• Heiner, 25 Mrz 2010 /  Allgemein, Lange Denkt, Links, Publicity

    So isses.

    Aber es gibt Ersatz. Mehr dazu unten.

    Man hat es vermutlich schon an der sich verringernden Frequenz der Einträge kommen sehen: Diese Wiese ist abgegrast. Ich habe jahrelang Berichte über Auftritte (und das fast ausschließlich! erstaunlich, wie viele Leser das zeitweise hatte..) geschrieben, und jetzt, da ich nur noch sehr selten einzeln auf Slams auftrete, geschweige denn zu diesem Zwecke herumreise (dies zu protokollieren war die Grundidee des Blogs gewesen), hat die Sache hier leider ihre Bestimmung verloren. Ich denke mit einem weinenden und einem lachenden Auge an all die Provokationen zurück, mit denen ich so Manchen getroffen, so Manchem Genugtuung verschafft und vielleichthoffentlich auch so Manchen zum Nachdenken gebracht habe. Wobei ich nicht sicher bin, ob dieser letzte Satz nicht schon wieder eine Provokation der Sorte “schaut den tollen Lange an” ist. Aber egal, das führt zu weit. Hier ist der Affe mit dem Badewasser in den Brunnen gefallen. Hier ist Schluss.

    Ich danke allen Lesern für die Treue und hoffe, sie abonnieren meinen nächsten Blog und empfehlen ihn weiter: Den Wertstattblog.

    Wert statt Blog

    Fotos, Gedichte, kurze Notizen, aufs Wesentliche reduziert, vorwiegend originär. Hirnfutter für die Generation “Gefällt mir”. In unregelmäßigen, hoffentlich kleinen Abständen (da hilft der Feed). Und auch, wenn das jetzt nach Gefallsucht klingen mag: Ich hoffe, es gefällt.

    Der Wertstattblog

  • Heiner, 25 Feb 2010 /  Lange Denkt, München

    Nein, ich mische mich nicht in die Diskussion ein, ob es ein neues Schwabing gibt. Ich wohne schließlich in Neuhausen, und bevor in Neuhausen wieder was geht, muss es mein Vermieter erstmal hinbekommen, die Ladenfläche im Erdgeschoss nicht nur zu vermieten, sondern auch, dass dort ein Geschäft einzieht. Solange trinke ich meinen Tee bei der japanischen Konditorei nebenan. Aber ich schweife ab.

    Montag, Vereinsheim, Blickpunkt Spot

    Als ich reinkomme, treffe ich in der Sofaecke Sven Kemmler und Gerhard, der mir bekannt vorkommt. Sven eröffnet mir, dass ich als Letzter dran bin, das freut, da ist das Publikum schon warm. Als er dann, auf der Bühne stehend, erzählt, dass vor mir die Band “Luftmentschn” auftritt, verfliegt diese Euphorie komplett. Ich trete sehr ungern nach Bands auf. Denn: Die Ohren der Leute von rhytmisch-melodisch auf sprachlich-überdreht umzupolen ist eine unangenehme Aufgabe.

    In der ersten Hälfte tritt Katharina Herb mit Auszügen aus ihrem Programm “400 Jahre Sex in der Oper” auf. Flasht. Beste Nummer: Die Königin der Nacht mit klanglich markierten Satzzeichen (Komma = *krrt*), um den Text dem sopranungewöhnten Hörer verständlich zu machen. Geil. Nach der Pause treten dann die Luftmentschn auf, derbe Freaks mit außergewöhnlichem Akustikpop. Mein Auftrittsmut sinkt. Als dann während dem Abbau der Band noch Josef Hader durch die Tür spaziert, ist der Mut fast am Boden. Ok, klar, der will vermutlich auch nur ein Bier trinken, aber steig du mal auf die Bühne, wenn eines deiner künstlerischen Vorbilder hinter der Bar steht.

    Der Auftritt gestaltet sich dann, vermutlich wegen der Nervosität, sehr geil. Die Leute bepissen sich, und ich steigere mich umso mehr hinein. Der neue Text, die Odysse durch die dunkle Stadt, zündet auch, und die Frage “Was tut man nicht alles für ein kleines bisschen …” kommt definitiv in mein festes Repertoire.

    Später erkenne ich, dass jener Gerhard der Assistent von Hader ist. Derjenige, der sich im Backstage-Intro von “Hader muss weg” mit dem Chef unterhält. Der Blickpunkt Spot gehört jetzt mit diesem Montag offiziell zu meinen Lieblingsveranstaltungen.

    Mittwoch, Repüblik, Nerd Nite

    Gleich um die Ecke in der Ursulastraße steht die Repüblik. Ein erstaunlicher Raum, der seinen Zauber vermutlich aus der Abrissansage des Grundstückbesitzers zieht, wie es z.B. die Registratur auch lange Zeit getan hat. Und es ist Nerd Nite: Drei Referenten halten wissenschaftliche Vorträge aus ihrem abseitigen Fachgebiet. Und das Publikum trinkt Bier.

    Als erster ist Reinhard Ammer dran, der vom Konzept und der Entstehung seiner Erzählung “Elfenfeld” erzählt. Den hatte ich im Café Gap und bei den Schaumis auch schon gesehen und fand ihn schlimm. Gestern war er der Burner. Im Detail: Elfenfeld ist eine 64-seitige Erzählung, in der allein der Vokal “e” verwendet wird. Ausschließlich. Die Sonne wird zum “Brennstern”. Ich glaube, das Teil bestell ich mir.

    Als zweites ist eine Frau dran, die über die Geschichte der Satzzeichen referierte. Leider kann sie mir nicht erklären, warum das Fragezeichen so aussieht, wie es aussieht.

    Der dritte Referent namens Tommy Schmidt stellt seine Lebensphilosophe “80max” vor. 80max bedeutet: Nichts perfekt machen, bei maximal 80% des Erreichbaren aufhören, denn: Für diese ersten 80% des möglichen Ergebnisses genügen 20% des möglichen Aufwands, wohingegen die restlichen 20% des Ergebnisses die restlichen 80% des möglichen Aufwands erfordern. Was sich keinesfalls lohnt. Man ist eben mehr Schwimmer als Taucher. Das alles projizierte er in einer sehr gut gemachten Präsentation an die Wand, und die Leute gingen tierisch drauf ab.

    Die Nerd Nite taugt mir. Da gehe ich wieder hin. Wobei es, bei zu erwartend guter Mund-zu-Mund-Propagande, dann richtig voll werden dürfte.

  • Heiner, 19 Dez 2009 /  Landshut, Lange Denkt, Multimedia, München, PauL

    Es ist Samstagmorgen, und ich liege im Bett. Nicht, dass ich krank wäre. Aber ich habe keine Lust aufzustehen. Die Küche riecht unangenehm, mein Zimmer ist warm, und der Computer spielt wahlweise Tracks von Ludwig Bergers “Ludwig singt” oder interessante Songs der Nullerjahre über den brüderlichen Napsteraccount. Zeit, ein wenig auf die letzte Woche zurückzublicken.

    Freitag, Regensburg

    PauL trifft sich mittags in Regensburg und textet an den “Zärtlichen Poeten”, Neufassung. Die Rollen des Produktions-, des Konzept- und des Formfetischisten sind klar verteilt und es funkt. Weniger funken tut es Abends in Mälze beim Slam. PauL versucht sich mal wieder an “Disco”, ich vergesse ein Viertel des sehr modularen Textes, und ein Newbie mit boarischem Dexd zieht vor uns ins Finale. Ich wette, davon unabhängig, mit Alex Willrich, ob Psychologie oder Pädagogik, und gewinne. Glaube ich.

    Samstag, Salzburg

    Weiterschreiben, Tabellenversion erstellen. In den Zug nach Salzburg steigen. Rumhängen, Grillteller und Schnitzel essen, unverhofft als PauL auftreten dürfen. Wiederum läuft uns ein Local (ok, eigentlich kommt Didi Sommer aus Linz, aber ich zähle ihn als Austrolocal) den Rang ab. Die mitreisende Engländerin Kate Tempest und noch ein Localmadl gehen auch ins Finale, wo auf einen recht dubiosen Doppelsieg Didi/Kate entschieden wird. Das Publikum betrachtend kratzt sich PauL am Kopf.

    Sonntag, München

    “Zärtliche Poeten” ist vollendet. Das Substanz ruft. Und wiederum hat ein Einzelstarter die Publikumssympathienase vorne, diesmal Herr Ruppel aus Marburg. Es scheint nicht gut zu sein, als deutsche Meister angekündigt zu werden. Da erwartet dann das Publikum von PauL genau das, was es bekommt, und der Überraschungseffekt ist dahin. Wobei das Fehlen des Überraschungseffekts für mich auch nicht überraschend war.

    Montag, München

    Das Vereinsheim hat jetzt Burger. Quarterpounder – Royal with Cheese – Vereinsheimburger. So geht die Reihe. Wir sind bei Blickpunkt Spot zu Gast und dürfen die ganze zweite Hälfte bestreiten. Macht Spaß und Hunger auf Donnerstag. Nach dem Aufritt bekomme ich dank des Physikertextes eine Halbanfrage für einen Auftritt bei einer “Nerdnight”, einen Tipp zur “Cloud Appreciation Society” und eine Phonologin analysiert korrekt die Herkunft meiner Eltern.

    Dienstag

    Poesiefrei.

    Mittwoch

    Um zwei Uhr ruft Pauline an: Tobi ist krank. Shit. Nix mit Großraumdichten heute Abend in Landshut, worauf ich Monate hingearbeitet hatte. Was tun? Wir beschließen, den Abend nicht platzen zu lassen, Pauline und Ludwig stellen ein Zweierprogramm auf die Beine. Sobald ich mit Sam in Landshut ankomme, läuft alles wie am Schnürchen. Die geliehene Anlange klingt super, das kleine Theater hat noch ein 12V-Netzteil für Ludwig, und das Foyer ist um acht Uhr so bummvoll wie nie zuvor. Als die zwei mit “Zauberspruch für Verwundete” beginnen, stellen sich nicht nur meine Nacken- und Armhaare auf. Wurde noch ein sehr schöner Abend. Und Ludwigs Projekt “ludwig singt” taugt mir.

    Donnerstag

    Ich komme aus Landshut zurück und meine Küche stinkt. Nasenscheinlich hat jemand eine Pizza gemacht, mit Öl übergossen, angezündet und in den Ofen gelegt. Bumillo und Scharri kommen, wir schreiben die Setlist fürs Vereinsheim, und los gehts zu Wicked.

    Und ab dann läuft wiederum alles wie am Schnürchen. Aufbau, Soundcheck, Videogag mit Standbild, Vereinsheimburger, gut 130 Leute im bummvollen Vereinsheim, kochender Laden, und nach der PauL-Show: Glückliche Gesichter allerorten. Wer dabei war, darf nun von sich behaupten: “Ich bin PauL”.

    Freitag

    Auf der Meteorologen-Weihnachtsfeier lese ich meine physikbezogenen Texte. Endlich versteht mal jemand die Insidergags. Mein Prof sagt, er freue sich auf meine Abschlussprüfung. Ich fürchte, jetzt habe ich was angestoßen.

  • Heiner, 04 Dez 2009 /  Bilder, Lange Denkt, PauL

    Als wir im Juli in der Mensa in Passau mit PauL auftraten, gab man uns den heißen Tipp, uns doch beim Scharfrichterbeil zu bewerben. Ein Kabarettpreis. Hui? Wir machten das. Und bekamen dann nach dem Düsseldorfer Wochenende den Anruf: Wir sind dabei. Als einer der 6 Acts aus ca 90 Bewerbungen. Krass.

    Drei Flüsseeck, drei PauLs, zwei im Bild.

    Drei Flüsseeck, drei PauLs, zwei im Bild.

    Der Abend

    6 Bewerber. Nachmittags im Backstage kommt es zu lustigen Unterhaltungen. “Also, da spielen wir ja quasi gegeneinander, das ist doch sehr merkwürdig!” – PauL feixt. Die Veranstaltung beginnt ordentlich unpünktlich, aber das ist man ja gewohnt. Blöd nur: PauL sind als Letzte dran. Ob da die Leute noch zuhören können, den Umstand bedenkend, dass wir vermutlich dreimal mehr Wörter pro Zeit raushauen als die anderen Auftretenden?

    Backstage. Künstler.

    Backstage. Künstler.

    Eine Einschätzung des Publikums ist während des Warten auch nicht wirklich möglich, da der Raum zu klein ist, um zusehen zu können. Allein durch das Fenster zur Straße kann man einen Blick erhaschen und durch ein Loch zwischen Fenster und Putz auch mal ein Wort aufschnappen.

    Blick durchs Fenster. ANdres bleib nicht übrig.

    Blick durchs Fenster. Andres bleib nicht übrig.

    So beobachtete ich zum Beispiel Axel Pätz aus Hamburg. Der eröffnete und war, optisch, stark. Auch beobachtete ich Ulan & Bator. Die zwei, die gehen durch die Decke. Backstage bereits zwei äußerst erstaunliche Kerle, sind sie auf der Bühne nicht zu halten. Krass.

    Irgendwann durfte dann PauL dran. Der Abschiedsapplaus für den Bewerber vor uns war, durch die sich öffnende Tür hörend, nicht allzu euphorisch. Und dann wir auf der Bühne. Mit unserem Zeug. Mit Wortsalven und Reimkaskaden, und das alles für ein Publikum, das um halb zwölf (nach 5 Auftritten) eh schon recht erschöpft war und zudem vermutlich keine Ahnung hatte, wie es uns einordnen sollte. Und was soll ich sagen… wir haben gekämpft. Wortfaust gegen Betonmauer. Hier und da ein kleines Bröckelchen herausgehauen, gelegentlich mal kurz ein Staubwölkchen, aber ein Riss in der Mauer war nicht zu erahnen. Man kann und darf es so sagen: So wenig direkte Publikumsresonanz hatten wir noch nie, nirgendwo.

    Die Szene, wie wir danach zu dritt im Hintergewölbe mit unserem Weißbier saßen und uns Weißbier trinkend der Ernüchterung hingaben, werde ich so schnell nicht vergessen.

    Preisverleihung: Nein, da war alle Hoffnung bereits weg. Die Möglichkeit, dass uns die Jury vielleicht doch noch auf Platz drei heben könnte, bestand zwar diffus, war aber nicht zu erhoffen. Naja, und dann standen alle auf der Bühne und Ludwig Müller ließ für drei Leute klatschen, die nach diesem Applaus kein Beil bekamen. HÄ? PauL ein Beil? JA! Tatsächlich. PauL holte sich den dritten Platz beim Passauer Scharfrichterbeil! Der zweite Platz ging an Maxi Schafroth, der erste, höchstverdient, an Ulan & Bator.

    Krass. Selten habe ich mir so die Augen gerieben. Der Abstand zwischen unmittelbarer Publikumsreaktion und Juryentscheidung hätte größer fast nicht sein können. Und für uns, die wir IMMER für das Publikum arbeiten, war das sehr verwirrend. Ein Jurymitglied ging danach noch auf uns zu und erläuterte uns die Entscheidung. Und diese Erläuterung, die hat ganz schön aufgebaut. Huiuiui. Richtig wahrgenommen haben wir das dann auch erst am Morgen danach.

    (Nachtrag: Das sagt der bayerische Rundfunk.)

    (Nachtrag 2: Hier gibts Bilder)

    PauL, mit Scharfrichterbeilchen.

    PauL, mit Scharfrichterbeilchen.

  • Heiner, 25 Nov 2009 /  Bilder, Lange Denkt, München

    Zurück in München seit Samstag. München, die Stadt, in der das Chaos, das Einen umgibt, in erster Linie selbstgeschaffen ist. Beruhigend und beunruhigend zugleich.

    Fotos

    Hendrik Schneller hat im Kato und im Festsaal Kreuzberg Fotos geschossen. Wer langesche Gesichtsakrobatik in beinahe vollender Form sehen will, klickt hier. Gut geworden.

    Hemden

    Ich komme nicht drumrum, über diesen Blogeintrag von Mischa zu schmunzeln: *schmunzel*

  • Heiner, 15 Nov 2009 /  Lange Denkt, Slam 2009

    Auch ich wollte eigentlich diesen Finalabend irgendwie noch textmäßig aufarbeiten. Das hat Bumillo aber schon ganz passend erledigt. Er hat es geschafft, meine Erinnerungspolaroids (auf die Bühne gehen – von der Bühne runtergehen – hinter der Bühne durchdrehen – die letzten Noten oben – Konfettikanone – Siegestaumel) in eine sinnvolle Form zu gießen. Und mir dadurch sogar ein paar Sachen in Erinnerung wieder gerufen, die ich bei all dem Reizüberfluss schon vergessen hatte.

    Was ich allerdings nicht vergessen habe und hoffentlich nie werde: Das Gefühl, nach dem Bankertext von der Bühne zu gehen. Ein Jahr Arbeit für 7 Minuten Wahnsinn. Ich klebte danach stehunfähig an irgendeiner Wand und kicherte apathisch. Bester Bühnenmoment aller Zeiten. Mir fehlt die Vorstellung, wie das noch zu toppen sein könnte.

  • Heiner, 09 Nov 2009 /  Lange Denkt, München, PauL

    Wenn die Bahn

    …mit ihrer “Tickets für 20 Euro für 20 Jahre Mauerfall”-Aktion Eines bewirkt hat, dann, dass ich als Kind der bayerischen Mittelschicht erleben durfte, wie das ist, anzustehen, wenns was gibt. Ich bin dann aber gegangen.

    Im Substanz…

    … hat gestern Bumillo gewonnen, und ich habe für die PauL-Show am 17.12. im Vereinsheim geflyert.

    Morgen…

    gibts hoffentlich hier endlich den zweiten Stoß SLAM2009-Bilder. Das dauert so lange, weil der DM einen Film verschlampt hat, glaube ich. Und ich verstrahlter Trottel hab natürlich am Montag nach dem National vergessen, die Nummernzettel von der Fototasche abzureißen. Schön blöd. Vielleicht gibts dann auch noch nen Rückblick auf dieses verrückte Wochenende.

  • Heiner, 31 Okt 2009 /  Lange Denkt, PauL, Slam 2009

    Randnotiz:
    PauL ist
    deutscher
    Meister.

    Tag

    Vom Zakk zu Fuß ins Hostel. Düsseldorf, bzw. dem Teil von Düsseldorf, den ich durchquere, bietet optisch relativ wenig. Dann wieder zurück ins Zakk, Essen. Dann ins Schauspielhaus zu Scharris und Bumillos Halbfinale.

    [Zwischennotiz: Hier im Hostel gibts lustige Sachen. Der Seifenspender heißt Soap Suzie, der Duschgelspender Tricky Ricky, und das Raumparfum Freddy Fresh.]

    Halbfinale Einzel 1

    Als wir ankommen, schräge gedrückte Stimmung der Leute aus Vorrunde 8. Die Jury war wohl obermau, und die Stimmung wohl oberlau. Boutmanager Patrick Funke hält im Backstage eine bemerkenswerte Ansprache.

    [Zwischennotiz: Tobias Kunze tötet Technik. Als wir an einer vollen Rolltreppe vorbeigehen, sagt er "Ich hab da mal n Foto gesehen mit dem Titel 'Escalator failure' und diese Gesichter da drauf, zu lustig!" und schwuppdiwupp bleibt die Rolltreppe neben uns stehen.]

    Zum Halbfinale ist der Saal gut gefüllt. Markus Köhle und Mieze Medusa moderieren, sie haben die in den vergangenen Schauspielhaus-Runden schwache Stimmung registriert und arbeiten kräftig dagegen an. Und es kommt Stimmung auf. Geht doch!

    Das Halbfinale ist fein besetzt (hier gibts die ganzen Ergebnisse immer frisch). Björn Högsdal, der vermutlich einzige Kurztextdichter von Rang, bringt die Leute zum Kringeln. Julian Heun, Vizemeister von 2008, ist der erste, dessen Einzelperformance mich bei dieser Meisterschaft so richtig flasht. Scharris Dramasutra zündet, und als Bumillo die Jammersession anstimmt, scheint er förmlich zu brennen. Holt sich dann auch die höchste Wertung, gleich vor Scharri, also beide im Einzelfinale. 2/3 PauL!

    Teamfinale

    Polaroidhafte Szenen und Bilder von vielleicht jeweils 2 Sekunden kleben ungeordnet in meinem Hirn. Da muss ich erst noch mal feucht durchwischen. Das Ergebnis des Teamfinales steht oben in der Randnotiz.

  • Bumillo, 27 Okt 2009 /  Lange Denkt, PauL, Slam 2009

    für den Slam 2009 und packe ein:

    • Handtuch (danke, Douglas Adams)
    • Kamera 1: Lumix LX3
    • Laptop (Lederhose bleibt draußen)
    • Texte (ohne zu wissen, welcher in meiner Vorrunde 6 gelesen wollen wird)
    • Kamera 2: Seagull 4 Mittelformat
    • Socken, die ich nicht wechseln werde
    • ein Buch, das ich nicht lesen werde
    • meinen Kopf, den ich nicht benutzen werde
    • last but auf KEINEN FALL least: Poesie und Leidenschaft für PauL

    Ich fahre morgen schon. Bumillo wird mich hier, wie schon beim Slam 2007 und 2008, tatkräftig bloggend unterstützen. PauL plant ein Videotagebuch. Vielleicht sind wir sogar so fix, dass man sich das hier ansehen wird können…

    Lustigerweise trägt dieser Blogeintrag die ID 666. Hat das was zu bedeuten? Raubtier, Alter. Raubtier.

  • admin, 08 Okt 2009 /  Allgemein, Lange Denkt, Multimedia

    Ich habe mir heute ein Bücherregal gekauft. Ein Billy. Und beim Stichwort Regal fiel mir ein, dass ich ja noch einen kleinen Bericht über die CD “Menschsein ist heilbar” von Gabriel Vetter schreiben wollte. Das geschieht nun.

    Gabriel Vetter – Menschsein ist heilbar

    Derbe geflasht hat mich der gute Gabriel letztens im Substanz. Also gleich CD gekauft und auf der nächsten längeren Fahrt durchgehört. Tolle Texte. Und komisch, aber irgendwie logisch: Die besten davon sind schweizerdeutsch. Das Migros-Chind. Und, was ich bisher nicht kannte: “Regardez!”

    Eine Geschichte über einen Abend im Skilager, bei dem ein schrullig zurückgebliebener Mitschüler die restliche Klassengemeinschaft mit dem Ausruf “Regardez-la l’eglise!” in den Wahnsinn treibt. Was mich zu einer zweistündigen Youtube-Wikipedia-Googelmugel-Recherche brachte, auf der Suche nach Sinn und Herkunft. Soviel habe ich bisher herausgefunden: “Regardez-la l’eglise!” scheint aus einem Sketch von Emil (Steinberger) zu stammen. Vermutlich aus einem Lied, dessen schweizerdeutsche Klangtranskription “Chiller Lie vo Wasser” lautet. Oder “Chillerli”? Und eben von diesem rivella-bewerbenden Emil Steinberger, der Vetters CD auf der Rückseite des Digipacks in höchsten Tönen lobt. Zufall? Wer weiß. Ich bekomme diesen Text nicht mehr aus dem Kopf. Er fasziniert mich zutiefst. Und ich frage mich, ob ich wissen will, was genau es mit “Regardez!” auf sich hat.

    Der Rest der CD: Die guten Texte von Gabriel. Und, hihi, der Uhu. Und das Regal. Wer Vetter mag, wird diese CD lieben. Zumal sie einen Bonustrack enthält, der dramaturgisch nicht besser gesetzt sein könnte.

    Nun aber zum Problematischen: Auch diese CD (wie leider so viele CDs von Slampoeten, mit ein paar sehr löblichen Ausnahmen) ist irgendwie nicht breitentauglich. Breitentauglich soll heißen: Man kann sie z.B. auf einer Autofahrt als musikaussuchender Beifahrer vorspielen, auch wenn die Mithörer mit Slam nicht so viel am Hut zu tun haben. Das geht bei dieser CD meiner Meinung nach nur mit drei Tracks (Der große Kawummba, Massenbaumhaltung, Sucht als Chance), und drei Tracks sind leider zu wenig…