• Heiner, 10 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Der Beginn. Lange kommt nach einer schläfrigen Regionalzugfahrt in Augsburg an und steppt durch die Stadt mit Punks und beleuchtetem Rathaus. Vor der Kresslesmühle gleich mal Kalchy und Oana aus Donauwörth getroffen, Flyer bekommen mit eigenem Namen drauf. Fein. Tommy Tesfu getroffen. Cool. Drinnen Tobi Kunze und seine Freundin Wiebke sowie den Slammaster Horst Thieme (der absolut konsequenteste Slammaster Deutschlands! Lasse Samström ist spontan da, wird aber nur in den Topf geschmissen, weil er sich nicht vorangemeldet hat, und kommt nicht dran) getroffen. Alles komplett. Auf der Bühne sehen die beiden Jungs von “Klimakatastrophen-Beachrock”, die feinen Elektro-Impro-Jazz spielen und alle Poeten in der Vorrunde sehr sehr gut musikalisch untermalen. Starke Musiker!

    Zuerst haut Tommy Tesfu dem Publikum seinen unheimlich politischen Madonna-Adoptions-Text “Krauses Haar – Dicke Lippen – Dunkler Teint” vor den Latz. Klasse! Tobi Kunze bringt einen (dank der musikalischen Begleitung sehr flüssigen und mitreißenden) Freestyle mit Sauerkraut am Ende und gewinnt knapp gegen Tommy die erste Runde.

    In Block zwei steht Albrecht auf der Bühne. Albrecht liest ein Gedicht über die Ausgburger Hasengasse vor. “Hasengasse, hehe, da wird bestimmt gerammelt”, witzeln Lange und Kunze. Und sie haben Recht. Albrecht liest einen Text über wahre Puffliebe. Viel zu hart. Dann Lange auf der Bühne, zuerst mit dem Debüt seines angekündigten Kot-Textes, der aber durch die musikalische Ablenkung leicht daneben geht. Doch dann: Wurst. Wurst. WurstWurstWurst. Die Beachrockers geben Alles. Lange gibt Alles. Ein echtes Happening! Wenn es von diesem Auftritt des Wurstsongs einen Mitschnitt gäbe, er wäre eine Wagenladung Pfefferbeißer wert!

    Finale also Kunze gegen Lange. Kunze beginnt mit einem ernsten Text, Lange bringt die Lebensqualität an den Start und gewinnt. Schön.
    Die folgende Party wird erstens durch Lost in Translation (auf von der Decke hängenden Fliegengittern projiziert) dominiert und zweitens durch Kunze und Lange, die sich die Seele aus dem Leib spacken.
    Am nächsten Tag führt Horst den Lange, den Kunze und Wiebke erst in den goldenen Rathaussaal, dann in die Fuggerei und spendiert beidesmal den Eintritt.

    Fazit: Augsburg = Feine Stadt, feiner Slam, gerne wieder!

    Bildergalerie Augsburg 09.03.07


    (Danke an Tobi für die schicken Fotos von Lange)

  • Heiner, 09 Mrz 2007 /  Reiseberichte

    Lange packt seine sieben Sachen. Eine kleine Tour steht an: FR Augsburg, SA Schweinfurth, SO F

  • Heiner, 06 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Diese Reise war die Einlösung von Christian Ritters Einladung im Januar in Bamberg:

    Nachmittags 3,5 Stunden Zug gefahren (unterwegs in Nürnberg noch Martin Geier und Marta D. Bednarczyk aufgegabelt), beim Slam 4 Freigetränke bekommen, das war fein. Unfein war leider, dass Lange als Erster gezogen wurde, aber was will man machen. That’s Slam, that’s what all the people say… Das Abstimmungssystem lief folgendermaßen: Nach dem jeweiligen Dichter ging Christian ans Mikro, zählte von 1 bis 10, und die Note mit den lautesten Applaus war dann die Bewertung. Lange bekam nur 7,5 (1. weil die Leute nicht warm waren und 2. weil Lange nicht warm war). 5 von 9 Leuten kamen dann ins Halbfinale (mit 9er und 10ern als Noten, plus Marta mit 8,75), danach im Bombenfinale Tobi Kunze mit einem Freestyle über Würfel, Ohrenstäbchen, Problembären und Usambara-Veilchen (ja, er stand am Meer ein ganzes Weilchen…) und Necip Tokoglu. Der Effekt war ein Doppelsieg. Sehr spannend aufgezogen mit der Dreifachstaffelung, aber Lange war irgendwie unbefriedigt. Christian fuhr dann mit Lange und 3 weiteren Leuten in seinem Mini-Auto komprimiert nach Nürnberg zurück, wo er wieder bei der liebenswerten und gastfreundlichen Marta, ihren 2 Bartagamen und Thekla, der Vogelspinne, übernachtete.

    Nach der Rückkehr das Fazit: 22 Stunden Unterwegs-Sein stehen im Verhältnis zu 6 Minuten Bühnenruhm. Das war es dann aber auch schon mit der Verhältnismäßigkeit… mit der kleinen Tour nächstes Wochenende wird das wieder besser, hofft Lange. Auch im Bezug auf interessante Blogeinträge, zu denen dieser hier vermutlich nicht zählt.

    Und hier die Fotos:

    Galerie Würzburg 04.03.07

  • Heiner, 03 Mrz 2007 /  Landshut

    Es war grotesk. Szene:
    Stadtjugendpfleger geht ans Podium und spricht die Grußworte. Leitet über zu Lange, der sich inform von Dichtung mit dem Thema Lebensqualität beschäftigt hat. Lange betritt die Bühne, stellt seinen Mikroständer vorne an die Bühne und zieht sich eine Schlafbrille an. “Hallo liebes Publikum. Ich heiße Heiner Lange und habe eine Schlafbrille aus dem Nachtzug von Oslo nach Stavanger an. Aber das hat mit dem Gedicht nichts zu tun.” Schlafbrille fällt, Haare wedeln, Computermäuse, Scheren, Klopapierrollen und Kugelschreiber fliegen von der Bühne. Lange sagt: “Klarer Fall: Für Kunst ist es niemals zu spät. / Denn Kunst, das ist die wahre Lebensqualität.”
    Applaus. Lange geht von der Bühne, mutiges kleines Mädchen trägt ihm seine Papiertüte hinter, die er auf der Bühne vergessen hat. Der stellvertretende Stellvertreter des Bürgermeisters geht auf die Bühne und lobt den Einsatz aller Jugendlichen von Jugend Gestaltet Freizeit, nennt Lange als Vorbild. Redet langweiliges Zeug. Alle Leute bemerken den Kontrast, aber üben sich in Lethargie. Mann verlässt die Bühne. Eine körperlich und geistig behinderter Rollstuhlfahrerin und seine Betreuerin betreten die Bühne. Die Rollifahrerin verlässt den Rolli und macht mit der Betreuerin witzigen Bodentanz. Das Publikum findets toll. Beide verlassen die Bühne, irgendein älterer Mann tritt ans Podium, sagt “Dankeschön Frau Ritzinger für diese Darbietung.” und erwähnt den Namen der behinderten Rollifahrerin nicht. Grotesk. Eine 4er Rapcombo zwischen 15 und 17 Jahren tritt auf, nölt “immer mehr Leute nehmen Drogen / schaut euch doch mal um was passiert / nichts wird sich ändern wenn sich nicht mehr beschweren / Deutschland ist toll / bla “. Alle feixen über die Deplaziertheit. Der Stadtjugendpfleger geht wieder ans Podium, beendet diese Eröffnungsveranstaltung und sagt auch nochmal speziell über die Rollifahrerin “danke auch an den jungen Mann”. Sie scheint keinen Namen zu haben.

    Nachtrag: Die beiden Gedichtzeilen von Lange wurden zwei Tage später bei Radio Trausnitz gesendet. In der Landshuter Zeitung erschien ein Bild von Lange mit Schlafbrille.

  • Heiner, 02 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Mal wieder daheim. Die Reisewut für 2 Tage mal wieder befriedigt. War nett. Dienstag Abend war Prop-Slam in Nürnberg: Lange wurde mit 23 Punkten Dritter, hinter 24 und 27 Punkten, und eine Computermaus verfing sich während seiner Show in seinen Haaren. Sehr starke Show von Sigi Hirsch und seiner Nudeldiät! Die Siegerin des Abends, Johanna Moll und ihr Akkordeon gegen Udo Tiffert und sein Buch, spendete den Wodka an alle anderen , aber irgendwie war Lange nicht so in Trinklust. Die Nacht verbrachte er bei Michael Jakob, dem Slammaster. Zuerst mit ihm, seiner Freundin Martina und 4 weiteren Leuten in seine Wohnung gefahren, Schlummerbierchen getrunken, über WDR-Slam, Parcour und True Metal diskutiert und dann im Schlafsack auf einer Matratze geschlafen. Gut geschlafen, wohlgemerkt. Michael und Martina servierten ein spitzen Frühstück und kochten sogar, Lange ging mit Micha-El Goehre aus Bielefeld (Featured Artist des gestrigen Abends) durch Nürnberg spazieren. Abends dann mit dem Auto nach Bayreuth.
    Komische Fahrt. Zu viert im Nissan Micra, Nightwish (Finnischer Opern-Heavy-Metal) im CD-Radio und beschlagene Fenster wegen Starkregen und zu viel Atemluft. Lange schlief. In Bayreuth war der Slam in einem kleinen Jazzclub. In der Vorrunde brachte Lange seinen Butter-für-Afrika-Text gebracht, der ihn ins Finale gegen Micha-El führte. Leider kam Lange im Finale zuerst dran, brachte einen Perfomance-Trash-Text über Wurstproduktion, den Micha-El mit einem Performace-Text über schwarzen Kaffee und Black Metal getoppt hat. Konsumprodukttexte forever, sag ich nur. Brot, Senfglas, Kaffee, Wurst: Wir haben alles im Angebot. Kot fehlt noch, aber den Text müsste man aus Sicht einer Schmeißfliege schreiben.
    Auf dem Rückweg nach Nürnberg wieder Nightwish, und Micha-El kaufte sich an der Tanke ne Bifi-Wurst. Langes Text scheint Hunger zu machen. Bei Michael Jakob daheim Bierchen und Chips. Danach wieder guten Schlaf gehabt (eigener Schlafsack und Matratze, verbunden mit leichtem Pegel, sind unschlagbar!) und vormittags mit dem Zug zurück nach Landshut.

    Und hier die Fotos:

    Galerie Nürnberg 27.02.07 und Bayreuth 28.02.07