• Heiner, 01 Feb 2010 /  Multimedia, München, PauL

    Er hat mit seinem Poetry-Podacst den Pop-Physiker Harald Lesch getoppt. Aber gegen die Bronchoalveoläre Lavage musste auch er sich geschlagen geben.

    Beweisfoto aus dem campus.lmu-Portal

    Beweisfoto aus dem campus.lmu-Portal

  • Heiner, 29 Jan 2010 /  Multimedia, München, PauL, Publicity, Reiseberichte

    Habe ich seit über einem Monat nix mehr geschrieben? Ja. Erstaunlich. Aber: Is so. Da würde sich ja fast ein Rückblick auf diese Zeit lohnen. Aber: Vielleicht auch nicht. Aber: Trotzdem einfach mal. Also:

    München 2009

    Auftritt bei den Schwabinger Schaumschlägern, zusammen mit Bayern3-Moderator Matthias Mattuschik. Der hat mich gleich mal auf seine Comedyshows eingeladen. Aber ich muss noch zurückschreiben.

    München, Jetztjahr

    Wir sind in 2010. Im Januar war ich beim Substanz-Slam und hab mal wieder nix gerissen, aber das hat ja Tradition. Am Wochenende danach waren wir mit PauL unterwegs. Das war sehr chic.

    Jena

    Wir traten in Jena bei der “Spoken Words Lyriknacht” im Theaterhaus auf, als Show ohne Wettbewerb zusammen mit den Kollegen Bas Böttcher, Nora Gomringer und Peh. Toller Raum, kopfoffenes Publikum, abgedrehte Band aus Stuttgart (Hitboutique), Übernachtung im Hotel mit Frühstück.

    Erlangen

    Danach gleich weiter nach Erlangen, wo Jan Siegerts Slam mit einem Teamslam-Special sein Jubiläum feierte. Der Erlanger Slam, traditionell eine der Venues, bei denen Zeitplan als Schimpfwort gehandelt wird, präsentierte sich innerhalb von 4 Stunden mit einem dicken Programm aus Teamauftritten (Totale Zerstörung, Die Textremisten, wir), ebenfalls einer Band, einem Sololeser, und als krönenden Abschluss 45 Minuten Fuck Hornisschen Orchestra. Danach wieder: Übernachtung im Hotel mit Frühstück. Sollte sich das zum Standart für PauL erweisen? Vermutlich nicht. Aber ein sehr rundumversorgtes Wochenende. Da fühlt man sich fast schon als… Künstler.

    München, Stadttheater Oblomow, gestern

    Im Januar trafen wir beim Scharfrichterbeil die derben Ulan & Bator, die dann auch den ersten Preis holten. Netterweise standen Bumillo und ich gestern auf der Gästeliste im lange ausverkauften Stadttheater Oblomow, wo die beiden gerade vier Soloabende haben. Und was soll ich sagen: Ulan & Bator gehen durch die Schädeldecke. Was die zwei sich an Abgedrehtheit, Wahnwitz, Absurdität, Schauspielkunst und Improvisation leisten, geht auf keine Kuhhaut. Ich hoffe, das klingt nicht übertrieben vollmundig, aber: Anschauen! Die beiden haben einen Zusatztermin morgen im Lustspielhaus bekommen, um 14:30 Uhr. Da gibts noch Karten. Hingehen. Samstagnachmittag, anschauen, durchdrehen.

    München, auch gestern, aber im Internet

    Kollege Bumillo hat nen neuen Job: Er ist Hausdichter der LMU geworden, mit seinem neuen monatlichen Poetry-Podcast “Bumillos Univers”. Damit hat er es auch gleich mal auf die Startseite der Uni geschafft.

    Leider ist der Podcast nur über Itunes zugänglich, und ich hab keins. Und will auch keins. Ich hab auch keinen Ipod, kein Iphone und kein Ipad, aber hoffentlich bald die Original Ulan & Bator iErwärmer. Daher kann ich über den UniVers auch noch nix sagen, bis mein Mitbewohner mit seinem blöden Macbook aus der Uni kommt und mir das herunterlädt.

    Nachtrag: Der UniVers, gehört

    Heulen hilft: Ein Engelchen schickte mir den Podcast per Mail zu. Definitiv hörenswert, als erste Folge erwartungsgemäß thematisch recht allgemein gehalten. Ich bin gespannt, was da noch kommt, besonders, sobald mal ein spezielles Thema für sich rankommt, und nicht die Uni-Gesamtheit. Also, hier über Itunes “Bumillos Univers” runterladen. Und dann als Außenansicht diesen schwer antistudentischen Track (Fick die Uni!) auf Youtube anhören. Ich wünsche gute Unterhaltung…

  • Heiner, 19 Dez 2009 /  Landshut, Lange Denkt, Multimedia, München, PauL

    Es ist Samstagmorgen, und ich liege im Bett. Nicht, dass ich krank wäre. Aber ich habe keine Lust aufzustehen. Die Küche riecht unangenehm, mein Zimmer ist warm, und der Computer spielt wahlweise Tracks von Ludwig Bergers “Ludwig singt” oder interessante Songs der Nullerjahre über den brüderlichen Napsteraccount. Zeit, ein wenig auf die letzte Woche zurückzublicken.

    Freitag, Regensburg

    PauL trifft sich mittags in Regensburg und textet an den “Zärtlichen Poeten”, Neufassung. Die Rollen des Produktions-, des Konzept- und des Formfetischisten sind klar verteilt und es funkt. Weniger funken tut es Abends in Mälze beim Slam. PauL versucht sich mal wieder an “Disco”, ich vergesse ein Viertel des sehr modularen Textes, und ein Newbie mit boarischem Dexd zieht vor uns ins Finale. Ich wette, davon unabhängig, mit Alex Willrich, ob Psychologie oder Pädagogik, und gewinne. Glaube ich.

    Samstag, Salzburg

    Weiterschreiben, Tabellenversion erstellen. In den Zug nach Salzburg steigen. Rumhängen, Grillteller und Schnitzel essen, unverhofft als PauL auftreten dürfen. Wiederum läuft uns ein Local (ok, eigentlich kommt Didi Sommer aus Linz, aber ich zähle ihn als Austrolocal) den Rang ab. Die mitreisende Engländerin Kate Tempest und noch ein Localmadl gehen auch ins Finale, wo auf einen recht dubiosen Doppelsieg Didi/Kate entschieden wird. Das Publikum betrachtend kratzt sich PauL am Kopf.

    Sonntag, München

    “Zärtliche Poeten” ist vollendet. Das Substanz ruft. Und wiederum hat ein Einzelstarter die Publikumssympathienase vorne, diesmal Herr Ruppel aus Marburg. Es scheint nicht gut zu sein, als deutsche Meister angekündigt zu werden. Da erwartet dann das Publikum von PauL genau das, was es bekommt, und der Überraschungseffekt ist dahin. Wobei das Fehlen des Überraschungseffekts für mich auch nicht überraschend war.

    Montag, München

    Das Vereinsheim hat jetzt Burger. Quarterpounder – Royal with Cheese – Vereinsheimburger. So geht die Reihe. Wir sind bei Blickpunkt Spot zu Gast und dürfen die ganze zweite Hälfte bestreiten. Macht Spaß und Hunger auf Donnerstag. Nach dem Aufritt bekomme ich dank des Physikertextes eine Halbanfrage für einen Auftritt bei einer “Nerdnight”, einen Tipp zur “Cloud Appreciation Society” und eine Phonologin analysiert korrekt die Herkunft meiner Eltern.

    Dienstag

    Poesiefrei.

    Mittwoch

    Um zwei Uhr ruft Pauline an: Tobi ist krank. Shit. Nix mit Großraumdichten heute Abend in Landshut, worauf ich Monate hingearbeitet hatte. Was tun? Wir beschließen, den Abend nicht platzen zu lassen, Pauline und Ludwig stellen ein Zweierprogramm auf die Beine. Sobald ich mit Sam in Landshut ankomme, läuft alles wie am Schnürchen. Die geliehene Anlange klingt super, das kleine Theater hat noch ein 12V-Netzteil für Ludwig, und das Foyer ist um acht Uhr so bummvoll wie nie zuvor. Als die zwei mit “Zauberspruch für Verwundete” beginnen, stellen sich nicht nur meine Nacken- und Armhaare auf. Wurde noch ein sehr schöner Abend. Und Ludwigs Projekt “ludwig singt” taugt mir.

    Donnerstag

    Ich komme aus Landshut zurück und meine Küche stinkt. Nasenscheinlich hat jemand eine Pizza gemacht, mit Öl übergossen, angezündet und in den Ofen gelegt. Bumillo und Scharri kommen, wir schreiben die Setlist fürs Vereinsheim, und los gehts zu Wicked.

    Und ab dann läuft wiederum alles wie am Schnürchen. Aufbau, Soundcheck, Videogag mit Standbild, Vereinsheimburger, gut 130 Leute im bummvollen Vereinsheim, kochender Laden, und nach der PauL-Show: Glückliche Gesichter allerorten. Wer dabei war, darf nun von sich behaupten: “Ich bin PauL”.

    Freitag

    Auf der Meteorologen-Weihnachtsfeier lese ich meine physikbezogenen Texte. Endlich versteht mal jemand die Insidergags. Mein Prof sagt, er freue sich auf meine Abschlussprüfung. Ich fürchte, jetzt habe ich was angestoßen.

  • Heiner, 11 Dez 2009 /  PauL, Publicity
    • Heute: Regensburg, Mälze
    • Morgen: Salzburg, ARGE
    • Sonntag: München, Substanz
    • Montag: München, Vereinsheim
    • (Mittwoch: Landshut, Großraumdichten im kleinen theater, betrifft aber nur mich)
    • Donnerstag: PauL im Vereinsheim

    Gehts noch?

  • Heiner, 04 Dez 2009 /  Bilder, Lange Denkt, PauL

    Als wir im Juli in der Mensa in Passau mit PauL auftraten, gab man uns den heißen Tipp, uns doch beim Scharfrichterbeil zu bewerben. Ein Kabarettpreis. Hui? Wir machten das. Und bekamen dann nach dem Düsseldorfer Wochenende den Anruf: Wir sind dabei. Als einer der 6 Acts aus ca 90 Bewerbungen. Krass.

    Drei Flüsseeck, drei PauLs, zwei im Bild.

    Drei Flüsseeck, drei PauLs, zwei im Bild.

    Der Abend

    6 Bewerber. Nachmittags im Backstage kommt es zu lustigen Unterhaltungen. “Also, da spielen wir ja quasi gegeneinander, das ist doch sehr merkwürdig!” – PauL feixt. Die Veranstaltung beginnt ordentlich unpünktlich, aber das ist man ja gewohnt. Blöd nur: PauL sind als Letzte dran. Ob da die Leute noch zuhören können, den Umstand bedenkend, dass wir vermutlich dreimal mehr Wörter pro Zeit raushauen als die anderen Auftretenden?

    Backstage. Künstler.

    Backstage. Künstler.

    Eine Einschätzung des Publikums ist während des Warten auch nicht wirklich möglich, da der Raum zu klein ist, um zusehen zu können. Allein durch das Fenster zur Straße kann man einen Blick erhaschen und durch ein Loch zwischen Fenster und Putz auch mal ein Wort aufschnappen.

    Blick durchs Fenster. ANdres bleib nicht übrig.

    Blick durchs Fenster. Andres bleib nicht übrig.

    So beobachtete ich zum Beispiel Axel Pätz aus Hamburg. Der eröffnete und war, optisch, stark. Auch beobachtete ich Ulan & Bator. Die zwei, die gehen durch die Decke. Backstage bereits zwei äußerst erstaunliche Kerle, sind sie auf der Bühne nicht zu halten. Krass.

    Irgendwann durfte dann PauL dran. Der Abschiedsapplaus für den Bewerber vor uns war, durch die sich öffnende Tür hörend, nicht allzu euphorisch. Und dann wir auf der Bühne. Mit unserem Zeug. Mit Wortsalven und Reimkaskaden, und das alles für ein Publikum, das um halb zwölf (nach 5 Auftritten) eh schon recht erschöpft war und zudem vermutlich keine Ahnung hatte, wie es uns einordnen sollte. Und was soll ich sagen… wir haben gekämpft. Wortfaust gegen Betonmauer. Hier und da ein kleines Bröckelchen herausgehauen, gelegentlich mal kurz ein Staubwölkchen, aber ein Riss in der Mauer war nicht zu erahnen. Man kann und darf es so sagen: So wenig direkte Publikumsresonanz hatten wir noch nie, nirgendwo.

    Die Szene, wie wir danach zu dritt im Hintergewölbe mit unserem Weißbier saßen und uns Weißbier trinkend der Ernüchterung hingaben, werde ich so schnell nicht vergessen.

    Preisverleihung: Nein, da war alle Hoffnung bereits weg. Die Möglichkeit, dass uns die Jury vielleicht doch noch auf Platz drei heben könnte, bestand zwar diffus, war aber nicht zu erhoffen. Naja, und dann standen alle auf der Bühne und Ludwig Müller ließ für drei Leute klatschen, die nach diesem Applaus kein Beil bekamen. HÄ? PauL ein Beil? JA! Tatsächlich. PauL holte sich den dritten Platz beim Passauer Scharfrichterbeil! Der zweite Platz ging an Maxi Schafroth, der erste, höchstverdient, an Ulan & Bator.

    Krass. Selten habe ich mir so die Augen gerieben. Der Abstand zwischen unmittelbarer Publikumsreaktion und Juryentscheidung hätte größer fast nicht sein können. Und für uns, die wir IMMER für das Publikum arbeiten, war das sehr verwirrend. Ein Jurymitglied ging danach noch auf uns zu und erläuterte uns die Entscheidung. Und diese Erläuterung, die hat ganz schön aufgebaut. Huiuiui. Richtig wahrgenommen haben wir das dann auch erst am Morgen danach.

    (Nachtrag: Das sagt der bayerische Rundfunk.)

    (Nachtrag 2: Hier gibts Bilder)

    PauL, mit Scharfrichterbeilchen.

    PauL, mit Scharfrichterbeilchen.

  • Heiner, 30 Nov 2009 /  Bilder, Kiezmeisterschaft, Landshut, München, PauL

    Mittwoch, Slam in Landshut

    Poetry Slam in Landshut. Gefreut hatte ich mich, oben im Saal zu sein, aber Pustekuchen. Kein Saal. Foyer. Grumml. Als, ans Mikro tretend, der Sound dann aus den Boxen kam, die im Gang und auf der Treppe standen, war das sehr merkwürdig. Und irgendwie war der Wurm drin. Der Funke sprang nicht über. Da konnten Sam und ich noch so viel probieren, Bumillo konnte noch so sexy sein, die Auftritte konnten noch so gut sein: Irgendwas stimmte nicht. Es war ja sogar voll! Gebracht hats nichts. Moritz Kienemann hat dann gewonnen, der alte (neue!) Abräumer.

    Hoffentlich kommen am 16.12. viele Leute zu Großraumdichten Slam Special.

    Moritz Kienemann zerlegt Landshut.

    Moritz Kienemann zerlegt Landshut.

    München, Kiezmeisterschaft

    Ganz anders dagegen München. Hatten wir im Monat davor nur (inclusive mir) 6 Poeten auf der Liste , waren es am Samstag ganze 15. Darunter zwei Kaliber, die mich wirklich aus den Socken gehauen haben: Freisam aus Koblenz und ein Herr namens Andivalent. Freisam, geschätzte 2,10 Meter hoch, regte sich über die Probleme des Großsein auf und brachte die Grashalmmenge der Zuschauer aufs Heftigste zum Wogen. Bei Andivalent mit “Minnesang 2009″ knickten sie dann um. Aber sowas von. Er holte sich dann im Finale den Sieg. Anscheinend ist er im Januar im Substanz, da bin ich auch, das wird ganz groß, wage ich zu vermuten. Obwohl positive Erwartungshaltung natürlich immer dazu führen kann, enttäuscht zu werden… aber das führt zu weit.

    Freisam. Wahre Größe im Stragula.

    Freisam. Wahre Größe im Stragula.

    Andivalent. Minnesänger 2009.

    Andivalent. Minnesänger 2009.

    Ausblick

    Am Mittwoch fährt PauL nach Passau und wird dort im Kampf ums Scharfrichterbeil. DAS wird spannend. Au ja!

  • Heiner, 25 Nov 2009 /  Bilder, Lange Denkt, München

    Zurück in München seit Samstag. München, die Stadt, in der das Chaos, das Einen umgibt, in erster Linie selbstgeschaffen ist. Beruhigend und beunruhigend zugleich.

    Fotos

    Hendrik Schneller hat im Kato und im Festsaal Kreuzberg Fotos geschossen. Wer langesche Gesichtsakrobatik in beinahe vollender Form sehen will, klickt hier. Gut geworden.

    Hemden

    Ich komme nicht drumrum, über diesen Blogeintrag von Mischa zu schmunzeln: *schmunzel*

  • Heiner, 22 Nov 2009 /  Bilder, PauL, Reiseberichte

    Nein, das hat nichts mit Saalat zu thun.

    Nachmittag

    Nachdem wir gegen Nachmittag noch den neuen Text “Die zärtlichen Poeten” fertig geschrieben haben, liegt es an mir, dem passionierten Spaziergänger, dem Text Ausdruck zu verleihen. Auf Papier. Da ich jedoch auf meinen Spaziergängen durch Kreuzberg nur Kaffee-, Knabber- und Kulinaristikschuppen über den Weg gelaufen bin, zeigt der Kompass ganz klar nach Südwesten, in die Kik- und Callshopmetropole Neukölln. Von Vorurteilen geleitet fällt mir die Wahl schwer und erweist sich dann auch noch als nervenraubend, da der Drucker des Callshops nur eine Seite pro 30 Sekunden kann. Beinahe bin ich versucht (Lüge, meinerseits), mich dem Schizophrenen anzuschließen, der zusammenhangsloses Zeug brüllend über den Hermannplatz torkelt. In der zugehörigen U-Bahnstation wird auch noch hemmungslos gekifft. Ich bin schockiert.

    Abend

    Festsaal Kreuzberg. Wieder so ein Raum, der mit vielerlei schrägen Erinnerungen vom National 2007 verknüpft ist. Ich glaube mich an einen Tierslam erinnern zu können. Ein Tierslam? Was?! Kann nicht sein, odr? Und an Rufe mit dem Wort “Schiebung” bei irgendeiner Auslosung. Aber egal, das ist Szene-Onanie.

    PauL featured und drei PauLs im Wettbewerb. Hatten wir so auch noch nicht und bisher vermieden von wegen Wettbewerbsverzerrung. Aber egal. Ich bin unsicher, welchen Text ich wählen soll, rutsche dann aber noch während des Slams auf den guten alten Backpacker, der hatte schon lange Pause. Stehe auf der Bühne und merke während der ersten Strophe: Shit, die Leute springen tatsächlich darauf an! Auf mich, als Einzeldichter! Merkwürdiges Gefühl. Komme ins Finale, mache nochmal Butter-Landminen-Afrika (… die Leute springen drauf an…) und hole mir den Sieg des Bastard-Slams im November 2009. Ganz komische Sache. Bumillo meinte, ich hätte eine “Out-of-Body”-Erfahrung gemacht, so performen habe er mich ja noch nie gesehen. Ich checks irgendwie nicht so ganz. Normal gehören da Scharri oder Bumillo oder dergleichen hin, aber ich? Ich werde mal recherchieren, wie lange das schon her ist mit dem letzten Slamsieg…

    Nachtrag, habe recherchiert. War letztens bei der Kiezmeisterschaft. Aber halt nich so großer Slam so Line-Up so.

    Festsaal Kreuzberg: Aufräumen, bitte.

    Festsaal Kreuzberg: Aufräumen, bitte.

    Rumhängen am Schlesischen Tor.

    Rumhängen am Schlesischen Tor.

  • Heiner, 20 Nov 2009 /  Bilder, PauL, Slam 2009

    Ein bisschen schreiben, vielleicht noch nen Kaffee trinken, ein wenig warten: Berlin tötet Zeit im Vorübergehen. Und kaum versieht man sich, sitzt man schon wieder in einem Vietnamesen und erfreut sich der tollen Teller/Schüsselformen. Und kaum schaut man ne Stunde später auf die Uhr, grummelt der Magen. Und dann geht auch schon die nächste Reiheneröffnung los: Respect the Poets im Kato.

    Dieses Kato war mir ja noch in guter Erinnerung, nachdem ich dort 2007 den Einzug ins Halbfinale des National Slams schaffte. Aber irgendwie scheint dieser postitive Eindruck den Fakt überdeckt zu haben, dass sich der durchschnittliche Kato-Berliner gerne reserviert gibt. Hierzu stellte ich viele Theorien auf. Zwei zum Beispiel. Möglichkeit 1: Der durchschnittliche Berliner an sich ist kulturell übersättigt und merkt es nicht, wenn künstlerische Starköche (PauL, wer sonst…) feinen Sprachfraß kredenzen. Möglichkeit 2: Der durchschnittliche Berliner möchte ja selbst, wenn er irgendwann nach dem dritten Latte sein Macbook zuklappt und nach Hause geht, auch mal wieder künstlerisch was an den Start bringen, schafft das aber nicht und ist frustriert, wenn er Leute sieht, die es schaffen (PauL, wer sonst…).

    Diese Überlegungen sind bewusst überspitzt provokant formuliert und vermutlich falsch. Es wurde dann nämlich doch noch ein ordentlicher Abend, und spätestens mit dem Bankertext hatten wir die Leute dann im/am Sack. Danach saß ich ziemlich lang in einer Kneipe in einem Sessel und unterhielt mich. Dialogausschnitt: Ich “Ach, is ja nett.” Sie “Gardinen sind nett.”

    Allet klar.

    Man gibt sich reserviert.

    Man gibt sich reserviert.

    Komm schon, trau dich!

    Komm schon, trau dich!

    Na, geht doch.

    Na, geht doch.

  • Heiner, 19 Nov 2009 /  Bilder, PauL, Reiseberichte

    Ich habe diagonal geschlafen. Das liegt daran, dass meine Schlafcouch zu kurz war. Hab mir keins von den Betten gegönnt, da dürfen Scharri und Bumillo drin pennen. Ich bin härter.

    Potsdam

    Potsdam ist lustig. Da war ich mal mit der Schule. Wir haben uns da so ein komisches Schloss angeschaut, und so nen Garten. Und ein Brandenburger Tor haben die auch. Und Hotdogs. Aber zurück zum Thema: “Respect the Poets” nannte Wolf Hogekamp die Reihe, die wir im KuZe parallel zum dort stattfindenen Potslam eröffnen. Man muss sich das mal überlegen: PauL hat damit schon mindestens die dritte Reihe eröffnet: Poetry in Motion in München, Poetengeflüster in Dresden… irgendwann sollte das mal dick Karmapunkte geben: Jedes Mal wieder das Risiko einzugehen, bei einer Premiere vor leerem Haus zu stehen. Und wenn es gut läuft, das Wissen zu haben, dass da später noch mehr geht. Den ersten beißen die Hunde.

    KuZe in Potsdam. Hups, da flupste die Kamera.

    KuZe in Potsdam. Hups, da flupste die Kamera.

    Aber halb so schlimm: Der kleine Saal ist ordentlich gefüllt, man hört jeden Kichern, Grinsen, Schmunzeln, Blinzeln, der Filmtext “Larger than Life” funktioniert so gut wie noch nie, und nach frenetischen “PauL!”-Rufen (ok, das “L” von PauL kann man zwar nur als “l” rufen, aber egal) geben wir auch noch ne Disko-Zugabe. Diss Ko ist kein Imperativ! Und Großraumtaxis brauchen anscheinend immer lange, wenn man eilig zum Bahnhof muss.

    "Wir warten im Viereck, wir warten konzentriert."

    "Wir warten im Viereck, wir warten konzentriert."

    Heute Vor- und Mittag war PauL dann noch schmausend in der Casa Klötgen. Womit ich auch endlich mal einen Fuß nach Friedrichshain gesetzt habe. Ein kleiner Abstecher zur Eastside-Gallery vervollständigte das Stadt-Feeling. (“Ditte ham wa jeden Tag!” ruft der Berliner. Jaja.)

    Berlin. Einsam unter 3 Millionen?

    Berlin. Einsam unter 3 Millionen?

    Berlin. Immer crazy und originell. Natürlich.

    Berlin. Immer crazy und originell. Natürlich.

    Jetzt sitze ich nach einer weiteren PauL-Textungssession in der Küche und surfe ein wenig mit Scharris UMTS-Stick. Toll, diese Technik.