• Wie auf der alten Adresse erwähnt, hat der Blog jetzt die Adresse www.dichterlange.de/blog

    Bitte aktualisiert eure Bookmarks, RSS-Feeds und Blogroll-Links!

    Vermutlich wird ein Großteil der Fotogalerien verloren gehen. Das wäre nicht passiert, wenn ich von Anfang an mir einen Account auf wordpress.com eingerichtet hätte. Dazu habe ich jetzt aber auch keine Lust mehr. Privater Webspace ist zwar in Zeiten von 100Gb-Google-Postfächern ein Auslaufmodell, aber was solls. Anachronismus rulez.

    Update Freitag: Kommentare rübergerettet, yes!

  • Heiner, 10 Okt 2007 /  Bilder, Reiseberichte, Slam 2007

    Zuerst: Die angekündigten Poetry Panoramen vom Running Mic am Alex, vorm roten Rathaus und am Ende der Admiralspalast (draufklicken):

    Fazit (?):

    Geil wars! Vielen Dank und Respekt an die Veranstalter des SLAM 2007 für den reibungsarmen Ablauf (von den Anlaufsschwierigkeiten kann ich mittlerweile absehen) – das war der perfekte Saisonabschluss! Ihr habt euch selbst übertroffen!

  • Heiner, 09 Okt 2007 /  Lange Denkt, Reiseberichte, Slam 2007

    Der gute Bumillo… wir zwei werden die poetische Elite für München werden! (Sofern wir es nicht eh schon sind, hehe). Wie gestern angekündigt, noch ein paar weitere Nachgedanken:

    Halbfinale 1

    SMAAT bekamen mit gnadenlos abgedrehter Comedy 48 Punkte, Lesedühne (Reichert, Kling, Martschinkowsky) trotz Text mit Inhalt und Performance mit mehr Takt nur 39. Beide gleichbewertet, das wäre für mich eher in Ordnung gewesen. Die Performance von Word Alert (Yamamoto, Telhaim, Dalibor) im HF war ihre Beste in Berlin. Unvergessen der Teil, in dem Telhaim summt, Dalibor sehr subtil beatboxt und Ken Yamamoto darüber spricht. Hat mich sehr an “His Blood’s In Me” von Eric Mingus erinnert. Dennis Seyfahrt (zum ersten Mal gesehen) hat mir ja garnicht getaugt. So eine affektierte Performance habe ich bisher noch nie auf einem Slam gesehen.

    Finale

    Rückblickend finde ich es sehr schade, dass ich mir das Finale nicht im Publikum sitzend anhören konnte. Der Grund: Der Sound hinter der Bühne war einfach nicht so gut, als dass man ohne Höranstrengung alles verstanden hätte. Oder ich war einfach viel zu aufgeregt, um mir die Texte der Anderen anhören zu können, vielleicht lag es daran. Beim letzten Text von Marc-Uwe Kling erkannte ich den gedanklichen Ursprung aus Brechts “700 Intellektuelle beten einen Öltank an”, aber kann mich an keine genaue Zeile mehr erinnern. Das ist sehr sehr schade. Von seinem ersten Text weiß ich nur noch, dass er 100 auswendige Werbeworte beinhaltete. Von Sebastian 23 habe ich nur ein “Schalimmer noch!” noch im Ohr. Von Paulines Text weiß ich nichts mehr, außer, dass er sehr gut war. In Strübings Text kam Liebe vor. Was hatte Micha Ebeling noch mal gelesen? Strauß? Kienzlers, Buchwitzens und Scharris Texte kannte ich. Aber warum weiß ich noch genau, dass sich Maik Martschinkowsky über guten Tee und schlimme Tomaten ereifert hat? Ich glaube, der Sound war gar nicht so schlecht, nur mein Kopf war nicht da, wo er fürs Zuhören hingehört hätte. Ich habe das Gefühl, trotz Teilnahme am Finale selbiges irgendwie verpasst zu haben. Aber den Anblick von 1700 Gesichtern, als ich auf die Bühne ging, den werde ich nie vergessen…

    Sehr merkwürdig war die Kameradichte hinter der Bühne. Schöne neue Leben-2.0-Welt: Alles muss dokumentiert werden, das Dokumentierte muss veröffentlicht werden, jeder muss das Veröffentlichte kommentieren dürfen. Der Blick hinter die Kulissen zerstört Selbige… und ich reiße auch noch kräftig Kulissen nieder, mit jedem Blogeintrag einen weiteren Fetzen… schändlich, schändlich. Und kann es mir dennoch nicht verkneifen, die absolut surrealste Szene des Backstagegeschehens publik zu machen: SMAAT machen im Hinterhof des Admiralpalastes Generalprobe. Strauß und ich mimen ungefragt das Zweierpublikum, aber das stört sie nicht. Das ZDF-Kamerateam (wurde da irgendwo was gesendet? ich habe ja keinen Fernseher mehr, und Internet daheim auch nicht) schleicht herum, versucht, die besten “backstage-like” Aufnahmen zu kriegen. Weder Kameramann noch Tonfrau schauen, wohin sie treten, und schlurfen in eine beinahe pissfrische Urinpfütze mitten im Hof. Bleiben kurz stehen, gute Perspektive von hier aus, ja, klasse, die Aufnahmen werden so cool, so authentisch, voll draufhalten. Ihre Sohlen hinterlassen für den nächsten Meter mattdunkle harnfeuchte Gehspuren im Staub. Wessen Urin das war, verrate ich nicht, nur, dass es nicht der Meinige war.

    Morgen dann: Drei frische Poetry-Panoramen aus Berlin (zwei vom Running Mic, eines vom Palast). Und vielleicht der Versuch eines abschließenden Fazits.

  • Heiner, 08 Okt 2007 /  Slam 2007

    Bumillo bloggt ein letztes Mal:

    Keine Wolke am Münchner Himmel, die Herbstsonne knallt in mein Zimmer. Ich bin zwar leicht verschnupft aber dennoch willens, einen abschließenden Rückblick auf die letzten Slam-Tage in Berlin zu werfen (während Heiner die Slam-Wurst abgibt und sich von der Physik erden lässt):

    Halbfinale 3, 5.10.07, Festsaal Kreuzberg

    Da stand ich also im Halbfinale und durfte als 5. Slammer auf die Bühne. Sekunden vorm Auftritt: kein Gekribbel, keine Nervosität, kein Adrenalin, Thrill oder Kick. Ich steige auf die Bühne – Scharri hatte breits mit einem tollen Philosophen-Gedicht verdiente 50 Punkte vorgelegt – drehe mich zum Mikro um und fange an. Aber ich komme nicht rein. Mein Energielevel liegt weiter unter Durchschnitt, zwar spreche ich die Worte des “Alles Geht”-Textes klar und deutlich, aber ich erreiche das Publikum nicht. Ergo sprühen keine Funken, es entsteht keine Intensität und dadurch keine Energie, und wenn man keine Energie ins Publikum schickt, schickt dir das Publikum keine zurück, und du dümpelst so vor dich hin, sprichst den Text zu langsam (ein zu trockender Mund sorgt zudem zu einer kleinen Stock-Parade) und bringst ihn nicht komplett in den 5:15 min. unter. Ich spreche die letzten Worte, großer Applaus, aber mir ist klar: das hat nicht fürs Finale gereicht. Gehe mit gesenktem Kopf von der Bühne, ärgere mich, nicht mehr Hunger gehabt zu haben, nicht entschlossener und energetischer zu Werke gegangen zu sein. Bekomme zwar ordentliche 42 Punkte, dennoch hab ich es selbst verkackt. Am Ende fehlen trotz des schwachen Auftritts nur zwei Punkte zum Finale. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, “Die Freundin meines besten Freundes” zu bringen, um auf Scharris “Rock’n'Rhyme & Fun”-Welle weiter zu surfen, aber egal. Sebastian 23 holt weitere 50, Harry Kienzler 49 Punkte, und ich bin stolz, in der hochklassigsten Vorrunde und im hochklassigsten Halbfinale der Meisterschaften gestanden zu haben. 90 Minuten später stehe ich auch schon wieder überraschenderweise beim Rap-Slam auf der Bühne und performe “Die Freundin meines besten Freundes” zum ersten mal mit Beat, der freundlicher Weise vom DJ aufgelegt wird – und das hat richtig Spaß gemacht, saucool! (Rayl: “An deiner Stelle hätte ich mich das nicht getraut – starker Auftritt!”)

    Fazit

    Die kommende Woche finde ich hoffentlich endlich die Zeit um zu realisieren, was die letzten Monate eigentlich abgegangen ist. Da war am 19.01.07 mein erster Slam und kaum 9 Monate später kommen die Leute auf mich zu und fragen staunend: “Wie?! Du hast es nicht ins Finale geschafft?!” Nein, denn das wäre des Guten wohl fast zu viel gewesen, ich freu mich zuallererst mal, letzte Woche soviele tolle Menschen kennengelernt zu haben, die mir so offen und herzlich gegenüber getreten sind. Das war großartig, das war famos, die vielen Gespräche haben mir wahnsinnig viel Freude bereitet, vielen Dank an alle Gesprächspartner! Desweiteren konnte man natürlich zuschauen wie es geht und wie mans macht (und auch wies nicht geht und wie mans nicht macht), sprich: es war eine tolle Erfahrung dabei gewesen zu sein und kräftig mitgemischt zu haben!

    Dank an meinen neuen Homie Lange, dass ich mit ihm gemeinsam dieses Ereignis, das in einem superbem Finale seinen großartigen Abschluss und in Marc-Uwe Kling seinen poetischen und würdigen Sieger hatte, bebloggen durfte.

    Und wer jetzt noch nicht genug, der hat schaut auf www.myspace.com/bumillo .

  • Heiner, 08 Okt 2007 /  Lange Denkt, Reiseberichte, Slam 2007

    So, wieder in München. Sitze gerade wieder Internethabend (Tele2 sind Penner) in der Uni und nutze die Zeit, bis meine Einführungsveranstaltung (Bachelor Physik + Meteorologie) beginnt, um noch ein paar Gedanken loszuwerden. Die Blogeinträge waren ja im Laufe der Woche stetig kürzer geworden. Möglicherweise wirken die folgenden Gedanken tendenziell kritisch – das ändert aber nichts daran, dass ich nach wie vor sehr gute Laune habe, hehe

    Slammasterkonferenz

    Der Teil, der sich mit U20 beschäftigte, war einstimmig: Genauso weitermachen. Bei der großen Slammasterkonferenz ging es viel friedlicher zu, als ich erwartet hätte. Keine Gemüsenamen wurden gerufen. 2010 wird möglicherweise ganz ganz groß. Zürich 2009 und Düsseldorf 2009 sowieso. Düsseldorf hatte ursprünglich im Konzept, nach Zürich das Ranking wiedereinzuführen, ließ sich aber (so wie es aussieht) davon abbringen: Eine erstaunlich sachlich geführte Diskussion (gedanklich gegen das Ranking federführend: Sebastian 23) wurde darüber geführt, ob man aus dem Ranking vielleicht eine Art “neutrale Auftrittdatenbank” machen sollte. Ob es dazu kommen wird, weiß ich nicht. Auf jeden Fall gab es zumindest darüber eine gewisse Einstimmigkeit, dass durch das Ranking der Gedanke des “Poetry Slam als offene Veranstaltung für jeden” gelitten hat. Und das stimmt auch meiner Meinung nach. Ich habe den Rankingplatz ja nuuur deshalb angenommen, damit Paddi für Nürnberg starten konnte. Um Selbstwerterhöhung ging es da üüüberhaupt nicht, höhö. Darum bin ich ein kleiner Held, hühü…

    U20

    Team Tübingen sind Erpresser. “Oooh, wie süß, ein Kind auf der Bühne, das im Takt ins Mikro pustet und der große Bruder rappt gegen den bösen Coca-Cola-Konzern!” Kann man da was anderes machen als brüllend zu applaudieren und hohe Noten zu geben? Ja. Aber erst im u20-Finale ging das. Zum einen, weil er den Text vergaß, und vielleicht auch, weil ich der Jurorin, die schon in besagter Vorrunde parteiisch gewesen war, im Finale dann die Jurytafeln aberkannt habe (glücklicherweise hatte Ko mich mit der Verteilung von vier Jurysätzen beauftragt). Wenn besagte Jurorin in der Vorrunde nicht gewesen wäre, wäre zumindest Schlumpf weiter gewesen und hätte Franken im U20-Finale vertreten können. Schade. Die Münchener Ivo und David aus FIVAs Workshops haben mir sehr gut gefallen. Sehr dynamisch und dazu auch noch selbstironisch. Habe ihnen gesagt, sie sollen unbedingt zur Kiezmeisterschaft kommen. Der U20-Sieger, ein Schützling von Wehwalt Kosvlovsky, hat einen wirklich witzigen und guten Text im Repertoire, der die hohen Wertungen voll verdient hat. Obwohl er ziemlich herablassend ist und wenig Respekt vor der Würde des (erfundenen? ich zweifle.) U-Bahn-Terkan zeigt, wie Wuschel meinte. Ob es allerdings richtig war, dass die U20er im Finale ihren Text wiederholen durften, daran zweifle ich. Schön und gut, die U20-Sache zu pushen (das werde ich mit meinen Workshops ja demnächst auch machen, ich freue mich darauf), aber irgendwo sollten dann auch ein paar kleine Hürden eingebaut werden. Sehr sehr wurmen tut es mich, dass ich Franziska Holzheimer im U20-Finale verpasst habe, weil ich nach Ivo und David draußen nervös Döner-kauend und mich selbst rezitierend herumgestreunt bin. Sie hat mich in Passau schon außerordentlich beeindruckt, und muss auch in Berlin sehr gut gewesen sein.

    Bildergalerie Berlin: Der Rest

    Gedanken zu den Halbfinals und dem Finale folgen morgen.

  • Heiner, 07 Okt 2007 /  Reiseberichte, Slam 2007

    …du vor 1700 Leuten stehst und die Wahl hast, einigermaßen gute (die Vorrunden haben leider das Beste schon gefressen, aber das ging allen so) Lyrik zu bringen, dich damit zu profilieren, aber im Endeffekt auch nicht unter die nochmals zu stechenden ersten Drei kommst, oder eben einen Text zu bringen, der darauf abzielt, dass ein Teil der 1700 Leute “Wurst!” ruft, du aber punktemäßig untergehst – was ist geiler?

    Ich habe Letzteres gewählt und bereue Nichts. Gratulation an Marc-Uwe Kling, den frischgebackenen Champ, Sebastian 23, der Einzel-Vize-Meister und mit SMAAT Teammeister sowie an Scharri, der sich als Rookie gleich mal ins Finaldreierstechen gedichtet hat!

    Alles weitere im Laufe der Woche.

  • Heiner, 06 Okt 2007 /  Reiseberichte, Slam 2007

    … da bin ich doch tatsächlich gestern ins Finale gekommen. Mit Lyrik. Zweiter hinter Marc-Uwe Kling im Halbfinale. Auch bei mir weiter: Mirco Buchwitz, Andy Strauß und Pauline Füg (Lyrik, yeah!). Sehr leid tut es mir für Michl, der eröffnen musste, die Bude mit seinem Fragentext gerockt hat wie Sau, aber eben als klassischer Erster bei Jurywertung (wie leider auch der großartige Tobi Kunze und der goldige Julius Fischer) nicht weiter kommen konnte.

    Fotos? Ich finde meinen Kartenleser gerade nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass mir der Kopf schwirrt (übrigens wesentlich weniger als gestern beim Bloggen), sondern dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe, Ordnung zu halten. Viele Fotos wären es eh nicht. Vom Rapslam leider keine Fotos gemacht. Der war aber sehr sehr stimmungsgeladen, Tobi Kunze hat verdient gewonnen, und ich habe mir von Flowin Immo persönlich seine aktuelle CD gekauft.

    Schöner Tag gestern also. Heute steht sowohl U20-Slammastermeeting als auch das für die “Großen” an. Hoffentlich wird das nicht so emotional aufgeladen wie die Halbfinalauslosung.

    Also: Heute Abend Finale des SLAM200 im Admiralspalast, 21:00 Uhr (LineUp hier)

  • Bumillo, 05 Okt 2007 /  Slam 2007

    Bumillo bloggt:

    Gerade kommt Rayl rein, die MC’s der Halbfinals wurden getauscht (weil Etrit mit seinem Team in dem von ihm moderierten HF stand): Ko und Rayl moderieren jetzt das Halbfinale 2 mit Grög, Björn Dunne und mir. Eine kleine Kiezmeisterschaft im slam2007-Halbfinale – mannohmann. Oh Mann. Wow. Ja geläck. München! Kiez. Kiiii-Z. Tsts. Ts.

  • Heiner, 05 Okt 2007 /  Slam 2007

    Bumillo bloggt:

    Jo Heiner, dann lös ich dich mal ab. Gut gefrühstückt, frisch geduscht, fühl mich gut. Gut heißt in dem Fall: konzentriert und voller Vorfreude. Fokus-Versuche. Es gilt soviele Eindrücke zu verarbeiten. Die Slams, die Leute und insbesondere meine Vorrunde waren halt echt der Hammer.

    Flashback Mittwoch, 3.10., Vorrunde 6

    Björn und Heiner weiter – das pusht mich extrem. Freue mich auf die “Brünette”. Ziehe Startposition drei. 3. “Oh Shit, fast zu weit vorne!” Dann erinnere ich mich: bei meinem Substanzsieg im Juni war ich auch dritter Starter. Also gutes Omen. Gutes Omen. Bin heiß! Sage zu Buchwitz: “Wir müssen den Laden zerlegen, wir 12 miteinander!” Gehe raus auf die Bühne. Vor mir zwei niederige Gesamtwertungen. Die Scheinwerfer blenden, ich sehe das Publikum nicht, kann mir also auch keine Brünette rauspicken. Egal. Voll ins Schwarze performt. Brennen. 5 Minuten brennen, alles abfackeln, spüre jeden einzelnen Zuschauer, ersticke jeden Funken Szenenapplaus so schnell und behutsam wies geht, um mit der Zeit hinzukommen. Komme perfekt hin. Bin elektrisiert, boxe mir nach Beendigung des Textes auf die Brust, werfe energische Handküsse in die tobende schwarze Menge. All right. That’s it. Backstage, Markus Freise: “Das sind sie, die Senkrechtstarter.” Bekomme 4 x 10 und 3 x 9, macht 48 Punkte. Hm. Daumen hoch. Aber ein Slam dauert 12 Poeten. Einer davon: mein Held und Performance-Vorbild Harry Kienzler. Schaut euch seine Videos auf youtube an, dann versteht ihr, was ich meine. Er bringt den “Angst”-Text und bombt ein: 6x 10, 1x 9, macht 50 Punkte, die Höchstpunktzahl! Bang! Dann sofort Volker Strübing. Der nächste auf dem Weg zur 50. Bekomme kein Wort von seinem Text mit, mir sitzt “die Angst vor Panikattacken im Nacken”, habe Schiss, mit 48 Punkten auszuscheiden. Volker bekommt 47 Punkte. Boah. 48 – 50 – 47. Einstürzende Wolkenkratzer, explodierende Ozeane, was für ein Kugelhagel. So was hab ich bei einem Slam noch nicht erlebt. Und dann kommt auch noch Renato. Hatte schon einige Abschnitte des Tages mit ihm verbracht, und es tat mir in der Seele weh, dass er nur 38 Punkte bekam, und letzten Endes nicht weiterkam.

    Freute mich über meinen Halbfinaleinzug wie gewohnt nach innen. Keine kribbelnden Glücksgefühle im Bauch, mehr innere Zufriedenheit mixed with a little bit of Stolz and happiness. N Bierchen gönn ich mir, ansonsten will ich alles unverfälscht aufsaugen: die vielen geilen Leute, die Inspiration, the fun, the love and the madness.

    Ausblick

    Heute Abend, 21.30 Berliner Ortszeit Halbfinale II im Festsaal Kreuzberg. Wieder mit Harry Kienzler (war uns beiden klar). Und mit Julius Fischer. Die beiden waren und sind meine Topfavoriten aufs Stechen im großen Finale, das wird ganz schwer gegen die beiden, da werde ich mich punktemäßig im Verhältnis zur Vorrunde noch steigern müssen, um da dagegenzuhalten. Unglücklich, das mit Björn und Grög zwei weitere Münchner in diesem Halbfinale ihre Visitenkarte abgeben müssen. Zwei weitere starke Slammer aus dem Süden sind mit Scharri und Critter vertreten. Mit michaEbeling und Tillman Birr sind auch zwei starke Berliner Lesebühneautoren mit am Start – unangenehem und unberechenbar als Gegner, zünden die wohl lustigen Texte, wirds gegen die beiden ebenfalls hammerhart. Die zwei Schweizer Vertreter vermag ich nicht einzuschätzen. Gegen Sebastian 23 antreten zu dürfen freut mich riesig, hatten wir die letzten Tage doch den ein oder anderen sehr angenehemn Plausch, und nun kann ich ihm (und seinen Smaat-Kollegen und dem Rest der slamily) endlich zeigen, was auf meiner Slam-Pfanne so drauf ist (Sebastian dürfte im Vergleich zu mir wohl über einen Slam-Wok verfügen – angereichert mit seltenen und wertvollen Gewürzen, evtl. auch mit extra Teflon-Schutz). Eine Finalgarantie hat jedoch niemand. (Auf Harry und Julius würde ich jedoch sehr sehr viel Geld und Woks setzen …)

    Um einen vorzeitigen Überbloggungstod zu vermeiden werde ich gleich durch die Stadt streichen, in Cafés lésén und mich auf mich und meinen Halbfinaltext konzentrieren – alles andere kann ich eh nicht beeinflussen. Fokusversuche.

    Achja: ich würde mir wünschen, dass ein Poet den slam2007 gewinnt. Ein Poet. Mit frei vorgetragenen Reimen und Poesie und so. Davon gibts – leider auch hier bei diesen Meisterschaften – einfach viel zu wenige. Werde deshalb meinen Halbfinaltext auch allen Freunden der Poesie und allen Freunden des Reims widmen – und allen LIFEaholics (von denen ich viele in den letzten Tagen kennengelernt habe).

  • Heiner, 05 Okt 2007 /  Reiseberichte, Slam 2007

    Mein Kopf schwirrt. Eigentlich sollte ich das Bloggen lassen, da ich mangels Konzentrationsfähigkeit fast nur peinliche Fehler, Auslassungen und Patzer mache. Ich halte ich mich jetzt im Bericht über gestern mal bewusst kurz.

    Running Mic

    Witziger wärs gewesen, wenn neben den ca. 25 Slammern auch mal mehr als max. 10 Leute Laufpublikum stehen geblieben wären. Witzig wars, ja. Wann kommt man schon mal dazu, vorm Alex, unter der Weltzeituhr oder vor dem Roten Rathaus zu slammen? Aber leider waren die Texte/Slammer bei Letzterem dann doch ziemlich mau. Im Gegensatz zu den wirklich starken, aber unbeachteten Pieces zuvor.

    Vorrunde 7

    Grög, der vierte Münchener, erreicht das Halbfinale. Damit sind ALLE MÜNCHENER STARTER IM HALBFINALE: Der Ober-Underdog Björn Dunne für unsere Kiezmeisterschaft, Grög für Wasserburg, Bumillo fürs Substanz, und ich, der Lange, als Wildcardstarter. München rockt die Scheiße fett! Der Rest der Vorrunde eher mau bis schade. Nadja Schlüter wird gnadenlos unterbewertet, ebenso Markus Köhle. Schade. Nachtrag (genau das meinte ich vorhin): Sülle und Necip kommenweiter, weil sie sich als Team Platz 4 mit x teilen, zwar niedrigere Streichwertungen haben, Stefan Abermann und Team Frankfurt in meiner Vorrunde aber auch beide weiter kamen, ohne Beachtung der Streichnoten.

    Songslam

    In was hatte ich mich da nur reingeritten? Gediegene Musikteile allerseits, außer eben ich mit meiner Elektrowurst. Im Endeffekt war mein Ziel eigentlich nur noch, zu schockieren, aber man staune: Ich bin doch sehr gut angekommen. Meine Vorrunde bestand aus Ivo und Sascha, mir, Jan Koch und Mirco Buchwitz. Zwischen Jan Koch und mir gabs Applausstechen, hui: Mein Applaus war lauter als der meines Idols Mirco Buchwitz! Hart. Ausgeflipptes weibliches Highlight: Johanna Zeul. Geht ab wie Schmidts Katze, im Finale zeigt sie ihr Hinterntatto und geht erst von der Bühne, nachdem sie sich von einer Zuschauerin die Hose hat schließen lassen. Gewonnen hat das Ding im Endeffekt der goldige Julius Fischer, der im Finale mit seinem Bratwurstblues die von mir aufgebaute Wurststimmung dankbar zu seinem Sieg verwandelt hat.

    Festsaal

    Komische Stimmung beim Tierslam danach im Festsaal Kreuzberg. Echte Zuschauer wie gestern eh schon keine mehr da, der Großteil der Leute vor der Tür. Drinnen unkonzentrierte, poetenignorierende Stimmung. Szene-Onanie? Wenns wenigstens geil gewesen wäre… hab nicht viel mitbekommen. Bei der Auslosung danach dann nur noch Geschrei, kaputt alles kaputt schräg nervig warum so spät das ganze leck mich am arsch wahnsinn und über die zusammensetzungen (strübing gegen sich mit lsd, etrit sich als team moderierend, alle münchener außer mir im anderen halbfinale das ich mir aufgrund von überschneidung nicht ansehen kann) mag ich gernix mehr sagen und die majuskeln und interpunktionen die mag ich jetz auch nimmer setzen ich will wieder schlafen zefix

    ich also heute 051007 im ballhaus halbfinale III um 2230h

    bildergalerie

    sigi läuft gerade vorbei dem hams den geldbeutel geklaut

    SOLL ICH NOCH WEITERBLOGGEN?