhören wird. Warum? Lange stellt sich das einfach viel zu lustig vor, im Gymnasium Seligenthal (Mädchenklosterschule, von Zisterzienserinnen geleitet, unter Landshuter Schülern gelegentlich liebevoll “Hühnerstall” oder auch politisch unkorrekt “Lesbenbunker” genannt) aufzutreten und mit einer geballten Ladung angedeutetem Sexismus Mädchen zum Kichern und Nonnen zum Kochen zu bringen. Ziel des Abend also: Provokation um jeden Preis, wenn es schon außer Freigetränken nichts zu gewinnen oder verdienen gibt.

    So steht Lange also wieder mit Laptop auf der Bühne und ärgert sich erstmal darüber, dass der Ruhezustandsmodus nicht geklappt hat und der Rechner neu hochfahren muss, was wegen der eigentlich sinnvollen Prozessorleistungsdrosselungzurlaufzeitmaximierungsfunktion viel zu lange dauert. Ursprünglich hatte Lange ja vor, in seinem ersten Block noch harmlos zu bleiben und die eindeutig zweideutigen Texte im zweiten Block zu lesen. Aber irgendwie kommt ihm dann doch die Einsicht, dass literarisch anspruchsvolles Zeug auf einem Schulfest, wo die Schüler ja traditionell die Schuljahrsendverdummung feiern, nicht angebracht ist. Erster Block also versauter Quatsch und natürlich wieder Wurst mit Elektrotrashbeat, obwohl er das in Landshut eigentlich schon zu oft gemacht hat. Langes Hintergrundidee dabei: Wurst als Phallussymbol in der Klosterschule. Kapiert außer ihm natürlich wieder keine Sau. Vielleicht hätte er sein Dichterlangeshirt ausziehen und darunter auf dem Bauch einen Pfeil in Richtung seiner Lenden zum Vorschein bringen sollen. Oder eine Riesensalami als Zepter schwingen, was er ja eigentlich vorhatte, aber in Ermangelung eines Riesensalami-Etats dann doch bleiben ließ. Egal. Die Mädels kreischen bei Lange ebenso laut wie bei den Bands. Irgendwie scheint das in den Genen zu stecken. Irgendwer oder Irgendwas auf der Bühne, egal, einfach mal Kreischen. Auch wenn Lange “Tokiohotelwurst will ich / Billwurst auf den Grill ganz billich” skandiert. Beste Szene danach: Lange bekommt direkt danach von Doro eine Bratwurstsemml gereicht. Überlegung: Nie wieder Wurst in Landshut. Lange hat nicht vor, dass Wurst sein “Brot” wird.

    Zweiter Block dann langeseits noch mehr political incorrectness. Und ein gnadenlos guter Beat auf das neue Gedicht “Ich bin so dumm”. Und am Ende des Auftritts bleibt der Laptop gaaanz unerwartet bei einem Sample hängen und wiederholt das Wort “Vögeln” (Akkusativ) zigmal hintereinander. Lange ans Mikro, Grinsen verkneifend: “Öh, äh, kack Windows, öh, äh, ich bin raus…” Ob mans glaubt oder nicht: Der schlechte Witz wird von einigen Leuten tatsächlich nicht durchschaut. Oder eben doppelt durchschaut und somit doch wieder nicht durchschaut. Höhö.

    Zu letzt dann noch die Band mit Landshuts explizitesten Texten: Elastic Spastics (bei RinguMusic / Homepage / MySpace) bei denen letztendlich die Boxen versagen. Oder die Endstufe. Rock on, bitches…

    Fazit des Auftritts: Lange hatte vermutlich nur zugesagt, um im Blog was Tolles erzählen zu können, wie er provoziert und Skandälchen produziert. Letzteres blieb aus, die Nonnen schliefen wohl schon, aber die Leute hatten Spaß und Lange eine weitere Bestätigung, dass Lange solo durchaus funktioniert.

  • Heiner, 22 Jul 2007 /  Bilder, Lange Denkt, Reiseberichte

    Kurz: Huch! Verdammt! Naja vielleicht klappt’s ja doch… Verdammt. Oh ha! Hmmm… Mist. Yeah, geil!

    Lang: Die Formulierung “denkwürdiger Abend” im letzten Eintrag scheint so griffig gewesen zu sein, dass sie sogar als Überschrift zu Ko’s Bericht dient. Hui. (Der folgende Absatz dient dem technischen Sinne, dass Kos Blog nicht mit Langes Trackbacks komplett verspammt wird)

    Erste verrückte Erscheinung des Abends: Bumillo hat sich von Langes Ankündigung locken lassen, nutzt Langes gedankliche Abwesenheit aus und springt vor einem (parkenden) Auto hervor (Huch!). Wenig Leute da heute im Stragula. Mehr als in Ebersberg gestern, allerdings wäre die jeweilige Quote Gästeanzahl/Durchschnittsgästeanzahl interessant – frecherweise könnte man vermuten, dass sie fast gleich ist… könnte man. Und als ob Lange es nicht schon angekündigt hätte, wird er prompt gleich wieder als Erster gezogen (Verdammt!), performt seinen Bahnfahrtext souverän, wie er hier zu behaupten wagt, und legt gleich mal wieder gut Punkte vor: 25,5 (Naja vielleicht klappt’s ja doch…). In der ersten Runde überrascht ein absolut wunderbarer Text von Björn Dunne: Wenn der Mann ab jetzt weiter mehr auf Deutsch schreibt, dann prophezeit das LangeSlamOrakel ihm eine rauschende Zukunft. Runde eins endet mit Lange an der Spitze.

    Runde zwei: Die Jury ist mittlerweile warm und schickt Grög! vor Lange (Verdammt.). Und dann der Wiener Andi Pianka (Oh ha!), der Lange bereits in St. Pölten, Linz und Feldkirch extrem positiv aufgefallen war, und der ebenso wie Lange bereits in der Wiener Spitzenliteraturzeitschrift &Radieschen veröffentlicht hat. Andi bringt also wieder seinen bärenstarken jandlesken Permutationstext aus “Ich wollte eine Fernsehsendung ohne Bild machen, statt dessen machte ich eine Radiosendung ohne Ton.”. Die Jury honoriert es und platziert ihn ebenfalls vor Lange. Und dann Langes special friend Bumillo: Durch Lange überhaupt erst zu einem Auftritt motiviert, gibt er den absichtslosen Unschuldigen und lässt in seinem (als nachgezogenes Opferlamm angekündigten) Text Seifenblasen platzen. Und verdrängt damit Lange vom sicher geglaubten dritten Platz, obwohl er das gar nicht vorhatte (Hmmm… Mist.). Ob seine Performance jetzt objektiv besser war als Lange, darüber könnte man vermutlich einige Geisterehen scheiden lassen. Auf jeden Fall profitierte er von der warmen Jury.

    Da stellt sich natürlich die Frage, ob man als Boutmanager die Jury schon zu sehr bevormundet, wenn man ihr sagt, sie solle explizit darauf achten, den gleichen Punktemaßstab in beiden Runden (nicht nur überhaupt, sondern explizit in beiden Runden) durchzuhalten. Ob Ko und Rayl – der nebenbei erwähnt sich das zweite ultrastarke Dichterlangeshirt gesichert hat – das machen, wird Lange mal rausfinden. Obwohl man auch nicht wirklich von einem als Jury agierenden Zuschauer, der ja schließlich Eintritt gezahlt hat und unterhalten werden möchte, erwarten darf, dass er in seiner Stimmung bis zum Ende stocknüchtern bleibt. Grundproblem erkannt, Lange hatte also einfach nur Pech und kann das sogar gut begründen.

    Im Finale haben Grög! und Bumillo Andi Piankas Assoziationsgewitter wenig entgegenzusetzen. Andi wird vom Publikum gefeiert wie ein Star (Yeah, geil!), Felix Bonke und Rayl witzeln fröhlich über seine Herkunft, und das Beste ist: Andi kann sich allein durch die Siegprämie erst die Rückfahrt nach Wien leisten. Ernsthaft. Das ist stark. Rock’n'Roll literature!

    Bildergalerie Kiezmeisterschaft 21.07.07

  • Heiner, 21 Jul 2007 /  Reiseberichte

    Zuerst Nachtrag zu Feldkirch: Die Finalisten gewannen jeweils einen Rucksack und ne CD. Den Rucksack konnte Lange sehr gut gebrauchen. Es macht Spaß, auf Drehscheiben, die im Boden eingelassen sind, zu laufen und Liegestütz zu machen. Zementsäcke gehören nicht in Wasserablaufrinnen. Der Koschuh ist wahnsinnig und seine Homepage (www.derkoschuh.at) wurde von Soldier of Allah gehackt. Und sorry, falls der Bericht von Feldkirch etwas eintönig geraten sein sollte, Lange hatte nur 30 Minuten Zeit dafür. Und fertig. Rankweil.

    Ebersberg:

    Nach dem Freispruch-Sieg in Wasserburg im Mai ist es für Lange eine Frage der Ehre, nun auch beim Freispruch-Highlanderslam in Ebersberg aufzuschlagen. Das Line-Up lässt einen sehr guten Abend erwarten: Michael Jakob (sein Bericht hier), Grög!, Benni Hakel aka. Ernst Froh, Björn Dunne sowie Mani Eder, Rüdi Lössl und das Slammerweibchen Nafissa. Ko ist auch da, und als ob er den besessenen Blogger Lange demütigen wollte, war er natürlich wieder schneller mit seinem Bericht (vielleicht ändert sich das Samstagnacht mal!). Leider hat sich kaum jemand als freier Publikumsmitarbeiter ins La Gallinera verirrt, aber hey, die Ebersberger SZ ist da! SZ, Leute, SZ! Lange hat in der Vorrunde seinen Spaß, den Butterlandminenafrikatext mal wieder auswendig zu performen, im Halbfinale verlässt ihn dann der Siegeswille und er haut den Leuten ein wenig sehr avantgardistisches Klimarettungsdada vor den Latz, sein Kontrahent Michl zieht also mit seinem Fragetext ins Finale ein. Im Finale zeigt sich in seinem Fall sehr deutlich, wie schlecht es ist, wenn man mit einem geringeren Alkoholpegel auftritt, als man es gewöhnt ist: Die ersten beiden Texte (u.A. höchst erotische Fertigpizzaperformance) gehen noch sehr gut, doch beim letzten Text, Angler gegen Anglist, vergisst er den Text. Wer also glaubt, Nüchternheit bedeute Textsicherheit, der sei hiermit (LangeEnglischSlamweisheit, eine Neuheit) gewarnt: Never forget about your Bühnensuff or you will have to suffer in any possible way.

    Der absolute Star des Abends ist allerdings Grög!. So eine krasse Performance war ja schon lange nicht mehr zu sehen! Die SLAM2006-Finalnebelkrähe im Halbfinale, und im Finale dann ein phänomenales Piece über seine Lyriksucht. Drei der fünf Minuten vor und zurücksteppen, durch den Raum wirbeln wie ein Derwisch, krass krass. Man sehe sich das in der Bildergalerie an. Viel zu hart. Fazit: Bis auf das fehlende große Publikum (und trotz des fehlenden großen Publikums, was für manch einen ein Grund sein könnte, keine Lust auf gute Performance zu haben) ein qualitativ sehr hochwertiger Slam.

    Ach ja, und die saublöde Schildkröte, die wie eine dumme Fliege dauernd gegen die Terrariumsscheibe läuft und rummst, die war auch wieder da.

    Bildergalerie Ebersberg 20.07.07

    Und heute Abend wieder Kiezmeisterschaft. Wenn all die Leute kommen, die sich angekündigt haben und das Wetter früh genug schlecht wird (in Ebersberg hatte das Gewitter erst kurz zuvor angefangen, vielleicht hatten die Leute auch nur Angst, vor die Tür zu gehen…), dann wird das ein denkwürdiger Abend werden. Hoffentlich wird Lange später gelost als beim letzten Mal, obwohl das ja auch nicht zu seinem Schaden war, hehe.

  • Heiner, 20 Jul 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Langes Zug nach Freising: 25 Minuten Verspätung. Pauline Füg und Stefan mit Auto: 25 Minuten Verspätung. Man trifft sich pünktlich in Freising und die Fahrt geht los. Bei Feldkirch folgt allerdings zuerst eine ausgiebige Suche nach der Poolbar, die zweimal nach Rankweil führt. Rankweil. Alle Wege führen nach Rankweil…

    Die Poolbar an sich ist ein starkes Ding: Aufgeteilt in Wohnzimmerlounge in altes Schwimmbecken, in welchem die Bühne und die Sitzränge Platz haben, dazu ein Backstage für die Dichter mit Getränken und Snacks (merkwürdiges Wort, Snacks, aber es ein Snack ist nunmal ein Snack). Markus Köhle (mittlerweile wieder mit beinahe “seriös” kurzen Haaren, man vergleiche mit den Fotos aus dem Blog-Archiv Ende Mai) moderiert, Mieze Medusa schlachtet ein Rap-Opferlamm und die Sache geht los. Gelost wird dankenswerterweise vor den Runden, ergo kann Lange sich die Zufallsspannung sparen, da er in der ersten Runde schonmal nicht dabei ist. Highlights der ersten Runde: Thomas aus München u.A. ein kleines Gedicht über Diemannskirchen bei Langshut, Andi Pianka lässt starke Assoziationsgewitter vom Stapel (Kiffen ist nur wegen der Weinbauernlobby verboten, die sind ja sooo arm, die Weinbauern), Stefan Abermann hatte vor, einen Text zu bringen, den Lange noch nicht kannte (klappt aber wegen Langes fehlgezielten Zwischenruf nicht, doofer Lange) und Tobi und Pauline zeigen Teamsouveränität, Abermann und Füg/Heyel im Finale. Man beachte in der Fotogalerie das grafische Applausometer, dessen Idee sich Lange für den LMU-Slam geborgt hatte!

    In der zweiten Runde ist Lange als Zweiter am Start, stellt sich mit einem neuen Gedicht über seinen Namen und dessen Leiden vor und malt dann mal wieder. Dieser Mal-Text ist bereits nach wenigen Wochen schon Langes erfolgreichster Text. Stark. Und Markus erkennt sogar, woher (Bildergalerie) die Textidee stammt, das freut Lange ganz besonders! Danach direkt Matze B., der sich mit seiner Ansage sehr viel Zeit lässt, was ihm die “Scheiß-Rapper”-Performance am Ende verhagelt. Neben Lange kommt dann noch der wahnwitzige Christoph Simon aus Bern (kein Foto, sorry, Lange musste draußen abdampfen) mit seinen Stories weiter, u.A. Briefe an Satan, die das Publikum, das trotz der Hitze eh schon kocht, zum Überkochen bringt.

    Finale: Lange eröffnet mit Wurst. Klappt nicht so gut wie sonst, aber die Leute haben trotzdem ihren Spaß. Pauline und Tobi bringen einen frischen Text, leider vom Blatt, was ihre Performance ziemlich einschränkt. Christoph Simon ist wieder überragend (man beachte: das ist erst sein 2. Slam!), Stefan Abermann hasst Fahrradfahrer (der war neu!), und am Ende liegt Lange mit der Applauslautstärke etwas unter Christoph aus Bern. Respekt.

    Randnotiz: Lange verkauft an diesem Abend ein T-Shirt, oh ja! Danke an Diana für die Suche nach dem Käufer!

    Die Nacht wird in einer Pension verbracht (sowas bekommt man auch nicht alle Tage!), und auf dem Rückweg hält Langes Zug in RANKWEIL. Der Schienenersatzverkehr nach Memmingen wird dank dem Busfahrer zur Touri-Tour, verrückt.

    Fazit: Absolut runder Slam! Super Publikum, super Location, perfekte Organisation!

    Bildergalerie Feldkirch 19.07.07

  • Heiner, 15 Jul 2007 /  Bilder, Multimedia, Reiseberichte

    Schweinfurt

    Willkommen bei der Dichterschlachtschüssel, dem schrägsten Slam, den Bayern zu bieten hat, hehe! Das Interessante am Line-Up: Keine Schweinfurter. Rolf Finster betätigt sich dann nur als Techniker und liest zwischendurch… alright.

    Auf der Zugfahrt nach Schweinfurt wird ein Witz geboren. Lange bildet sich ein, irgendwo sei sein Name gerufen worden (Heiner!), was aber nicht der Fall war. Ab diesem Zeitpunkt wird Lange wahnsinnig gemacht: Heiner hier, Heiner dort, Heiner? Heiner! Heiner?! HEINER!!, und dieses Spielchen wird nicht nur in real getrieben, nein, Michl verbringt das ganze nun auch virtuell in seinen Blogeintrag über Schweinfurt und Fürth. Schwein(furt)erei.

    Aber weiter zum Slam, die Highlights: Scharri bringt einen wahnsinnigen Vorrundenrap, mit Lebensmitteln natürlich, Björn Högsdal liest sein “Leben rewinded”, Lange macht sich über seinen Namen lustig (persönliches Highlight, schlagt ihn nur, den Lange), und im Endeffekt sind 6 von 10 Leuten im Finale. Innerhalb der Slammer wird niemand wirklich favorisiert, das Publikum sieht das anders: Der U20er Stefan Dörsing mit seinen HipHop-affinen Texten im HipHop-affinen Schweinfurt (oh ja!) und Scharri fahren einen Doppelsieg mit gleicher Schweinchenanzahl ein, Björn wird dritter mir einem Schweinchen Vorsprung vor Lange und Michl. Knapp knapp… der zweite 4. Platz in Folge (Björn honoriert es mit Bier, danke!), interessant, und der zweite U20-Sieg in Folge auf LangeSlams, auch interessant. Schräge Nebenbemerkung: Stefan Dörsings Finaltext richtet sich gegen den Teil des Publikums (wenn man optischen Vorurteilen Glauben schenken darf…), von dem er die meisten Schweinchen bekam. Masochismus oder Realsatire? Witzig auf jeden Fall.

    Normalerweise würde jetzt hier die Zusammenfassung der Nacht kommen. Aber irgendwie ist das in Langes Kopf eine einzige Suppe. Normalerweise sind da noch Erinnerungs-Brotstückchen herausfischbar (dieses Wort ist ziemlich optimabel), aber dieses Mal muss irgendjemand die Erinnerungssuppe nach dem Einbrocken püriert haben. Auf jeden Fall wappnet sich Lange mit seiner geliebten Schlafbrille vor der Helligkeit und AC und DC laufen über ihn, während er schläft. Süße Kätzchen… so leicht und kuschelig.

    Bildergalerie Schweinfurt 14.07.07

    Podcast

    Anna Kistner hat zugeschlagen und in der neuen Folge ihres Poetrypodcasts wieder Lange eingebaut, mit seinem “Sozialkritischen Gedicht” – zusammen mit vielen weiteren untypischen Slamtexten aus Passau. Danke dafür und danke für die Werbung! Hört es euch an (Lange ist ca. bei Minute 12) und abonniert den Podcast!

  • Heiner, 14 Jul 2007 /  Bilder, Lange Denkt, Reiseberichte

    Seit langem im Kalender, endlich da: Der Fürther Open-Air-Slam, moderiert von Michl, organisiert von Szene Fürth, auf dem Kirchplatz St. Michael. Biergartenambiente, klasse Licht, klasse Sound, gutes Essen, frei Trinken für Poeten, feine Besetzung (Lange (Langshut), Scharri (Stuttgart), Harry Kienzler (Tübingen) und Dennis Schüßler (Seeheim) von außerhalb Frankens, Mimi Meister, Christian Ritter, Elfi Klinik und Martin Geier für die Frankenseite). Allerdings ein eher slamfremdes Publikum als einziger “Risikofaktor”…

    Die Sache läuft im Duellsystem, und das erste Duell hat es gleich in sich (und sorgt vermutlich auch dafür, dass viele Leute dableiben anstatt zu den anderen Bühnen in der Fürther Innenstadt zu torkeln): Scharri gegen Christian Ritter. Beide saustark. Christian ein wenig saustärker, er also weiter, der Stuttgarter Scharri leider schon raus. Als nächstes Harry Kienzler gegen Mimi Meister, Harry weiter. [Äh, mehr zusammengefasste Inhalte gewünscht? Sorry, no. Faul.] Nun, also weiter, Elfi Klinik gegen Dennis Schüßler, Dennis weiter. [Wird der Blogeintrag schon langweilig?] Nun, und dann Martin Geier gegen Lange, Lange weiter. [Genug?]

    Auf jeden Fall gibts noch eine Zwischenrunde, ein Finale und ein Stechen um den dritten Platz. Ergebnis:

    • Dennis Schüßler: Italien (Materazzi? nee)
    • Christian Ritter: Frankreich (Zidane? auch nee)
    • Harry Kienzler: DeutSchland
    • Lange: Portugal (traurig, traurig…)

    Fazit: Schöner Slam mit ausschließlich guten Texten, gute Werbung für Poetry Slam, und Lange hatte am Ende noch Spaß daran, neben der Kirche ein wenig blasphemisch zu sein.

    Überlegung: Ist es besser, gute Texte dauernd zu bringen, und dadurch gezwungen werden, die eigene Liebe zum Text der Publikumsreaktion anpasssen, oder sollte man generell nur die Texte vortragen, die man selbst gerne mag? Letzteres hätte Lange in der zweiten Runde gegen Dennis vielleicht machen sollen – “Lebensqualität” als klassischer Poetryslam-Publikums-Erregungstext (ein junger Schweizer bezeichnete das einst als “Einschleimerei”, allerdings zeigen seine Texte meistens auch diese Tendenz, hehe) hat vor dem slamfremden Publikum nicht wirklich gezogen. Es ist ein fieses Gefühl, wenn man nach den ersten 30 Sekunden merkt, dass die restlichen 270 Sekunden für’n Arsch sind… Ab jetzt also wieder erstmal Texte, die nicht auf Sieg pur abzielen, sondern die Lange selbst lesen will. In Schweinfurt gleich mal anfangen damit… mal mal malmal

    Bildergalerie Fürth 13.07.07

  • Heiner, 12 Jul 2007 /  Publicity

    Nein, der Langesche Selbstverherrlichungswahn kennt kein Ende. Zumindest im Moment nicht. Darum gibt es jetzt das T-Shirt, das Lange seit einigen Wochen auf der Bühne trägt, zu kaufen!

    Vorrätige Größen: S, M, L, XL, Girlie
    Kostet: 15€ (hey, das ist echte Handarbeit!)
    Gibts wo: Kann man per Mail bestellen, aber am schlauesten ist es, dem Lange zu sagen, er soll eins mitbringen, wenn er in die entsprechende Stadt kommt: Termine
    Ein in der Slamszene durchaus bekannter Münchener hat bereits vorbestellt…

    Und so siehts aus, wenn Lange druckt:

  • Heiner, 10 Jul 2007 /  Multimedia, Publicity

    Was Lange währt wird endlich gut: Das ich-flipp-noch-aus-so-viel-Arbeit-ist-das-Projekt “HASS-Flash” ist endlich beendet (weil man bei Regen nicht am Balkon arbeiten kann…) und kann ab so fort bewundert werden! An dieser Stelle gleich noch mal fetten Dank an Lila für die Fotos! Also Boxen anschalten und auf das Plakat klicken:

    HASS - Das Poetry Flash

    Technische Anmerkungen: Das sind 5 Einzelfilme. Es wird also beim ersten Ansehen Ladepausen geben, die je nach Verbindungsgeschwindigkeit kürzer oder länger ausfallen. Dafür kann Lange leider nix, und dagegen auch nicht. Daran ist das Programm schuld. Und: Je nach Computerleistung sind Bild und Ton mehr oder weniger asynchron. Das liegt daran, dass der Film in Echtzeit gerendert wird und nicht wie z.B. bei Youtube einfach nur abgespielt. Vorteil daran: Format 600 * 400 Pixel ist einfach fetter. Nachteil: Tja. Das Programm halt.

    Wem’s gefallen hat, der schreibe einen Kommentar, oder noch besser: Der verlinke diesen Blogeintrag (Link ist die Überschrift “HASS”) in sämtlichen Foren, die er besucht, in der Rubrik Videos/Lustig/Cool/Unbedingt ansehen.

    So. Falls Lange nicht der dichterische Himmel auf den Kopf fällt, gibt’s die nächsten Reiseberichte am Samstag nach der großen Fürthsause und am Sonntag nach Mannis Dichterschlachtschüssel. Bis denne.

  • Heiner, 07 Jul 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Boah. Das wart hart. Erste Lange.Slam.Moderation und dann gleich so ne harte Nuss. Aber von Anfang an:

    Lange hat Tilman schon am Bahnhof getroffen und beide kommen an der Uni an. Der Slam findet also wie gesagt in einem Hörsaal in der Uni statt (witzigerweise direkt neben der Gedankstätte der Weißen Rose). 80 Sitzplätze. Reicht das? Mal sehen. Die Orgas wuseln wie die Bienen umher, irgendwie nicht ganz greifbar, und irgendwie gelingt es dann doch innerhalb der ersten Stunden, das nötige Equipment (Bühne, Bauscheinwerfer etc.) aufzutreiben. Lange tigert ein wenig durch die Uni, trifft die Leute von Madame Pacifista (von RinguMusic), isst, trinkt, ist verwirrt.

    Die Dichter trudeln langsam ein, Ko und Rayl auch. Erfolgsdruck. Halb zehn solls losgehen, und zu diesem Zeitpunkt ist der Hörsaal bereits prall überfüllt. Und die Tür geht deshalb nicht zu. Fuck. 10 Minuten steht Lange auf der Bühne und versucht, zu ordnen. Klappt nicht. Lösung: Lange zieht sein Orga-Shirt aus (das ihm nebenbei erwähnt einen gewaltigen Rausch beschert hat) und spricht mit nacktem Oberkörper ein Opferlamm bei geschlossener Tür. Stimmung? Jo!

    Offene Liste hat sich erwartungsgemäß mäßig gefüllt, aber immerhin: Grög! ist dabei, Damien Baader gibt sich die Ehre, und Coné schreibt sich noch während der ersten Runde ein. Frankendon/pate Michl wird als Erster gezogen und bringt den Saal gleich mal mit Tofu zum Überkochen. Es folgt Tilman mit Text-Text, Grög! mit einer Hirsch&Jäger-Story, danach Damien Baader mit wirklich angenehmer Lyrik (man darf auch Poetry bringen, muss nicht immer nur Slam sein!), Marta D. Bednarczyk trifft mit Blackoutrekapitulation den Nerv des studentischen Publikums, Samuel Langer aus Landshut erlebt einen Vormittag, Barbina aus München schimpft auf einen Mann, und Coné bringt zum Schluss noch HipHop. Und Lange? Lange ist ziemlich überfordert. Hatte ja eigentlich vor, sich für Zeitnehmen, Tafelschreiben und Jingle-abspielen Helfer zu suchen, aber hats verpeilt und muss das alles selbst machen, und auch noch auf die Texte hören um zusammenzufassen. Hart. Dann die Abstimmung: Eigentlich wollte Lange ja zwei Vorrundenblöcke machen. Das Konzept schmeißt er dann vor der ersten Runde aber über den Haufen und will drei Runden (6-4-2) machen. Und dann sinds plötzlich doch 8 Leute. Äh, äh, und jetzt? Lange fasst also zusammen (nicht immer ganz richtig, sorry…) und macht ein lustiges relativ-Grafik-Applausogramm (Ko hat ein Foto gemacht), konzeptionell abgeschaut von Markus Köhle. Naja… und es kommen dann doch 5 weiter: Michl, Timan, Grög, Marta und Coné.

    Dann nach der Abstimmung featured Bumillo, der den Saal vor der Pause nochmals zum Ausflippen bringt. Dann Pause. Fenster auf, alle raus. Kurz durchatmen. Viel zu hart alles.

    Zweite Runde, das Publikum zum Teil ausgewechselt: Grög! propagiert das Unwissen, Michl slammt BWL-Verbalerotik, Coné ist 1,93m groß, Tilman will Profi sein und Marta spielt ihr Spielchen mit Heiner, dem Nerd. Michl und Tilman im Finale, eindeutig. Dann wieder Bumillo, und diesmal gibts die Brünette in der Ecke, die er immer anbetet, wirklich! Sehr witzig, siehe Fotos! Im Finale schimpft Tilman über Gästebuchschleimerei, und Michl fragt sich so einiges. Und gewinnt die 50€ und den Schnaps, Gratulation!

    So. Versuch eines Fazits: Slams als Untereinheiten von Festivals sind schwierig. Die Leute kommen nicht wegen des Slams an sich, sondern auch wegen des Slams. In der Pause wechselt das Publikum dann recht schnell, das war auch in Linz schon so. Und: Brasilianische Trommelgruppen kombiniert mit einer Tür, die nicht geschlossen bleibt, und einer Hörsaalanlage, die nicht so viel leistet wie erwartet, sind unstark… aber andere Lösungen waren auch nicht parat. Und man sollte sich unbedingt feste Helfer engagieren… mensch, Lange, du Freizeitchaot! Und die Zeit… ja, das hat alles dann doch ein wenig zu lange gedauert… next time we’ll do better.

    Trotz alledem: Es war für die Umstände ein ordentlicher Slam und die Stimmung war zum Teil substanzähnlich – die Leute sind sehr gut abgegangen! Das hat für den ganzen Stress mehr als entschädigt! Danke an alle Dichter und die Leute, die das ermöglicht haben, v.A. Bastian, Luc und Simon vom Orgateam!

    Nachtrag: Idee: Für den nächsten potentiellen Festivalslam einfach zwei in sich abgeschlossene Kleinslams machen. 4 Leute, 1 Sieger, Pause. Dann wieder 4 Leute, 1 Sieger, Pause. Kein Gesamtsieger.

    Bildergalerie München LMU-Sommerfest-Slam 06.07.07