• Heiner, 29 Mai 2007 /  Lange Denkt, Publicity

    Gestern Abend hat eine nette Frau zu Lange gesagt, dass immer, wenn sie die Landshuter Zeitung liest, was sie eigentlich selten tut, ein Bild oder ein Artikel über Lange dabei ist. So auch am Donnerstag letzter Woche nach dem Landshuter Slam:

    “Ich banane dich von ganzem Artischockenherzen” (mit Bildergalerie)

    Der Artikel ist sogar anständig geschrieben. Interessanteste Zitate, aus Langes Sicht:

    Stillere, nachdenklichere Einlagen werden bei den Slams zwar noch geduldet, aber nicht mehr honoriert.

    Geduldet auf jeden Fall “noch”, nur evozieren die nachdenklicheren Einlagen eben auch nachdenklicheren Applaus… so ist das Spiel.

    der Landshuter Lokalmatador Heiner Lange hatte unter Beweis gestellt, dass man beim Lesen auch die Arme weit um sich bewegen kann

    Prädikat: hehe :)

    Köhle, der flotte Anti-Typ aus Österreich

    Gibt’s Auszeichnungen für ausgefallene Formulierungen, die aber doch irgendwie treffend sind?

    angeseelt von diesem schönen Abend im kleinen Theater, der immerhin wieder einmal aufzeigte, was man Feines aus Worten machen kann

    Passt. Gute Publicity für den Landshuter Slam, hoffentlich kommen dann nächstes Mal auch wieder mehr Leute.

  • Heiner, 27 Mai 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Aufwachen diesmal im Büro der St. Pöltener LitGes und des St. Pöltener Pensionistenverein. Lange gönnt sich eine, vermutlich nicht wirklich erlaubte, Dusche mit dem Gartenschlauch (wessen Wasser auch immer das war, es war gut!), bloggt im I-Net-Café und steigt in den EC nach Linz. Selbiger hängt auf der Fahrt dorthin einen defekten Wagen ab, braucht also doppelt so lange, und Lange nutzt die Zeit, indem er im Abteil schläft.

    In Linz ist alles voller Menschen, Kunst auf der Straße (sowohl offiziell, als auch schabloniert), und einer Luft, die zäh wie Kaugummi ist. Eigentlich stünde Gewitter an, aber das kommt dann doch nicht. Lange schlurft am Weg zum Lentos in eine kühlende Kirche. Am Donauufer neben dem Museum ist der Rest des Linzfests aufgebaut. Die Innsbrucker treffen wieder ein und Linda Wallner, die Gutscheine für das Büffet im nahen Arcotel verteilt. Das Büffet ist… sättigend, der gebratene Reis und die Salate sind wirklich lecker. Dazu gibts von der Bühne vorm Speisesaalfenster kräftigen Metal.

    Um Punkt 8 strömen die Leute in Scharen ein, und Didi Sommer eröffnet mit Moderation und einem Opferlamm. Aafkrodsd… High/Lowlights (was welches sein soll, ist hoffentlich klar): Jimi Lend ist der erste Starter und verballert Rap- plus Freestyle-Worthülsen. Abermann und Fritz lesen leider dieselben Stories wie gestern Abend, Abermann bekommt eine starke Wertung, Fritz geht im Stühlerücken nach der Pause unter. René liest Trash, den Leuten gefällts bombig. Markus Köhle startet mit einem frisch geschriebenen Gedicht als Johann aus Tirol, und Kyn liest ein sehr starkes Gedicht auf die Wachau. Nadja Bucher slammt die klassischen “Schwitzlschwänzchen” und erntet Mordsapplaus. Andi Plammer trifft mit seinem Text (aneinandergereihte Sprichwortphrasen) genau den Nerv des Publikums – in Innsbruck damals hatte dieser Nerv gefehlt. Der Koschuh erlebt den verhassten Frühling auf Valium. Nora hätte durchaus gerne ein Puppenheim. Lange liest endlich “ausgemustert” und kommt trotz gutem Lacherfolgs nicht weiter. Ebenso wie Nora… Schlandland, wir haben dich unwürdig vertreten (hehe).

    Den Sieg im Finale holt sich am Ende der Koschuh mit seiner Hitlerperformance, die er eigentlich garnicht bringen wollte – aber wenn man das Publikum mit der Frage “Wollt ihr etwas politisch Unkorrektes” ködert, dann will es das natürlich. Zweite wird Nadja Bucher (mit einem witzigen Text, den Lange leider schon aus der Substanz-Vorrunde vom National 2006 kennt) und bewirkt, dass die Frauen sich nachher auf die Männer-Toilette trauen. Dritter wird… verdammt, vergessen. War’s René? (bitte um Kommentar!).

    Auf jeden Fall ein starker Slam mit großem Publikum (250 Leute), die 16 Teilnehmer sind dank frühen Starts konzentrationsmäßig auch durchzuhalten. Leider spielen genau parallel dazu die Kinderzimmerproductions und Stereo Total, die Lange sehr gern gesehen hätte. Nuja… ein andermal. Die Nacht verbringt Lange zusammen mit Nora, Markus und Didi in der Linzer Juhe, was sehr cool ist, zumal er dadurch endlich mal etwas Schlaf bekommt. Die Aufwachimpression hätte eigentlich ein gefüllter 8er-Schlafsaal sein sollen, aber irgendwie waren die Innsbrucker dann doch nicht jugendherbergsschlafwillig. Komisch. Die Fahrt nach Passau verbringt Lange zusammen mit Nora im ICE-Abteil, und dann geht’s zurück nach Landshut.

    Bildergalerie Linz 26.05.07

    Tourfazit:

    Punkteerfolgsmäßig wars Langes bisher ertragsloseste Slamtour, was aber mehr als aufgewogen wird: Die 4 Abende mit Markus Köhle waren sehr witzig, er und Lange haben jedesmal dem jeweils anderen unbekannte Texte präsentiert. Die Slams waren alle sowohl hochklassig als auch mit vielen Rookies besetzt, es war niemals langweilig. Und bis auf eine gewisse St. Pöltenerin hat Lange wieder viele freundliche Leute kennengelernt, und dazu seine Kontakte zur österreichischen Slamszene gefestigt. Und ein paar Inspirationen für Gedichte gefunden. Zum Glück sind in nächster Zeit weniger Auftritte, also wird Lange erstmal wieder kräftig schreiben und üben.

  • Heiner, 26 Mai 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    5 Stunden Schlaf. Immerhin. Lange wacht mittags in Christoph Werthmanns WG gegenüber der Passauer CSU-Zentrale auf, duscht frühstückt, bloggt. Der ICE nach St. Pölten ist gerade so schaffbar – am Bahnhof noch kurzes Treffen mit der rasenden Anna Kistner, und dann ab zum Gleis, wo Markus Köhle schon steht. Er hatte 3 Stunden Schlaf und hat sich zuvor noch eine Flüsserundfahrt gegönnt. Mit großen Sonnenbrillen stehen Köhle und Lange am Bahnsteig und verweigern sich der viel zu hellen und schwülen Realität. Zum Glück ist der ICE klimatisiert…

    St. Pölten, die Landeshauptstadt von Niederösterreich, präsentiert sich ziemlich provinziell. Köhle und Lange haben noch 4 Stunden totzuschlagen, und tun dies mit sternförmigen Spaziergängen vom Cinema Paradiso aus. Ist Feiertag? Warum ist denn überhaupt NICHTS los? Komische Gestalten, komische Werbung, aber irgendwie muss was passieren, damit die Handlung ihren Lauf nehmen kann. Erstmal nicht. Doch dann, dann, dann kommen die fröhlichen und bierbeladenen Innsbrucker (Trudl, Carmen, Martin Fritz, Robert Prosser und Stefan Abermann) in Stefans T1 in St. Pölten an. Man gesellt sich zu ihnen auf den Gehsteig, trinkt 16er Blech und kocht Kaffee… Die Zeit geht voran und zurück am Cinema sind Mieze Medusa, Diana Köhle und Thomas² auch endlich da.

    Der Slam an sich: Freejazz. Stichwort Struktur? Thomas und Thomas sind großzügig und lassen alle 19 Leute der Liste starten. Und das, obwohl der Slam erst um 22:30 Uhr beginnt. Alter Schwede. Lange ist irgendwo weit hinten gelost und bekommt nicht allzu viel mit. Scheiß Schlafmangel. Überreizung im Quadrat. Obwohl: Doch. Die Jury war schwach. 3 Leute, die Bohnen in die Kandidatengläser schmeißen, ohne statistische Streichungen. Nicht sehr fett, irgendwie. Es kommt zu einigen Fehlentscheidungen (Tschif hätte viel mehr verdient!). Martin Fritz schändet Zirben, Mieze Medusa ist feministisch, Stefan Abermann holt sich mit schrägen Namen richtig viel Punkte, Shin Fynx reiht Bild an Bild, und irgendwann ist der Lange dran, der sich konzentrationsmäßig nicht zutraut, einen 5-Minutentext zu bringen. Darum einfach Deshobida. Die Jury wirkt etwas irritiert, und Lange kommt nicht ins Finale. Dafür nachher Andi Pianka, der wirklich starke Unfugstexte bringt.

    Im Finale selbst setzt sich Stefan Butman nochmal an die Spitze und gewinnt verdient die 100€ Siegprämie, holla die Waldfee! Die Jury hat sich gefangen und bewertet im Finale plötzlich fair und angemessen.

    Dann zu Ende. Freejazz. Stichwort Struktur. Egon. Egon hat zu. Anderes Lokal hat offen. Fehlende Kommunikation bringt Lange dazu, bis 4 Uhr trinken zu müssen. Laune schwach. Müde. Betrunken. Hoffentlich niemanden angepöbelt… Dann irgendwie zum Büro der St. Pöltener LitGes und auf Matratze. Die blöden Vögel zwitschern schon wieder. 4 Uhr. Sommer. Vögel und Zirbenschänder. Zirbenschnaps? Vielleicht in Linz.

    Bildergalerie St. Pölten 25.05.07

  • Heiner, 25 Mai 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Aufwachsituation: Kreissäge und Beerdigungsgesänge. Schräg. Diagnose: Lange wohnt in ehemaligen Neubaugebiet mit Friedhof…

    Dann Passau: Lange ist um 8 da und das Scharfrichterhaus ist schon fast voll, trotz Spitzenwetter. Anna Kistner und Christoph Werthmann führen wie immer in Zweiergespann durch den Abend, das Haus ist proppenvoll, dürfte stark werden. Wolf Hogekamp ist gerade auf dem “Rückweg” aus der Schweiz und gibt sich als featured Poet die Ehre. Leider findet das Publikum nicht ganz den Draht zu ihm, es klatscht durchaus mehr, als reine Höflichkeit verlangen würde, aber der Funke springt nicht ganz über. Schade. Die erste Runde wird von einem älteren Passauer (Paul Uhl), einem jüngeren Passauer (Daniel, der im Januar mit Lange und Bumillo gewonnen hatte) und dem Passauer Team Lauschgift eröffnet. Die Stimmung ist freundlich aber noch verhalten. Erst Markus Köhle schafft es, das Eis zu brechen. Der Mann scheint den unbezwingbaren Willen zu haben, bei seinen wenigen Auftritten als Slammer richtig reinzuhauen, und das tut er auch. Nach ihm mal wieder der Passauer Stammdichter Norbert Schimmelpfennig mit seiner speziellen Art von Humor… unbeirrbar, jedes Mal dabei, und immer komische Namen in seinen Texten. Als letzte der ersten Runde wird Franziska gezogen, die sich gleich mal als “Frischfleisch” outet und einen Text ihrer aufgelösten Band vorträgt. Schöne Stimme, angenehme Performance, stark für ein Slamdebut. Zwischen ihr und Markus wird bei der Abstimmung nochmal gestochen, Markus ist im Finale.

    In Runde zwei kommt Reinhardt mit weißem Tisch, Tanja mit Herzschmerzdichtung, Ludwig mit einem Polt-ähnlichen Stück Kabarett, der kurz eingesprungene Atlas mit… einem kurzen Gedicht, und dann Phillip Noss aus Regensburg, der mit einer Geschichte über das Symptom des “netter Kerl aber unfickbar” das Publikum zum Johlen bringt. Und dann, als Letzter, der Lange: Wollte eigentlich “Ausgemustert” lesen, aber das ergibt wenig Sinn, da die Pointen nicht derart brüllig sind. Also liest er zuerst mal das extra für diesen Abend geschriebene “Passau unter Ärschen”, und dann Dada und Trash und Brecht. Phillip kommt klar ins Finale, Lange zweitmeiste Stimmen, immerhin. Im Finale dreht Köhle nochmal richtig auf und bringt den Passauern den nichtexistenten Unterschied zwischen dem harten und weichen Diroler D näher, während Noss richtig absackt. Dann wird der klassische Gewinnerwhiskey aufgeteilt und man redet und trinkt und redet und trinkt…

    Irgendwann findet man sich in einer Wohnung hinterm Rathaus wieder. Im Treppenaufgang ein vergoldetes Kanapee und das zweitgrößte Gemälde der Welt. In der Wohnung Tanzmusik von”HISS” und Bob Ross. Gleichzeitig an der Wand (von Anna Kistner) und auf DVD, exakt die selbe Vorlage. Surreal. Um 4 Uhr liegt ein Wort im Raum: Calvados. Pommes. Man schlurft durchs morgengrauende Passau (schöne Stadt!) zu besagter Kneipe, kommt um 10 vor 5 an, bleibt bis halb 6 und hat immer den Kellner im Nacken, der eigentlich schon lange zusperren will. Pommes rotweiß, Schranke, Currywurst, überdrehtes Lachen, Pils, Vogelgezwitscher.

    Bildergalerie Passau 24.05.07

  • Heiner, 24 Mai 2007 /  Bilder, Landshut, Lange Denkt

    Fett. Endlich mal wieder Slam in Langes Landshut, und gleich richtig Gäste von außerhalb. Slammaster Roger Wüthrich ist wieder am Start, begrüßt das (leider nicht extrem zahlreiche) Publikum und übergibt direkt an Ditar Kalaja und Monika Speckner aus Grafing mit ihrem Teampiece “Wach auf, Melancholie”. Die erste Runde eröffnet Malte, der Bassist der RinguBands Manual Kant und Elastic Spastics, mit einem Text über einen Mann, der auf Glück allergisch ist, und einem Traum, in welchem Andy und er Gina Wild retten. War sein erster Slam, vielleicht schreibt er ja weiter. Dann Lange mit Freitagsblues und endlich mal wieder Wurst, und die Leute gehen richtig gut mit, wodurch er sich gegen Malte, Andrea Limmer aus Landshut und Ditar Kalaja im Einzel durchsetzen kann und ins Finale zieht. Fein.

    Runde zwei wird von Bumillo und der Freundin seines besten Freundes eröffnet, dann kommt Markus Köhle, zerstört Liebesillusionen und erzählt von einem gemüsigen Apfelabend. Beide lauter Applaus, dagegen kommen Monika Specker und Christian aus Landshut nicht an. Auch nach zweimaliger Applausabstimmung lässt sich keine klare Tendenz erkennen und so kommt es zum Dreierfinale Lange – Bumillo – Köhle.

    3 Minuten. Extra vorher nochmal nachgefragt. Lange ist zuerst dran, nutzt seine drei Minuten mit “Coffee, Cookies and Cigarettes”, nicht so gehetzt vorgetragen wie letztens in München, und geht von der Bühne. Dann Bumillo, der keine Texte für 3 Minuten hat. Zwickmühle: Sollte man ihn nach 3 Minuten gnadenlos absägen, weil das die Regeln verlangen, oder sollte die Finalzeit nachträglich verlängert werden? In beiden Fällen hätte jeder einen gewissen Nachteil, wobei der Nachteil, keinen Text zu haben, vermutlich mehr wiegt, als der Nachteil, einen 3-Minutentext lesen zu müssen, den man hat. Bumillo bekommt von Roger 5 Minuten und erklärt seine Liebe an die Brünette hinten im Eck. Markus Köhle (wie viele Minuten er gebraucht hat, wurde nicht gestoppt, ist aber im Endeffekt auch egal) bringt eine sehr starke Performance namens “China 285″ mit ebenso vielen Wörtern, die sich alle nach dem selben Muster reihen, a la “Claqueure Haltet Inne – Noch Ausführungen!”, und gewinnt, Bumillo ist Zweiter.

    Soll Lange da jetzt nach Gerechtigkeit fragen? Schließlich hätte er, wenn er auch 5 Minuten bekommen hätte, einen wesentlich bewährteren Text im Finale gewählt und vermutlich bessere Siegchancen gehabt. Aber, nein. Lange lässt jetzt einfach mal die Großzügigkeit des Lokalmatadoren spielen, lässt das Minutenerbsenzählen bleiben und hofft auf ein besseres nächstes Mal, oder hofft einfach darauf, dass das Finale nächstes Mal prinzipiell verlängert wird. 3 Minuten sind irgendwie generell ein gewisser Hemmschuh für Slamunterhaltung… Trotz allem war das bisher der mit Abstand beste Slam in Landshut!

    Der Rest des Abends geht in viel zu viel und viel zu günstigem Alkohol unter. Während man da noch so lang beisammensitzt, trinkt und redet, könnte für Auswärtige der Eindruck entstehen, Landshut bestünde nur aus Langeweile, Alkohol, Drogen, Stress mit der Polizei und grundperversen Musiklehrern. Aber vielleicht ist das ja auch so…

    Bildergalerie Landshut 23.05.07

  • Heiner, 23 Mai 2007 /  Landshut

    Ein Auftritt in der Kleinstadt – Welcher denn? – in Langes! Und das sogar nur 10 Minuten Gehzeit von der Haustür aus. Die Sofalyrics hatten in der Langen Nacht der FH einen Startplatz bekommen, den Lange nun mit 15 Minuten Performance-Poesie füllen darf.
    Die LANGE Nacht

    Sieht man sich das Lange Nacht Programm so an, sieht man gleich: Da ist die Hochkultur am Start. Auch mal eine interessante Erfahrung: Poetry Slam bzw. Performance-Poesie wird nicht in den Mainstream geschoben, sondern in die andere Richtung… ob man da etwas damit anfangen kann? Kann man. Lange bekommt für “Ausgemustert”, “Samstag in Auloh” und die pseudohedonistischen Partygedichte fetten Applaus, einige Schulterklopfer von Leuten, die so etwas noch nie gesehen haben (und auch: den Lange kennen, aber ihn so noch nie gesehen haben), und ein Moleskine-Büchlein als Dankeschön für den Auftritt.

    Die 15 Minuten Show wurden gefilmt und werden, sobald überspielt und geschnitten, hier in Auszügen ansehbar sein. Seid gespannt, Lange ist es auch.

    Heute Abend steht nun der Slam im kleinen Theater in Landshut auf dem Programm. Angesagt haben sich u.A. Bumillo, Markus Köhle und Ditar Kalaja mit Monika Speckner. Wird fett werden.

  • Heiner, 20 Mai 2007 /  Bilder, Lange Denkt, Reiseberichte

    Murphy hat zugeschlagen: Das FVV (Fahrzeit-Verspätungs-Verhältnis) liegt bei 1:1, insgesamt 90 Minuten. Grund: Gleisbauarbeiten und vorausfahrende Dampflok in Kombination. Folglich recht spät erst im Stragula, aber glücklicherweise noch nicht voll.

    Die erste Runde wird von Sarah Hakenberg mit einem “süßen” Geschlechtertext punktemäßig angeführt, dahinter folgen u.A. André Kovac und Lange. Lange presst zwei schräge Szenen (allein das schon ein Affront gegen die Kiezmeisterschaftsregeln… sorry) viel zu schnell in die 5 Minuten mit dem Versuch als Ziel, die Jury zu polarisieren. Gewinnen muss heute nicht sein. Sofern 8,7 Punkte oben und 6,2 Punkte unten als polarisierend gelten dürfen, hat er sein Ziel erreicht. Wobei diese Idee eigentlich töricht ist: Als ob Lange zu jedem Slam seine konstante Privatjury in der Hosentasche (aka Taschenfrank) mitschleppen würde, die es zu überzeugen, provozieren oder polarisieren gilt… Mensch, Lange.

    Nun aber noch ein wenig Gemoser langeseits: Ein junger Poet bekommt eine sehr respektable Punktezahl hinter Sarah, aber wodurch… Lange möchte nicht alle Workshop-Absolventen bzw. Teilnehmer in einen Topf schmeißen, aber Besagter liest (in diesem Fall trägt er frei und durchaus gut betont vor) regelmäßig Texte nach dem Muster “Ich versuche mich in eine Gefühlssituation hineinzuversetzen, die ich selbst nie erlebt oder miterlebt habe”, und das wirkt auf Lange befremdlich. Diagnose: Geringe Authentizität, die vom Großteil des Publikums anscheinend nicht wahrgenommen wird. Guter Vortrag also, aber noch nicht wirklich adäquate Inhalte – aber vielleicht hält er damit noch hinterm Berg, wer weiß… Im Gegensatz dazu der Augsburger ABC-Workshop-Absolvent (auch wenn er diesen Titel nicht allzu gerne hört) Tommy Tesfu, der wirklich einen eigenen Stil entwickelt hat. Ok, die Rassismusthematik liegt für ihn natürlich nahe, aber dafür ist er authentisch und hat gute Performanceideen. Zusätzlich kommt es an diesem Abend auch mal wieder zu fröhlichem Worthülsenverschießen diverser Rap-Poeten… für Lange klingt das irgendwie regelmäßig abgenudelt. Wobei es im Bereich Rap-Poesie auf Poetry Slams natürlich auch feine Ausnahmen gibt (z.B. Tobi Kunze, wem noch jemand einfällt, bitte kommentieren).

    Aber genug gelästert. Demnächst an dieser Stelle vielleicht auch mal konstruktive Kritik :) . Zurücklästern bitte in den Kommentaren. Die erste Runde also eher mau, aber dann die zweite: Marta begeistert das Publikum mit “Tempus fugit”, Tommy ergreift das Publikum mit “Kehlkopfeintopf”, und Bumillo bringt es mit einer gut ausgearbeiteten Performance (der alte Schauspieler…) zu “Die Freundin meines besten Freundes” zum Toben, alle drei landen im Finale, so is’ recht! Das Finale entscheidet Bumillo mit einer Liebeserklärung an das klassische Mädchen-dort-hinten-in-der-Ecke inclusive Kaiser-Franz-Einwurf für sich, gegen Martas Blackoutrekapitulation und Tommys Madonnaadoptionsdiss. Gratulation, das war ein klasse Finale mit genau den richtigen Leuten!

    Bildergalerie Kiezmeisterschaft 19.05.07

  • Heiner, 18 Mai 2007 /  Reiseberichte

    Augen auf. Schildkröte. Augen zu. Augen auf. Schildkröte. Finger zu Schildkröte, geschützt durch Glas. Schildi schnappt und läuft gegen Scheibe. Doofes Schildi. Michl muss früh weg, Lange fährt mit Monika, leiderdochnichttaschen-Frank und Ditar zu deren Freunden, wo es Frühstück gibt und Wehwalt übernachtet hat. Lange wird von Ditar zum Grafinger Bahnhof gefahren, dann geht’s weiter über München nach Stuttgart. Im IC hat Lange die fixe Idee, trotz eigentlichen Nichtrauchertums ins Raucherabteil zu gehen, Kippen zu schnorren und ein wenig rauchzukringeln und zu paffen, solange es noch nicht verboten ist. Metallhund macht mit.

    In Stuttgart angekommen wird Lange von Thomas Geyer, dem Verlagsleiter der Sprechstation (tolle CDs, gleich mal durchschauen!) abgeholt und fährt zusammen mit Philipp Scharrenberg, Nils Heinrich und Freundin zum Abschiedsslam der Sprechstation nach Konstanz. Philipp wirft die Information in den Raum, dass heute der Internationale Tag gegen Homophobie ist, was sich durchaus bestätigt: Die MS Baden ist rosa befähnelt, und beim nachmittäglichen Kaffeetrinken werden Thomas, Philipp und Lange von der weiblichen Bedienung unfreundlich behandelt, weil vermutlich im komplementären Sinne heute auch der Tag der Heterophobie ist. Auf der Toilette prangt ein Aufkleber des Fitnessstudios “Verschweisst” für Lesben und Schwule eV. Mit grinsendem verschwitztem nacktem-Oberkörper-Mann darauf. Immer wieder erstaunlich, wie ausschließlich das öffentliche Klischee der Homosexualität sich auf Männer mit nacktem Sixpack beschränkt. Gibt es derartige Lesbensymbole?

    So langsam trudelt dann die gesamte Dichtermeute (Lineup auf www.sprechstation.de) aufs ausverkaufte Slamschiff MS Baden, rappelvoll mit gut gelaunten Menschen. Lange ist in der 10er-Vorrunde auf dem von Thomas moderierten Oberdeck (unten moderiert Toby Hoffmann), bekommt also von unten fast nichts mit. Ein wenig Bericht von oben, sofern noch in Langes Kopf: Renato Kaiser eröffnet mit klassischer Geschlechterbeziehungsproblemlyrik und bekommt (für ihn) magere 21 von 30 Punkten. Nils Heinrich lässt den Boden beben, Nicolai Eckerlein beschimpft das Publikum als Fotzen, Julius Fischer findet Nudeln in der Kaltschale, Nadja Schlüter ist fasziniert von Theater, Tobi Heyel liest einen provokant harten Text gegen Kindesunterdrückung und -missbrauch und Lange hat den Freitagskleinstadtblues. Dumm nur, dass dieser Text zu 65% aus Performance besteht und 4/5 des Publikum nur hört, nicht sieht. Ebenso die Jury. Lange bekommt 21 Punkte, was die vorderen Reihen nicht so toll finden, und ist raus. Naja, 5er-Serie kommt ein andermal. Im Oberdeckfinale lässt Nils Heinrich es nochmal gegen Nadja Schlüter und Matze B kräftig krachen und gewinnt, unten (Lange hüpft) gewinnt Ken Yamamoto mit einem herausragenden “Jailhouse Blues” gegen Gabriel Vetter und Ato Meiler. Dieser Ken… eigentlich schon eine Klasse für sich. Hat Lange beim National in der Vorrunde platt gemacht und dann im Volkstheater fast den ganzen Saal (bis auf die Jury, manch einer erinnert sich) geplättet. Und schert sich offenkundig nicht um das “Gaudidiktat” (zitat Storz), das beim Poetry Slam sonst herrscht. Folglich trägt er beim Finalstechen auf dem Oberdeck gegen Nils Heinrich kein eigenes Gedicht vor (Begründung: Er hat kein Neues auswendig gelernt!), sondern covert Charles Bukowski, lässt sich damit freiwillig disqualifizieren, hat aber trotzdem noch einen starken Abgang.

    Der Rest des Abends ist vernebelt. Lange steht zeitweise mit Scharrenberg, Eckerlein und einem Konstanzer Anzugmann im Unterdeck und redet assoziativen Schwachsinn (Bonn! vonbonn, imbus imbiss inbonn. deinemudda.), irgendwann verabschiedet sich die gesamte Poetenmeute voneinander, ein Großteil fährt rüber in die Schweiz zum Haus der Dichterkolonie in Kreuzlingen (WG u.A. von Gabriel Vetter, Matze B und früher Thomas Geyer) und lässt dort den Abend ausklingen. Am Morgen danach fährt Lange mit Thomas nach Stuttgart zurück (scheiß Zugbindung, Stress) und pennt im leeren IC weiter. Auf der Fahrt von München nach Landshut trifft er noch Bumillo im Zug, der auf dem Weg zum Regensburger Slam ist. Bumillo kommt aus München und müsste unter langeschem Verfolgungswahn leiden: München, Regensburg, Passau – egal, wo er ist, Lange ist schon vor ihm da… und selbst bei Slams, die Lange ausnahmsweise mal auslässt, klebt er an Bumillo…

    Fazit: Krasser Abend in Konstanz, ein fulminanter Abschied der Sprechstation aus Konstanz! Und noch eine Gossip-Nebeninfo für alle Szene-Internen: Thomas wird nach der Sommerpause den Rosenau-Slam von Timo Brunke übernehmen. In Konstanz hat sich allerdings bisher noch kein richtiger Nachfolger gefunden.

    Bildergalerie Konstanz 17.05.07

  • Heiner, 17 Mai 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Direktverbindung von Landshut nach Wasserburg – das ist doch mal nett. Dazu noch auf unelektrifizierter Strecke, welch Abenteuer! Lange trifft sich in Landshut mit Michl, der gerade aus Nürnberg gekommen ist, dann geht’s los.

    Und die Stadt liegt im roten Rausch. Trikots, Freibier, what the hell? Michl und Lange lassen sich aufklären: Die Damen-Basketball-Mannschaft ist gerade deutscher Meister geworden – mit einem lauten “Wasserburg allez allez” wird der Freibierstand gestürmt und fröhlich mitgefeiert.

    Der Narrenkeller füllt sich zuerst mit Poeten (u.A. dem verspäteten Wehwalt Koslovsky, der durch einen Springer zwischen Leipzip/Halle-Saale aufgehalten worden war), dann kommen auch langsam Gäste. Wehwalt eröffenet den Abend u.A. mit “Reimo ergo sum”, die erste Runde wird von Lange klar gemacht, ein Finale Lange-Jakob liegt in der Luft. Zuerst macht Wehwalt weiter mit “Schiller fickt” und “Nitty Gritty” (die Lange somit endlich mal live vom Urheber selbst hören darf). Lange meint, bei Schillers Fickeskapaden ein paar empörte Gesichter im Publikum erblickt zu haben, was aber nicht ganz gesichert ist…

    In Runde zwei liest Michl u.A. auf Langes Wunsch “Abschied”, und kommt nicht weiter, weil Rudi Lössl als Lokalpatriot einen Fanblock am Start hat. Sehr schade, also schon wieder kein Finale Wurst gegen Tofu. Das Finale geht trotz des Lösslschen Fanblocks an Lange, womit er sich eine 4er-Siegesserie in den Griff ritzen kann und einen Metallhund gewinnt. Einen Yorkshire-Terrier aus Blech, die Evolution des Wackeldackels!

    Um 23:00 Uhr dann Besuch aus Kempten: Frank M. Sohler tritt durch die Tür des Narrenkeller. “Jo hallo, jetzt bin ich da. Hab mich a bisserle verfahren, darum bin ich jetzt 4 Stunden zu spät.” Mensch, Frank. Nach der Fahrt nach Freising wächst in Grafing beim Absacker in Lange der Wunsch, einen 20cm großen Taschenfrank zu besitzen. So zum Auspacken und auf den Tisch stellen, wenn eine Situation mal wieder ein gehöriges Maß an Skurillität benötigt…

    Bildergalerie Wasserburg 16.05.07

  • Heiner, 16 Mai 2007 /  Multimedia, Publicity

    Ein paar mediale Sachen haben sich zusammengetragen:

    Lange ist zusammen mit Lars Ruppel und Sebastian 23 (welch Ehre!) in Anna Kistners Poetry Podcast erschienen. Zwar nur mit einem kurzen Namenstrailer, aber Anna sagte, da kommt noch mehr. Wollen wir hoffen – reinhören lohnt sich.

    Der Lange.Slam.Blog ist aber sofort auch unter www.dichterlange.de erreichbar! Dick und blinkend ins Hirn schreiben oder neu bookmarken!

    Dann wird Lange morgen vermutlich auf der Fahrt von Wasserburg nach Konstanz kein Internet haben, ergo nicht bloggen können. Am Freitag wird die Zeit ebenfalls nicht reichen, also kommt am Samstag erst der Reisebericht zu Wasserburg und Konstanz. Und weil das sowohl den Lange ein wenig traurig macht, als auch vermutlich einige Leser, gibts bis dahin wieder eine kleine Ablenkung:

    Aufwachen

    Ein textographisches Poetry-Flash über den Morgen danach. Im freundlichsten Sinne allen Denen gewidmet, in deren Domizilen Lange schon umsonst nächtigen durfte. Damit das niemand falsch versteht: Lange hat kein Problem mit chaotischen Aufwachverhältnissen, und wenn Lange außerhalb schläft, braucht sich niemand wegen der potentiellen Unordnung in seiner Wohnung zu schämen! Lange ist aus Prinzip für jede Übernachtungsgelegenheit dankbar!

    Draufklicken, neues Fenster öffnet sich. 5 MB groß. Boxen anmachen!
    Aufwachen…