• Heiner, 29 Mrz 2007 /  Bilder, Multimedia, Publicity

    Alright. Vor zwei Wochen war in der Landshuter Zeitung ein Artikel mit Langes Foto erschienen, auf dem er eine Schlafbrille trägt. Weil er das morgen nochmal auf die selbe Weise tun wird, hier das Foto:

    Lange in der Landshuter Zeitung

    Dann wurde Lange letztens, nach seiner Kiezmeisterschaft (sein Bericht) per Telefon interviewt. Das Interview und der Mitschnitt des Slams laufen am Freitag, den 30.03.07, von 20 bis 21 Uhr auf Radio Lora 92,4 in München. Mal sehen, welch Gewäsch der Lange da am Telefon von sich gegeben hat… Als Nichtmünchener kann man sich das auf deren Homepage als Webstream anhören (Lange als ebenfalls Nichtmünchener empfiehlt den OGG-Stream).

    Dann wurde Lange letztens in Donauwörth bei seiner Wurst-Performance gefilmt. Ton und Bild sind leider nicht synchron, aber immerhin: Lange auf Youtube! Boah, da wächst das Selbstbewusstsein in unbekannte Höhen! (Sicher? Höhen?) Hier der Link zum Video.

    (Langes nächster Bericht wird vermutlich nächste Woche Dienstag erscheinen, über Stuttgart und Tübingen.)

  • Heiner, 26 Mrz 2007 /  Landshut, Lange Denkt

    Sonntag, 19:00 Uhr. Martin Mezger, Chef der Alten Kaserne, ruft Lange an: Der Regensburger Comedian, der bei der Preisverleihung des Landshuter Kurzfilmfestivals auftreten soll, kann nicht kommen. Ob Lange da nicht einspringen kann? 19:30 soll’s anfangen. Lange kann. Zumal er sowieso überlegt hatte, dorthin zu gehen (Pro: Geile Filme! Contra: Eintritt und traditionell für Außenstehende etwas langatmiges Rahmenprogramm), und auf diese Weise ist das natürlich cooler als daheim mit pseudo-spektakulärem Fernsehtrash die Zeit totzuschlagen.

    Zuerst der Festivaltrailer, dann geht das Licht an und Lange betritt die Bühne. 500 Leute, seine Bühne, 5 Minuten. Dichtet, geht wieder runter und wird noch beklatscht, als er sich schon wieder neben der Bühne an die Wand lehnt. Schönes Gefühl. Entweder ist es dieses Gefühl, das Lange die Honorationen und Preisverleihungen kürzer vorkommen lässt, oder sie sind tatsächlich kurzweiliger als sonst. Vermutlich beides.

    Lange Gedanken:

    Die Gewinnerfilme, die danach gezeigt werden, sind klasse, nur Filme, die ihre Auszeichnung wirklich verdienen. Bei den Preisen fällt Lange Folgendes auf: Die Siegerfilme des Publikumspreises sind durch die Bank eher witzig. Und beim 3. und 1. Platz ist jemand gestorben, als Ausgangssituation. Aber die Komik überwiegt klar die Tragik. Die Siegerfilme des Jurypreises sind durch die Bank eher traurig. Und beim 3. und 1. Platz stirbt jemand, während des Films. Aber die Tragik überwiegt relativ klar die Komik. Frage: Wie kommt das? Und: Gibt es da Parallelen zu Poetry Slams?

    Gedanken in Fragen formuliert: Ist Honoration von Tiefgründigkeit also ein rein individualistisches Phänomen? Oder fühlt sich das Individuum bei seiner Hingezogenheit zur Tiefgründigkeit unbewusst von der Gesellschaft bedrängt, deren offenkundiges Ideal die Tiefgründigkeit ist, die sich aber als versammelte Masse viel lieber schlapp lacht?

    Oder ist Lange nur ein Schwätzer, der mit diesem Blogeintrag mehr oder weniger vorgibt, dieser Gedanke sei ihm als Erstem von geschätzten 100 Milliarden bisher gelebten Menschen gekommen?

  • Heiner, 23 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    In Wiesbaden sehr gut geschlafen und sehr gut geduscht (danke nochmal!), macht Lange Station in NB. Sein erster Slam als Zuschauer seit 5 Monaten… – Lange ist kein Franke, auch wenn er dauernd dort auftritt -

    Um 17 Uhr in NB angekommen, bleibt Zeit, im Neuen Museum die Zeit totzuschlagen. 5 Minuten vor Streifenbildern stehen und rumhüpfen, und alle Wärter halten Lange für verrückt. Dann der große Frankenslam: Michl hat sich ins Zeug gelegt und der Festsaal füllt sich mit 250 Leuten – die Werbung hat sich gelohnt. Maddin ist Co-Moderator. Marc-Oliver Schuster bringt die Meute mit Katze zum Johlen, dann gehts los.

    Das Lineup (siehe Galerie) ist Frankens Spitze, niemand bringt in der Vorrunde schlechte Texte. Die erste Runde ist bis auf Intifa-Dada und Christian von ernsthaften Texten geprägt. Und die sind gut. Felix Kern, dem Lange nächstes Mal besser zuhören sollte, erzählt fein, Pauline Füg lässt sich finden, Nils Rusche und Felix Brenner nehmen sich im Team einem ernsten Thema, “Missbrauch im sozialen Nahraum” an, und das in einem mitreißenden Takt – so gehört sich das! Christian bekommt den lautesten Applaus für seine “Pimps der 1A-Story” (was irgendwie zu erwarten war).

    Marc-Oliver heizt weiter ein mit Katze, Aspirin und Bananenschalen, dann macht Marta D. Bednarczyk weiter mit einer ganz frisch geschriebenen, handwerklich guten, aber thematisch leider schon oft gehörten Geschichte (Blackout rekapitulieren). Papa Guido schockt mit Kot, reißt das Ruder aber noch mit witziger Wurmlyrik um. Janis Lasmanis macht Minutenlyrik, die durchaus mehr Potential hat, als es das Publikum honoriert. Dann Langes Geheimfavorit Bybercap Junior (der sich gegenüber Lange für das Erlanger Publikum in die Bresche wirft, weshalb Lange Erlangen nochmal ‘ne Chance geben wird) und seine bärenstarke “Herr Schmidt/Schmiiiidt verzweifelt am deutschen Schulsystem”-Geschichte. Geil. Zuletzt Sigi Hirsch, der seinen Nonsens (darf Lange das sagen?) souveräner und konsequenter als sonst vorbringt und laut beklatscht wird.

    Die Auszählung bringt Christian, Bybercap und Sigi ins Finale. Zuerst zeigt der gefeaturete Marc-Oliver seine emotionale Seite – man merkt, dass er nicht auf Lebenszeit “Katze” bleiben will. Lange denkt sich: In der dionysischen Tetralogie kommt zuerst die Katharsis, danach das Satyrspiel – bei Marc-Oliver ist das anders herum. Christian beginnt mit seiner beim WDR-Slam gelesenen Story im “Lola rennt”-Stil, das Publikum hat Spaß. Bybercap verabscheut Osteuropa, aber doch nicht – die Wendung kommt in den letzten 4 Worten, das ist zu spät für’s Publikum. Sigi ist grotesk. Christian gewinnt verdient, aber das Finale an sich enttäuscht leider, im Vergleich zur Bombenvorrunde. Lange darf wieder (siehe Erlangen) beim Sieger auf der Couch pennen – dankeschön!

    Links: Nils’ Bericht / Bericht im Frankenslamforum


    Bildergalerie 1. Frankenslam 22.03.07.

  • Heiner, 22 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    ICE, ICE, Baby! Was ne Zugfahrt! Mit dem 300 km/h schnellen weißen Phallussymbol die X5er auf der parallel-A9 überholen, tolles Gefühl! In Wiesbaden kommt Lange natürlich zu früh an, macht aber noch nen Stadtspaziergang. Eindruck: Verzierte Stadt. Siehe Fotos.

    Der Slam an sich findet in der Räucherkammer des alten Schlachthofs statt, Industrieromantik pur. Viele schöne Grafittis. Und wie sich’s gehört, ist Lange auch dort als erster da. Nach und nach tröpfeln Grohacke, Frank Klötgen, Necip Tokoglu und Nadja Schlüter ein. Im Backstage gibts tolle Sofas, lecker Essen, lecker Bier, alles was das Slammerherz begehrt! Bettina Lehmann moderiert, und in der ersten Runde stehen sich u.A. Jens Jekewitz, Karsten, Necip und Nadja gegenüber. Karsten bringt zum Antirassismus-Tag einen abstrusen, aber witzigen Text mit vielen Zebras, Necip sein Arschgedicht und eine durch ethnische Problematik geprägte Reisestory, Nadja philosophiert impulsiv über den Rhein und Inline-skatende Teenager. Die Abstimmung erfolgt sehr differenziert: Jeder Zuhörer vergibt für jeden Slammer eine Vortrags- und Inhaltsnote. Die Auszählung ergibt: Necip ist weiter, Nadja zweite.

    Runde zwei wird durch Lange und Klötgen dominiert. Lange bringt auswendigerweise die Wochenendballade und Lebensqualität, Klötgen endlich mal die “Ode an den Berliner Wald”. Danach hat er noch ne Minute Zeit und versucht, den Kacheltext zu performen, kommt aber nur bis zum Bärlauch-NEIN. Das wird spannend! Die Auszähung ergibt: Lange liegt knapp vor Klötgen und ist weiter. (Vorschlag an die Wiesbadener: Macht doch ein 4er-Finale! Das wäre der Hammer gewesen!) Im Finale verarscht Necip Polizisten, das Publikum johlt. Dagegen kann Lange nicht anstinken, Necip gewinnt verdient (ein T-Shirt mit einer Wildwurst), Lange bekommt einen Schokohasi.

    Fazit: Die Reise hat sich gelohnt! Die Wiesbadener Poeten blieben bis auf Jens Jekewitz und Falk Fatal leider eher blass, da wäre ein wenig mehr Mut zu wünschen gewesen…

    Bildergalerie Wiesbaden 21.03.07

    (Leider waren die Scheinwerfer über statt auf die Dichtergesichter gerichtert…)

  • Heiner, 19 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    München-Nürnberg-Express ist geil. Schnellster Regionalzug Deutschlands, top. Wetter ist schlecht, aber das macht nichts. Im E-Werk gibts Pommes und Lange trifft Aldi-versammelten Dichter (u.A. Lasse Samström, Frank Klötgen, Harald Kienzler, Christian Ritter, Michael Jakob, und nicht zuletzt Nils Rusche). [Nils ist Lange zuvorgekommen und hat den Abend in einer Detailfülle nachberichtet, der Lange kaum etwas hinzuzufügen hat. Und: Er hat sich Langes Plädoyer zu "Herzen" genommen, dass sich Selbiges nicht auf "Schmerz" reimt. Sehr cool!]

    Zum Slam an sich so viel: Irgendwas stimmt mit dem Erlanger Publikum nicht. Lange war schon im Dezember und Januar dort, hat nix gerissen, ok, war halt nicht in Topform, vermutlich auch zu experimentelle Texte gebracht, was aber nichts daran ändert, dass das Erlanger Publikum nicht klarkommt (was keine Kritik an Jan Siegert sein soll, der macht das klasse!). So auch an diesem Abend. Da half auch Lasses Backstage-Alarmanlagenauslösung nix. Was sagte Frank noch in seinem zweiten Text als Featured Artist des Abends?

    “Und dann werde ich in diesen leeren, kühlen, gekachelten Raum hineinrufen und mich am Nachhall erfreuen, wie super das doch geklungen hat, Ladys!” Aus: Frank Klötgen – Will Kacheln

    Es muss an dieser verkackten (zum Glück nicht auch noch verkachelten) Kellerbühne liegen. Ganz ehrlich: Es ist kein gutes Gefühl, da unten zu stehen. Ein Poet braucht die Meute unter sich, ein Poet muss über dem Pöbel stehen dürfen, ein Poet muss die Möglichkeit haben, je nach Spuck-Skills die ersten Reihen vollzusabbeln und vollzusabbern bis zur Sintflut, muss ein Prophet sein dürfen! Dieser wichtige Aspekt fehlt in Erlangen leider.

    Ergebnis des Slams: 1. Platz Christian Ritter, 2. Platz Michael Jakob (der Lange mit seinem Bericht auch zuvorgekommen ist…). Lange fährt zusammen mit Lasse Samström zu Christian Ritter, wo man sich bei Wein und Siegersekt so lange über holländische Schimpfwörter (Lange traut sich garnicht, das zu wiederholen) und Hotline-Glück austauscht, bis Lasse um 4 Uhr morgens gleich den ersten Zug nach Augsburg nimmt.

    Bildergalerie Erlangen 18.03.07

  • Heiner, 18 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Es gilt ein mittelkleines Trauma zu besiegen: Lange war schon zweimal hier, jedes Mal im Finale, aber noch nicht gewonnen. Ok, das ist nicht traumatisch, ihm ist vermutlich damals in den Finals einfach die Puste ausgegangen, aber Trauma klingt eben schön theatralisch.

    Den Anfang macht Sacha Storz mit seinem Text über all die Dinge, die er will (mit dem er Lange in Regensburg einst aus der Vorrunde kickte), und legt damit die Messlatte für die Jury schonmal hoch. Es folgt Andre Kovac mit einem, sagen wir mal nicht gefühlsdusligem, sondern Gefühl, Verlust und Tod beinhaltendem Text, der nochmals höher bewertet wird. Danach Lange und seine Lebensqualität. Nochmals höher. Dann Tobi Roth und ein, für Metaslamtexte relativ gut geschriebener, Metaslamtext. Nochmals höher. Damit stehen die drei Finalisten auch schon fest. Der Februarsieger Ernst Froh verpasst den Einzug.

    Im Finale trifft Andre Kovac mit seiner Liebeserklärung an die Musik nicht den Geschmack des Publikums. Sexszenen in Slamtexten sind etwas Heikles, wie Albrecht Rau ganz sicher bestätigen könnte. Dann Lange, der sich traut, einen ganz frischen Text über seine Ausmusterung uraufzulesen. Er spielt, wie Ko sagt, den Allergiker-Bonus aus (was Lange aber nach eigener Ansicht darf, zumal er ja schon gegen Das-schönere-Geschlecht- und Seniler-Greis-macht-sympathischsenile-Gedichte-Boni verloren hat). Tobi Roth liest einen Text über ein Wort, das ihm nicht einfällt (war es “Prätorianer”?). Der Applaus für ihn und Lange scheint den Veranstaltern ähnlich laut zu sein, die Jury stimmt nochmal ab, Roth bekommt 1,5 der 5 Jurystimmen, Lange 3,5. Geil. Lange Kiezmeister!

    Das Preisgeld investiert Lange sogleich in eine Tchibo-Bahnkarte von Storz (danke²!), dank der er am Mittwoch gechillt mit dem ICE nach Wiesbaden jetten wird. Das wird fein!

    *Edit* Bericht auf Claudio-Blog online */Edit*

    Bildergalerie Kiezmeisterschaft 17.03.07

  • Heiner, 17 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Wow. Ein Slam, bei dem Lange angekündigt ist. Primo auf dem Flyer, secundo auf der Homepage als “das Performance-Wunder aus Landshut”. Letztes Mal gegen Michael Jakob in der Vorrunde rausgeflogen, aber super Stimmung und leidenschaftliche Veranstalter – da geht Lange doch gerne hin. Jeppa!

    Hingefahren, zu früh da. Im Backstage “Miles Davis – Kind of Blue” hören und düsen, auf dass die Fitness erwache. Sie tut es. Die Konkurrenz ist nicht so erdrückend wie erwartet (Simon Engel und Wolfgang Dinkel aus Ulm fehlen), Lange in die erste Runde gelost. Lange gewinnt (“Butter, Landminen und Afrika”, wieder erstarkt) mit einigem Lautstärkeabstand (das erlaubt er sich, zu behaupten…) vor der Dame mit Hut (die eine Weihnachtsgeschichte liest…) und freut sich darauf, im Finale gegen Michl, Langes Favoriten der zweite Runde, ein einem Lebensmittellyrik-Battle antreten zu dürfen. Doch es kommt anders. Die Pointen in Michls alternativem Jahresrückblick zünden irgendwie nicht rechtzeitig, und Martin Geiers Applaus ist ein kleines Quantum lauter. Finale also Geier gegen Lange, wobei letzterer das Haus wurstet und gewinnt. Schön schön.

    Dann, um 12 Uhr, beginnt endlich die angekündigten “Mr. Onion and the Vegetables” zu spielen. Lange lässt sich dazu hinreißen, ein wenig spackig mitzuskanken, doch irgendwas fehlt. Vermutlich ein Tobi Kunze… Nach Ska betreten 2 Dudelsäcke und ein Riesentrommelteildings die Bühne und tröten dem verbliebenen Publikum die restliches Sinneshärchen aus den Gehörschnecken. Donauwörth ist und bleibt Bayerns partygeilster Slam! (aus Langes Sicht).

    Nächster Morgen. Eine Gruppe Weißenburger, Nürnberger, Kemptener und Landshuter tigert durch die Stadt auf der Suche nach dem ultimativen Frühstück. Alle, die etwas essen, außer Dame mit Hut, essen Wurst und Semmel/Breze. Top.

    Bildergalerie Donauwörth 16.03.07

  • Heiner, 13 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Den Nachmittag in Michls Wohnung verbracht, Bilder sortiert und den Ordner der Fürth-Originalfotos versehentlich gelöscht. Mist. Michl und Martina fahren nach Ansbach vor, Lange ist um 18:40 mit Christian Ritter verabredet und wartet am Bahnsteig, aber Christian kommt nicht. Warum, erfährt Lange erst per SMS, dann heute morgen in der Nürnberger BILD-Zeitung:

    Christian Ritter, U-Bahn-Fahrsch�ler

    Der heutige Slam in Ansbach ist ein Slam ohne Wettbewerb, trotzdem sind Frank Klötgen und Lange die Featured Artists des Abends – sehr angenehm. Frank bringt “Auf Halmhöh’ von Malmö”, “Kacheln” und “Muckefuck” und Lange findet, dass er sich von Frank ne Scheibe abschneiden könnte (Wurst? nein, Vortragstechnik!), was aber leider nicht geht. Lange macht sich mit seinem (ehrlichen) Bekenntnis zum Fränkischen als dem entspanntesten Dialekt überhaupt das Publikum zum Freund und rockt es mit “Wochenendballade”, “Lebensqualität” und auf Wunsch u.A. Michls mit “Wurst”. Lange erlebt sein erstes Mal als Featured: Sehr angenehmes Gefühl, den Applaus genießen zu können, ohne bange die Ohren spitzen zu müssen, ob das jetzt lauter, länger und sonstirgendwie unterschiedlich zu Kontrahent XY ist. Michl liest zum ersten Mal in Ansbach seinen alternativen Jahresrückblick 2006 (der leider bald nicht mehr ziehen kann…), Christian ist mittlerweile auch da, versucht sich an Lyrik und lässt Knut, seinen armen Wellensittich, an der Scheibe kleben. Auch die Ansbacher Poeten scheinen vom Konkurrenzdruck befreit, was ihnen zu Gute kommt. Ein Ansbacher scheint vom Lampenfieber so sehr beflügelt zu sein, dass er 2 Verse hintereinander doppelt liest – das Publikum lacht, aber lacht ihn nicht aus. Nett. Lange bekommt Von Dr. Wolfgang Hahn für den Wursttext ein nettes Geschenk.

    Dann zurück nach Nürnberg, Schlaf, Frühstück, Franks Buch noch schnell gekauft (feines Ding mit CD!), Rückfahrt nach Landshut.

    Bildergalerie Ansbach 13.03.07

    Bonusmaterial: Lange hat sich ins Zeug gelegt und Poetry Panoramen gebastelt: Frank Klötgen, Christian Ritter.

    Nachtrag (dann reichts aber!): Beim Frühstück noch über Polizeikontrollen geredet, schon wollen die Herren in Grün im Zug Langes Ausweis und sein hübsches Gesicht sehen. Danach geht Lange aufs Klo. Die Polizisten sitzen im Zwischendeck des Waggons, direkt vor der Toilette. Während vor dem Zugfenster der Frühling, der alte Vollprolet der Jahreszeiten, sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern lässt und die Spapsen zwipschern, überlegt Lange, ob er im Sitzen pinkeln soll, weil Polizisten ja Röntgenblick haben. Er pinkelt im Stehen und lässt laut Einen fahren, was er vor sich selbst unlogischerweise als zivilen Ungehorsam rechtfertigt, obwohl es die beiden Grünlinge nicht gehört haben. Komischer Kerl, dieser Lange.

  • Heiner, 12 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Mit Michl aus der U-Bahn ausgestiegen und zur Kofferfabrik gegangen – Eingang in dunkler Hintergasse, Industrieromantik pur, aber gediegen. Nach einem Aufwärmbierchen macht Björn Högsdal den Anfang als Featured Artist mit seinen für Slams eher ungewöhnlich kurzen Gedichten, die aber ganz entsprechend des Wortes Dichtung gedanklich sehr dicht gehalten sind.

    Dann lässt fabulous Michl ziehen. Lange wird gezogen, das zweite Mal in Folge nach Würzburg als Erster (Björn sagt, er habe mal eine 13er Serie erste Losplätze gehabt…). Lange geht also auf die Bühne, sagt “Mein Gedicht ‘Nachts auf der Autobahn’ trägt den Untertitel ‘Eigentlich bin ich drüber hinweg’, weil ich eigentlich drüber hinweg bin.” Liest, bekommt Applaus, geht von der Bühne. Der Haushund wird Langes spezieller Fan und jault sich die Seele aus dem Leib. Danach Dr. Dingsbums mit Refrain-haltigen Gedichten. Folgend: Die gestrenge Jury. Lange 17 (v. 30), Dr. Dingsbums 10. Die Jury wertet im folgenden gleich niedrig und durchaus differenziert, folglich kann sich Lange sein Abschneiden nur damit erklären, dass er als Erster dran war und dass das Gedicht erstmal in die Mottenkiste gehört (wird vielleicht demnächst hier als Sektion erscheinen…). Lange überlegt sich, ob er masochistisch oder konsequent ist, wenn er seine Niederlage in seinem Blog ausbreitet. Anscheinend beides.

    Die Vorrunde wird mit Liv Andresen aus Kiel an der Wertungsspitze (23) beendet, die wieder “Racke Rauchzart”, ihren Männermord-Text, liest. Als Frau darf sie ihre Gewaltfantasien gegenüber dem anderen Geschlecht ausleben. Ein Mann dürfte das nicht. Aber der Mann soll sich nicht beschweren, weil Frauen beim Slam die Frauenquote beim Slam erhöhen, und das ist gut. [Sollte das jetzt so klingen, dass sich Liv in ihrer Männermord-Nische eingenistet hätte, ist das der falsche Eindruck. Sie liest auch Texte über alte Männer, die bei ihrem Anblick von selbst vor Erregung sterben... :) ] Christian Ritter macht vor dem Kieler Rap-Poeten SaZiH den zweiten Platz in der Vorrunde, der Sieg im Finale geht an Liv, die ihren gewonnenen Frankenwein (mit Glaskorken!) mit Lange und Herrn Ritter teilt.

    This morning the people from Kiel had to liv (sorry�, Lange lebt eben südlich des Weißwurst-Äquators, ist von nordischen Namen fasziniert und kann Nils, Jens und Lars nicht auseinanderhalten) back to their hometown. Lange freut sich sehr darauf, sie (im Sommer vermutlich) besuchen zu können, verbunden mit einem Hamburger Auftritt!

    Bildergalerie Fürth Kofferfabrik-Slam 11.03.07

    (Leider auch in Fürth keine solche Hammerbeleuchtung wie in Würzburg, aber ok)

  • Heiner, 11 Mrz 2007 /  Bilder, Reiseberichte

    Nach dem Augsburg-Rundgang entspannte Zugfahrt mit Tobi und Freundin nach Schweinfurt. Ausgestiegen: Bahnhof = Arsch von Schweinfurt. 2 Kilometer in die Innenstadt, die zu Fuß zurückgelegt werden, durch triste Viertel (60er Jahre Bushäuser mit blinden Scheiben, dickes Endzwanziger Ehepaar: Er mit Tommy-Jacke und Baby auf dem Arm, das im Gegensatz zur Masse seines Vaters puppenhaft wirkt). Dann Ankunft an der Cinema-Bar: Klein. Irgendwie ein wenig zu klein für das fette Line-Up der Dichterschlachtschüssel. Der Backstage-Raum war die Schnapskammer der Bar, inclusive fein rasselnder Klimaanlage und einer Reihe Barhocker (Poeten = Hühner auf der Stange…). Bühne mit Sponsorenplakaten behängt, die Poeten glücklicherweise nicht :) . Moderater und Organisator Manfred Manger sehr engagiert bei der Sache, leider sein erster Auftritt als Slammaster – er spricht das Publikum mit “Sie” an, was eine für Slams sehr merkwürdige Distanz schafft. Gewinner der ersten Runde: Christian Ritter. Publikum: Mau.

    Gewinner der zweiten Runde: Marc-Uwe Kling: Publikum: Lau.

    Dritte Runde, von Lange eröffnet. Lange gibt sich die Blöße und verschluckt die Hälfte der Silben seines “Butter, Landminen und Afrika”-Textes (wohin auch immer…) und Liv Andresen zieht verdient ins Finale ein. Publikum: Mau bis Lau.

    Finale: Marc-Uwe Kling Erster, Christan Ritter Zweiter (mit einem Punkt Rückstand auf Marc-Uwe), Frank Klötgen (Bester der zweiten Plätze) Dritter, Liv Andresen Vierte. Publikum: Es kommt Stimmung auf. Leider zu spät.

    Danach Discomucke. Lange und Kunze spacken gewohnt heftig und gut ab, Lange bekommt für die Raucher-EC-Kartenrettung einen Jägermeister spendiert. Das erste Taxi (alle Nachtfahrten für die Slammer kostenlos, feine Sache!)  fährt ohne Lange, das zweite mit ihm, Tobi und Wiebke aus Schweinfurt raus zu Mannis Haus. Einige Poeten verbleiben aus Partylaune, andere aufgrund fehlender Infos den Restabend in der Cinema-Bar, trinkend, rauchend oder mit dem Kopf ritterlich auf dem Tisch schlafend. Mannis Wohnzimmer gleicht in seiner Bettenmenge einem Auffanglager, aber die Betten sind klasse und das Haus auch. Kunze haut sich aufs Ohr, Lange trinkt ein Absackerbierchen in der Küche und unterhält sich mit Steffi, Mannis Freundin.

    Nächster Tag: Lange ausgeschlafen, die Leute des letzten Taxis eher nicht. Fahrt nach Nürnberg, lecker Spaghetti bei Michael Jakob. Blog schreiben. Gleich nach Fürth losfahren.

    Bildergalerie 2. Dichterschlachtschüssel Schweinfurt


    (Es gab leider keine Scheinwerfer. Schweinewerfer gabs auch nicht, obwohl mit kleinen Schweinchen abgestimmt wurde.)